Sonntag 05. Februar 2012
Deutschland: Bullen preschen weiter vor
An den deutschen Aktienmärkten ging es jüngst weiter aufwärts. Zwar hat sich weder an den trüben konjunkturellen Aussichten noch an der Schuldenkrise etwas geändert. Offenbar sind deutsche Aktien, vor allem vor dem Hintergrund des nicht enden wollenden Schuldendilemmas und damit fehlender Anlagealternativen, weiterhin gefragt. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht nur um eine zünftige Bullenfalle handelt. Dies gilt auch mit Blick auf das charttechnische Bild beim DAX. Nachdem er in der Vorwoche das Zwischenhoch von Ende Oktober 2011 knackte, kletterte er nun über das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Korrektur von Juli bis September 2011, was impliziert, dass der Anstieg seit dem Zwischentief von September mehr ist als eine Gegenbewegung. Weiter steigende Kurse scheinen somit ausgemachte Sache. Ein eventuell noch etwas weiter treibender Katalysator könnte dabei auch der Umstand sein, dass man dem Anstieg zuletzt nicht so recht trauen mag und Investoren, die die bisherige positive Tendenz 2012 versäumt haben, nun mehr und mehr auf den fahrenden Zug aufspringen. Mal sehen, wie lange man sich den harten Fakten verweigern kann und sich das jüngst auch in einer großen deutschen Tageszeitung skizzierte Traumschloss „Super-Deutschland“ aus brummender Konjunktur, niedriger Arbeitslosigkeit und boomender Binnennachfrage in Luft auflöst. mehr...
Sonntag 05. Februar 2012
Europa: Erneut mit Zuwächsen
Chinas Regierungschef Wen Jiabao hat die Europäer zu verstärkten Bemühungen zur Lösung der Schuldenkrise aufgefordert. Seinen Aussagen zufolge sind in dieser Frage dabei die eigenen Bemühungen entscheidend. Kurzum, die Europäer müssen ihre Hausaufgaben selbst machen. Allerdings scheinen sich die damit beschäftigten Politiker immer weiter zu verzetteln. Sie setzen weiterhin auf Spardiktate, Rettungsschirmpolitik und Fiskalunion, also noch mehr Brüsseler Bürokratie, und begründen dies damit, so die Einheit und den Frieden in Europa zu schützen. Mit dieser Begründung wird auch jeder noch so abstruse Versuch, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, gerechtfertigt, was der nun auf den Weg gebrachte dauerhafte Rettungsschirm ESM ebenso zeigt wie die Einigung für einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin. Damit geht es weiterhin in Richtung einer immer offensichtlicheren europäischen Schulden- und Transfergemeinschaft, in der wir faktisch ja schon sind, wodurch langfristig weder die aktuellen Schuldendilemmata sowohl im Finanzsektor als auch in den Staatshaushalten gelöst werden noch für ein Umfeld gesorgt wird, das Europa für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte stark und wettbewerbsfähig macht. An den europäischen Aktienmärkten spielte dies jüngst aber offenbar keine Rolle, es gab weiter steigende Kurse. mehr...
Sonntag 05. Februar 2012
USA: Positive Konjunktursignale
Wegen anhaltender Sorgen um die Eurozone waren die US-Indizes mit Verlusten in die vergangene Handelswoche gestartet, erholten sich allerdings von ihren Tagestiefs, sodass die Abschläge marginal ausfielen. Wenig verändert schlossen sie auch am Dienstag, konnten sich zum Monatsabschluss somit nicht für eine klare Richtung entscheiden. Die Bilanz für Januar war aber positiv: Der Dow Jones legte um 3,4% zu. Beim S&P 500 waren es 4,4% und beim NASDAQ Composite sogar +8%. Zum Start in den Februar am Mittwoch ging es weiter aufwärts. Für gute Stimmung sorgten gestiegene Einkaufsmanagerindizes aus China, Europa sowie auch den USA selbst. Der ISM-Index Industrie für Januar legte zu. Unterstützt wurde das positiv anmutende konjunkturelle Bild von den stärker als erwartet gestiegenen US-Bauausgaben im Dezember. Anfänglich für etwas Enttäuschung sorgte indes der ADP-Arbeitsmarktbericht, der einen geringeren als prognostizierten Stellenzuwachs im Januar zeigte. An den Prognosen für einen klaren Stellenzuwachs bei den offiziellen US-Arbeitsmarktdaten änderte dies aber wenig. Am Donnerstag herrschte wegen der diesbezüglich anstehenden Veröffentlichung am Freitag aber Zurückhaltung. Am Berichtstag selbst sorgten die besser als erwarteten Daten sowie auch der kräftige Anstieg beim ISM-Index Dienstleistungen dann für einen festen Wochenausklang. mehr...
