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Sonntag 05. Februar 2012

Erst informieren, dann kritisieren

von Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband

Kritiker von Finanzprodukten behaupten häufig, es gebe in der Finanzbranche keine  Transparenz, und fordern umfassende Veränderungen. Das klingt immer erst einmal gut und kommt bei verunsicherten Anlegern an. Doch wie sieht es  tatsächlich aus?

Die Zertifikatebranche sorgt seit Jahren für ein Höchstmaß an Aufklärung, Information und vor allem Transparenz. Trotz aller Unkenrufe sind Zertifikate im Vergleich die Produkte mit der größten Transparenz. Denn sie geben ein klar definiertes Leistungsversprechen. Darüber hinaus existieren längst Werkzeuge, mit denen Privatanleger und Investment-Berater die angebotenen Produkte einem Qualitätscheck unterziehen können. Hierzu zählen insbesondere die Ratings unabhängiger Analysehäuser. Aber gewährleisten ihre Benotungen auch eine gute Performance?

Vergleichen wir den Erwerb eines Zertifikats doch einmal mit dem Autokauf: Der Kunde sucht ein Fahrzeug, das seinen Bedürfnissen entspricht und geringe Kosten verursacht. Das Angebot ist vielversprechend. Aber wie es letztendlich um die Zuverlässigkeit des gewünschten  Objekts steht, wird der Interessent im Vorfeld bestenfalls näherungsweise ermitteln können. Vielfältige Informationen erlauben allerdings Rückschlüsse auf die Qualität von Marke und Modell: Testberichte, Preisvergleiche, TÜV-Statistiken sowie die Erfahrungen von Freunden und Nachbarn zählen hierzu.

Ratings für Zertifikate funktionieren nach einem ähnlichen Schema. Mehrere Anbieter wie die European Derivatives Group (EDG), Scope oder IZA  stellen entsprechende Datenbanken bereit. Deren Bewertungen erlauben Rückschlüsse auf die Leistungsstärke der Emittenten und ihrer Zertifikate. Die Ergebnisse lassen sich über bekannte Onlineportale abrufen. Zertifikate-Ratings beschränken sich dabei längst nicht auf das Thema Bonität. Der Ansatz der EDG beispielsweise berücksichtigt im ersten Schritt gleich vier Kriterien: Neben der Kreditwürdigkeit fließen die Kosten des jeweiligen Produkts, seine Handelbarkeit sowie die Verständlichkeit und Güte der Anlegerinformationen in die Bewertung ein. Auf die vier genannten Kriterien entfallen allein 50% des Gesamturteils.
 
Im Anlegeralltag wirkt sich natürlich die Auswahl der richtigen Börsenstrategie am stärksten auf die Rendite aus. Ratings bieten hier naturgemäß nur eingeschränkt Orientierung. Sie liefern jedoch einen wertvollen Zusatznutzen, indem sie Zertifikate in Risikoklassen einteilen. Da sich die Verhältnisse am Kapitalmarkt permanent ändern, werden die Bewertungen regelmäßig aktualisiert. Als Bestnote werden fünf Sterne vergeben.

Zusätzliche Qualitätsmerkmale lassen sich auch beim Deutschen Derivateverband recherchieren. Dessen Webseite enthält unter www.derivateverband.de einen Überblick über die Bonitätsbewertung der Emissionsbanken sowie Informationen über die jeweiligen Credit Spreads.

All diese Zusatzinformationen eignen sich zur Beurteilung der aktuellen finanziellen Stärke des gewählten Geschäftspartners. An Informationen und Transparenz mangelt es also kaum; sie muss vom Anleger nur abgerufen werden. mehr...
Sonntag 29. Januar 2012

Cameron in Not


Das waren markige Worte des britischen Premierministers beim World Economic Forum in Davos. „Wahnsinn“ herrsche bei denjenigen, die eine Finanztransaktionssteuer forderten, in dieser Lage! Und mit Trippelschritten sei da nichts mehr zu machen, nun müssten radikale Lösungen und große Maßnahmen her. Und so weiter.

