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2017: Noch mehr Dividenden!

Steigende Kurse: Aktionäre können steigende Dividenden erwarten (Bild: Deutsche Börse)


Der Tag der Aktie, der jährlich am 16. März begangen wird, sollte es gezeigt haben: das Investment in Unternehmensanteile ist nicht nur lohnend, sondern langfristig die beste Art, ein Vermögen zu erhalten oder sogar deutlich zu vermehren. Viele deutsche Großkonzerne haben im vergangenen Jahr prächtig verdient, die große Mehrzahl der DAX-Konzerne hat die Dividenden erhöht.

Die Aktionäre in Deutschland können sich für 2016 über Rekorddividenden freuen. Zusammengerechnet 31,7 Milliarden Euro schütten Deutschlands 30 Dax-Konzerne nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Ernst & Young für das vergangene Geschäftsjahr aus. Das sind neun Prozent mehr als 2016 und sieben Prozent mehr als im bisherigen Bestjahr 2015 mit 29,8 Milliarden Euro.

Insgesamt erhöhen E&Y zufolge 23 Unternehmen in der ersten Börsenliga die Dividende, 19 Firmen schütten sogar so viel aus wie nie zuvor. „Den meisten Dax-Unternehmen geht es trotz der verhaltenen Konjunkturentwicklung in Europa und wichtigen Auslandsmärkten insgesamt gut“, teilt Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung, mit, „da wollen und sollten die Aktionäre angemessen beteiligt werden.“ Lediglich Aktien der Commerzbank und RWE-stämme werfen keine Dividende ab.

An vielen Anlegern geht der Geldregen vorbei

Zwar ärgern sich viele Anleger über die Zinsflaute, denn Sparbuch und Tagesgeld sind schlicht unrenatabel . Fast die Hälfte der Menschen hierzulande sind laut einer Umfrage der ING-Diba „unzufriedene Sparer“, und Millionen machen sich Sorgen um ihre Altersversorgung. Aktien scheinen allerdings für viele keine geeignete Anlageform zu sein. Im Deutschen Aktienindex haben vor allem ausländische Investoren das Sagen; Ihnen gehören etwa 60 Prozent der Anteile.

Gerade einmal jeder siebte Bundesbürger hat nach aktuellen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) Geld in Aktien oder Fonds investiert. Die Zahl der Aktionäre sank im vergangenen Jahr sogar wieder unter die Neun-Millionen-Marke. Rund 8,98 Millionen Menschen besaßen demnach Anteilsscheine oder Anteile an Aktienfonds oder beides. Das waren 30.000 weniger als 2015. Nach jüngsten Berechnungen des BdB haben Verbraucher in Deutschland zwar über 900 Milliarden Euro in Wertpapieren angelegt. Das ist eine Steigerung von rund 20 Prozent in vier Jahren. Mehr als die Hälfte stecke in Investmentfonds. Im Vergleich zu den rund zwei Billionen Euro, die die Deutschen auf Bankkonten horten, ist die Anlage in Wertpapieren damit immer noch relativ niedrig.

Die dpa vermutet, dass die Dividenden deutscher Konzerne im kommenden Jahr nochmals steigen werden. Bis auf den Banken- und den Energiesektor sei die Lage in den wichtigen Branchen absolut zufriedenstellend. „In diesem Jahr dürfte zudem der schwache Euro zusätzlichen Rückenwind geben, was sich auch positiv auf die Gewinnsituation der Unternehmen auswirken kann und auf ihre Möglichkeiten, attraktive Dividenden zu zahlen“, attestiert Mathieu Meyer. Für Anleger, die sich immer noch nicht an aktien trauen, könnte und sollte das eine Ermutigung sein.

21.03.2017 | 02:05

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