Europa: Freundliche Tendenz
Schuldenkrise und immer wieder Schuldenkrise, das Thema blieb auch jüngst akut und dürfte wohl 2011 weiter beschäftigen. Daran ändern auch die jüngsten Beschlüsse des EU-Gipfels nichts. Zwar wurde ein neuer Krisenmechanismus vereinbart, der ab 2013 ein dauerhaftes Sicherheitsnetz für von der Pleite bedrohte Staaten aufspannt, die großen Löcher in den Staatshaushalten oder die strukturellen Probleme in einigen Ländern werden dadurch aber nicht gelöst. Die Politik war dennoch zufrieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Wir haben wichtige Beschlüsse gefasst für die Zukunft des Euro.“ Die Euro-Staaten sind demnach zu weiteren Nothilfen für die Rettung der gemeinsamen Währung bereit. Eine Aufstockung des 750 Mrd. Euro schweren Rettungsschirms wird es aber derzeit nicht geben. Das heißt aber nicht, dass er künftig nicht doch erhöht werden muss. Und was ist mit dem Beitrag der Gläubiger? Es wurde sich darauf geeinigt, dass private Kreditgeber nicht automatisch, sondern nur von Fall zu Fall die finanziellen Lasten mittragen sollen. Schwammiger geht es kaum. Die Beschlüsse sind somit ein weiterer Schlag ins Kontor der europäischen Steuerzahler, die letztendlich die Zeche zahlen müssen. Und was machten die europäischen Aktienmärkte in der vergangenen Woche? Sonst überwiegend freundlich zeigten die Leitindizes der Pleitekandidaten sinkende Kurse.
| EURO STOXX 50 | Stand: 17.12.2010 |
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