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SNAP-Aktie: Börsendebüt mit Brisanz

Nicht nur bei jungen Leuten voll im Trend, sondern jetzt auch bei Aktionären: Snapchat. (Bild:Fotolia)

Frisch gestartet: Die Snap-Aktie. (Bild:lynxbroker)


Vergangenen Donnerstag ging der Message-Dienst Snapchat bzw. die Mutterfirma SNAP, die neben dieser App noch eine Video-Brille vertreibt, an die Börse. Mit einem Schlag war das Unternehmen, das eine wachsende Konkurrenz für WhatsApp und Facebook ist bzw. sein will, über 20 Milliarden US-Dollar wert geworden.

Dabei wurde nur ein eher kleiner Teil der Anteile emittiert. Etwa drei Milliarden US-Dollar wurden durch einen Börsengang erlöst, der für die Anleger aber ein gewisses Wagnis bedeutete. Denn zum einen erhielten die emittierten und nun frei handelbaren Aktien keine Stimmrechte, während die Altaktionäre pro Aktie eine Stimme, die beiden Unternehmensgründer sogar zehn Stimmrechte pro Aktie haben. Zum anderen ist ein Unternehmen schwer zu bewerten, das 2016 mehr Verlust verbuchte, als es Umsatz erzielte. Da war viel Begeisterung, Euphorie für eine womöglich erst auf die Siegerstraße eigebogene Kommunikationsplattform und damit viel Hoffnung dabei. Doch ob diese Hoffnungen in den kommenden Jahren Realität werden, SNAP ein entsprechend profitables Unternehmen wird – niemand könnte das heute absehen. Facebook gelang der große Durchbruch. Twitter hingegen nicht. In welcher Schublade wird SNAP am Ende landen?

Expertenmeinung von lynxbroker : Der Handelsstart an der Börse schien den Optimisten Recht zu geben. Wer bei der eigentlichen Zeichnung erfolgreich war, bekam die Aktie zu 17 US-Dollar, doch schon der erste gehandelte Kurs an der New York Stock Exchange lag mit 24 US-Dollar weit darüber. Und SNAP stieg weiter, am zweiten Handelstag ging es bis 29,44 US-Dollar nach oben – bevor dann plötzlich Gewinnmitnahmen einsetzen. Zahlreiche Analysten äußern sich vergleichbar skeptisch wie wir zuletzt in unserer Analyse zu SNAP im Vorfeld des Börsengangs (zu diesem Artikel klicken Sie hier) – und schon gingen diese ersten Gewinnmitnahmen weiter. Schon am ihrem vierten Tag an der US-Börse rutschte die Aktie unter den ersten gehandelten Kurs von 24 US-Dollar – und es ist nicht absehbar, ob die Verkäufe auf dem aktuellen Niveau enden (hier ein Chart auf 60-Minuten-Basis). So spannend ein Börsengang, ein „IPO“ auch sein mag, es birgt immer hohe Unwägbarkeiten, wenn eine normale Bewertung der Aktie nicht möglich ist, weil keine Gewinne erzielt werden und/oder der Umsatz noch gering ist und darüber hinaus die Möglichkeiten einer charttechnischen Analyse fehlen. Die indes in den kommenden Wochen, wenn SNAP ausreichend Kurse vorzuweisen hat, kommen wird – spätestens dann haben wir die Aktie wieder auf dem Schirm. Bis dahin erneuern wir unsere Meinung aus dem Artikel im Vorfeld des Börsengangs: hier ist Vorsicht geboten.

Text:lynxbroker

08.03.2017 | 23:17

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