Sonntag 29. Januar 2012
Deutschland: DAX nimmt nächste Hürde
Die deutschen Aktienindizes setzten auch in der vergangenen Woche die seit Jahresbeginn positive Tendenz fort. Beim DAX stand am Ende ein Wochenplus von 1,7%. Er kletterte dabei über das Zwischenhoch von Ende Oktober 2011 bei 6.431 Punkten und löste damit ein weiteres charttechnisches Kaufsignal aus. Allerdings war die Aufwärtsbewegung zuletzt sehr dynamisch, was zusammen mit einigen überhitzten Indikatoren für zumindest temporäre Rücksetzer sprechen könnte. Für Rückenwind sorgte jüngst einerseits die Hoffnung auf eine baldige Einigung über die Konditionen des geplanten Schuldenschnitts für Griechenland. Andererseits dürfte auch die bis 2014 verlängerte faktische Nullzinspolitik der US-Notenbank zu Käufen animiert haben. Bezüglich der hiesigen Konjunktur gab es außerdem Frühindikatoren, die positiv interpretiert wurden. Mit Blick auf den ifo Geschäftsklimaindex, der im Januar überraschend zum dritten Mal in Folge stieg, war davon die Rede, dass die deutsche Wirtschaft Aussichten auf Entspannung in der Eurokrise sieht und ihre Rezessionsängste abschüttelt. Neben dem Wohlfühlindikator der Unternehmen hellte sich auch die Stimmung bei den deutschen Verbrauchern auf. „Die Konsumenten stemmen sich weiter gegen die zunehmenden Konjunkturrisiken und die anhaltende Schuldenkrise im Euro-Raum“, hieß es hoffnungsfroh in der Mitteilung. mehr...
Sonntag 29. Januar 2012
Europa: Griechenland im Fokus
In Europa hielt sich die Kauflaune. Die meisten Länderindizes legten zu. Eine treibende Kraft waren wohl die Hoffnungen auf eine Einigung bei den Verhandlungen über einen Schulderlass für Griechenland, wenngleich es hier zwischendurch immer mal wieder Skepsis gab. Letzten Endes blieb es aber bei dem Optimismus, dass es früher oder später eine Lösung geben wird. Zu den stärksten Gewinnern gehörten daher auch die griechischen Indizes (siehe Markt im Fokus). Beim EURO STOXX 50 stand am Ende ein Wochenplus von 0,6%. Er kletterte zwischenzeitlich über die Hürde bei 2.448 Punkten (Zwischentief von Mai 2010), kratzte zudem an der 200-Tage-Linie. Gelänge ein nachhaltiger Sprung darüber, wozu auch das Zwischenhoch von Oktober 2011 bei 2.506 Zählern geknackt werden müsste, wäre dies wohl bullish zu bewerten. Ob es dazu kommt, dürfte davon abhängen, ob es nun bald zu einer Griechenland-Lösung kommt und zu welchen Konditionen. Allerdings könnte die Vorfreude bereits eingepreist sein, sodass Gewinnmitnahmen vorstellbar sind. Zudem ist nicht auszuschließen, dass nach einer Einigung eingesehen wird, dass damit das Schuldendilemma Hellas längst nicht gelöst sein dürfte. Und auch in Europa insgesamt schwelt die Schuldenkrise weiter munter vor sich hin, wie auch jüngst die Diskussionen über die Zusammenführung der Rettungsschirme EFSF und ESM verdeutlichen. mehr...
Sonntag 29. Januar 2012
USA: Dow im Minus
Auch an den US-Aktienmärkten waren in der vergangenen Woche erneut die Verhandlungen über einen Schuldenerlass für Griechenland Thema. Insbesondere am Montag und Dienstag bremste die diesbezügliche Unsicherheit und Vorsicht die Entwicklung und die US-Indizes bewegten sich zunächst kaum. Mehr Dynamik gab es am Mittwoch, wenngleich auch nicht übermäßig. Nach anfänglichen Verlusten wegen enttäuschender Quartalszahlen sorgten die Aussagen der US-Notenbank zur weiteren Zinspolitik für Auftrieb. Sie hatte wie erwartet die Leitzinsen unverändert gelassen, überraschte aber damit, den Zeitraum einer faktischen Nullzinspolitik deutlich bis Ende 2014 auszuweiten. Bislang hatte sie das außerordentlich niedrige Niveau der Leitzinsen bis auf mindestens Mitte 2013 terminiert. Am Berichtstag ebenfalls im Fokus standen die Rekordquartalszahlen von Apple, die gefeiert wurden und der Aktie ein neues Allzeithoch bescherten. Am Donnerstag rutschten die US-Indizes nach anfänglichen Gewinnen leicht in die Verlustzone. Als Grund wurden gemischte Konjunkturdaten ausgemacht. Vor dem Wochenende bremste dann das schwächer als erwartete Wachstum der US-Wirtschaft im vierten Quartal. Dow Jones und S&P 500 verbuchten leichte Verluste. Ersterer zeigt auch zur Vorwoche ein Minus (0,5%), während der S&P 500 marginal (0,1%) und der NASDAQ Composite stärker (1,1%) zulegten. mehr...