Man fragt sich, ob es pure Frechheit war, die ja manchmal siegt, oder aber schlichte Verzweiflung des Mannes aus der Downing Street, der sich ja selbst in den Augen zahlreicher seiner Landsleute in eine tragische Figur verwandelt hat, ausweglos gefangen in dem Bemühen, es komplett unvereinbaren Haltungen recht zu machen. Er ist in der Tat nicht zu beneiden. In Davos bildet sich mehr und mehr der Eindruck heraus, dass es, was Europas Zukunft betrifft, ohne die Briten gehen muss und wird – und womöglich viel besser, als man bisher geglaubt hat. Denn was immer bisher die Lösungsvorschläge: London war dagegen. Der Egoismus der Inselbewohner oder vielmehr ihrer Repräsentanten ist sogar für EU-Verhältnisse auffällig. Trotz des unvergessenen und unübertroffenen „I want my money back“ der sogenannten eisernen Lady Thatcher (eine tolle Haltung, nur dann an etwas teilzunehmen, wenn man unter dem Strich nichts einbringen muss). Doch Cameron hat kaum eine Wahl: Sein Land lebt mehr schlecht als recht von der in einem einzigen Viertel Londons zusammengezogenen Finanzindustrie. Die Fonds und Banken bestellen, bezahlen, und bestimmen. Eine Finanzsteuer ist für sie Teufelswerk, das es zu verhindern gilt. Da Großbritannien kein Weltreich mehr hat und genauer betrachtet nicht einmal eine nennenswerte konkurrenzfähige Industrie in der Heimat, lebt man in einer Finanz-Monokultur. Und das nicht erst seit gestern. In den 80er-Jahren feierte man die Deregulierung des Finanzplatzes als „Big Bang“, entmachtete die Gewerkschaften auch mit der Folge, dass man Unternehmen lieber pleitegehen ließ, als sie zu Kompromissen zu bringen. Der Niedergang der Autoindustrie wurde gleichgültig hingenommen. Die Werften sind nicht mehr. Hightech kommt von überall, nur nicht aus UK. Es herrscht Rezession und Inflation, das geliebte Pfund ist nichts mehr, mit dem man wuchern kann. Das alles ist den Teilnehmern des Davoser Wirtschaftsgipfels natürlich allzu klar, weshalb zwar Camerons Ausfälle in den Medien naturgemäß Beachtung, bei den Insidern aus Politik und Wirtschaft hingegen nur noch teilnahmsvolle Mienen hervorrufen. Er hat es ja nicht leicht, der Arme. Der Mitleidsfaktor ist da zwar verständlich, aber auch gefährlich. Denn auf EU-Gipfeln reden die Briten logischerweise kräftig mit und sie können, auch wenn sie sich heraushalten und selbst nichts beitragen, doch die Ideen der anderen madig machen und gar torpedieren. Natürlich, die bisherigen Bemühungen waren zum Beispiel in Sachen Griechenland nicht der große Wurf. Die wohl abgewogenen Vorstellungen der Bundeskanzlerin aber, vorgestellt und zusammengeführt in ihrer Rede vor dem World Economic Forum, sind weit zielführender als das Einander-Beharken, das der Bürger satthat. Vielleicht ringt man sich ja auf dem nun bevorstehenden EU-Gipfel zu etwas mehr Konstruktivität durch. mehr...
Sonntag 22. Januar 2012

Hauen und Stechen


In den mittlerweile etablierten Pokerrunden zwischen Banken, deren Aufsehern und Staaten werden die Mittel direkter, die Sitten rauer und die Worte – zumindest hinter den Kulissen – deutlicher. Allenthalben erwarten die Beteiligten apokalyptische Reiter und geraten dabei in das Dilemma, die Krise, die sie fürchten, überhaupt erst zu befeuern.