Sonntag 22. Januar 2012
Deutschland: DAX über 200-Tage-Linie
Die Reaktionen auf die Herabstufungen von neun Euro-Staaten durch die Rating-Agentur S&P blieben ohne große Auswirkungen. Stattdessen scheint sich die Zuversicht durchzusetzen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin die angeschlagenen Anleihenmärkte stützt. Und auch die Senkung der Kreditwürdigkeit für den Rettungsschirm ESFS, ebenfalls durch S&P, belastete am Dienstag nicht. Stattdessen wurden die Konjunkturdaten aus China und der deutlicher als erwartet verbesserte ZEW-Index positiv aufgenommen. Am Mittwoch wurde dann die Meldung, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Kreditfazilitäten ausweiten will, um im Zweifel deutlich mehr Geld zur Verfügung zu haben, um in Finanznot geratenen Ländern zu helfen, als weiteres Zeichen für entschiedene Maßnahmen in der Schuldenkrise interpretiert. Ferner verpuffte die angedrohte Senkung der Bonität mehrerer Euro-Länder durch die Rating-Agentur Fitch. Unerwartet gute Bilanzen aus dem US-Bankensektor sowie der neue Kapitalplan der Commerzbank gaben den deutschen Indizes dann am Donnerstag Auftrieb. Am Freitag machten die deutschen Indizes bis auf den SDAX eine kleine Pause, zur Vorwoche blieb es aber bei satten Gewinnen. Der DAX legte um 4,3% zu. Er kletterte dabei deutlicher über die 200-Tage-Linie sowie das 50%-Retracement und kratzte am Zwischenhoch von Ende Oktober 2011. mehr...
Sonntag 22. Januar 2012
Europa: Kräftige Aufschläge
Die Abstufungsorgie durch Standard & Poor’s am Freitag der Vorwoche kam nicht überraschend und die europäischen Aktienmärkte reagierten darauf gelassen. Positive Anleihenauktionen im Wochenverlauf taten ihr Übriges, die Kauflaune der Investoren an den Aktienmärkten zu befeuern. Am Ende verzeichneten die europäischen Leitindizes daher zumeist kräftige Aufschläge zur Vorwoche. Der EURO STOXX 50 legte um 3,9% zu. Noch höhere Gewinne verbuchten die griechischen Indizes. Hier beflügelten die kolportierten Fortschritte bei Verhandlungen über den dringend erforderlichen freiwilligen Schuldenverzicht. Allerdings darf man gespannt sein, ob es wirklich einen signifikanten Schnitt gibt, wodurch Griechenland langfristig Perspektiven hätte, um wieder solvent zu werden. Es sieht eher nach einem Kompromiss im Sinne der Gläubiger aus, sodass Athen wohl noch länger und stärker am Tropf der Geldgeber hängen dürfte als unbedingt nötig. Ob damit die Wirtschaft des Landes wieder in Schwung kommt, ist angesichts zu erwartender weiterer Spardiktate und dem fortgesetzten Teufelskreis aus schrumpfender Wirtschaft und immer neuen Sparzwängen jedoch zu bezweifeln. Entsprechend ist auch das jüngste Aufbäumen der griechischen Indizes mit Vorsicht zu genießen. Und auch die positive Tendenz bei den europäischen Kursbarometern könnte trügerisch sein. mehr...
Sonntag 22. Januar 2012
USA: Solide Gewinne
Die US-Aktienmärkte präsentierten sich im Vergleich zur Vorwoche mit etwas mehr Dynamik. Der S&P 500 kletterte sogar deutlicher über das Zwischenhoch von Oktober 2011. Nach dem Feiertag am Montag gab es gleich am Dienstag steigende Kurse. Als stützend erwiesen sich die positiven Vorgaben aus Europa sowie die besser als erwarteten Konjunkturdaten aus China. Gemischte Bilanzen aus dem Finanzsektor bremsten aber die Kauflaune angesichts der weiter anstehenden Zahlen aus dem Sektor im Wochenverlauf. Goldman Sachs überzeugte jedoch am Mittwoch. Zusammen mit positiven Konjunkturdaten trug dies zu weiter steigenden Kursen bei. Im Fokus stand insbesondere der kräftige Anstieg der Stimmung in der Immobilienbaubranche (NAHB-Hausmarktindex) im Januar. Am Donnerstag folgte erneut eine positive Entwicklung. Auch diesmal konnten die Zahlen von Großbanken (Bank of America, Morgan Stanley) weitgehend überzeugen. Zudem waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche) ungewöhnlich stark gesunken. Nicht so stark wie erhofft stieg indes der Philadelphia Fed Index, was die Kauflaune etwas bremste. Am Freitag standen dann etliche Bilanzen großer Konzern an, die meist (IBM, Intel, Microsoft) überzeugen konnten und damit Dow Jones und S&P 500 anschoben. Beim NASDAQ bremste indes Google mit enttäuschend aufgenommenen Zahlen. mehr...
Sonntag 15. Januar 2012


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