Etwas anderes darf man als Normalbürger aber nicht erhoffen: Die Vielzahl der Stimmen allein, die sich äußern, Vorschläge unterbreiten oder Ultimaten auf die Tische des Hauses legen, lässt kaum etwas anderes zu als das sattsam bekannte Durcheinander. Mit besonders vielerlei Maß wird in der griechischen Schuldenkrise gemessen: Die Banken, vertreten durch ihren internationalen Verband IIF, zeigen sich weitgehend kompromissbereit und sehen durchschnittlich einem Verzicht von mehr als 60% ihres Anleihevermögens ins Auge – sofern eine erkleckliche Zahl von ihnen mitmacht. Was nicht ausgemacht ist. Wohl auch deshalb und vor allem mit Blick auf die sogenannten alternativen Investment-Gesellschaften, vulgo Hedgefonds, droht Griechenland mit gesetzlicher Enteignung, der im Falle eines Falles eine juristische Auseinandersetzung folgen wird, ja sogar muss: Die Hedgefonds sind nicht Herren der Lage, nicht einmal ihres angelegten Geldes, da dies vorwiegend Fremdkapital ist und die Eigenmittel entsprechend vielfach gehebelt. Die Stärke demonstrierenden Fonds sind also viel verwundbarer als die Banken, die mit Eigenmitteln spekuliert haben (wobei die europäischen Staaten alles Regulative getan haben, um das Halten von Staatsanleihen nicht als Spekulation gelten zu lassen). Zusätzlich kommt der IWF aus Washington angeprescht und verkündet Weltuntergänge mehrfach mayascher Ausmaße, sollte nicht 1 Bio. Euro aufgetrieben und verteilt werden können, was man sich schleunigst abschminken muss, denn kein edler Spender, der dazu in der Lage wäre, ist auch willens – allen voran zeigen die USA dem Begehren einen Vogel. Man hat schließlich Wahlkampf und Schulden en masse. Im Falle Griechenlands wird sich mancher Verantwortliche mittlerweile wünschen, man hätte die Möglichkeit einer sauberen Pleite zumindest sondiert, als noch Zeit dafür war. Denn es lebt sich schuldenbefreit weit gelassener als mit einer jahrelangen Rezession, mühsamen Verhandlungen und Klagedrohungen. Die Eurozone hätte allerdings hinnehmen müssen, nicht mehr über jeden Zweifel erhaben zu sein, was den guten Schuldnern höchst unlieb sein muss, denn sie zahlen für ihre eigenen Staatsanleihen dann ebenfalls höhere Zinsen. Und können die Regelung vermutlich nicht aufrechterhalten, dass Banken diese Anleihen ohne Kapitaldeckung wie Bargeld horten dürfen. Die Zeiten sind aber auch so vorbei, denn Vertrauen kommt vor Regulierung, und das ist weg. Die zwangsläufige Folge dieser bösen Klemmen an allen Ecken: Entschuldung wird das Gebot der kommenden Jahre. Und dafür wird, weil Pleite nicht geht, Geld gedruckt werden, viel Geld. Es ist, wie Wirtschaftswissenschaftler errechnet haben, auch gar nicht anders möglich. Viele Privatleute ahnen es schon – wer jetzt noch herkömmlich spart, ist selbst schuld. Inflation heißt das nächste Thema. mehr...
Sonntag 15. Januar 2012

Wende voraus?


Die Finanzmärkte, jene unbekannten Wesen, haben ungeniert Erleichterung gezeigt. Die Marktteilnehmer freuten sich über die Marktteilnehmer. Die einen nämlich schoben ungekannte Berge von Geld in Richtung Südeuropa. Und die anderen (oder auch dieselben) befeuerten vor Freude gleich die Aktienmärkte. So geschehen Mitte letzter Woche, noch ein Auftaktereignis des Jahres 2012, das die Pessimisten Lügen zu strafen scheint.

Spanien bekam an die 10 Mrd. Euro, teils als neuen Kredit, teils als Aufstockung langlaufender Anleihen (weil die Nachfrage so groß war) für weniger als 4% Zinsen. Und Italien brachte alle seine offerierten Papiere für einen Zinssatz von durchschnittlich 2,8% unter, zum Wochenende folgte ein weiterer Fischzug. Damit sind beide Länder billig an Geld gekommen, weit entfernt von jener Schwelle, ab der Schulden als untragbar gelten und die bei etwa 6% bis 7% liegt. Zudem schrammt die italienische Wirtschaft an der befürchteten Rezession vorbei. Nicht ganz so gut sieht es allerdings in Spanien aus. Gemessen am Gesamtbedarf des Jahres ist der Auftakt allerdings nur das Füllen der Portokasse. Wie dem auch sei: Die wildesten Befürchtungen der Skeptiker warten noch darauf, Realität zu werden. Angesichts dessen ist der ausgebliebene Zinsschritt der EZB durchaus verständlich. Denn bei einem Satz von 1% kann man das bisschen Pulver, das noch da ist, ruhig trocken halten. Bei der Februarsitzung bleibt so die Möglichkeit, bei dann womöglich drohender Düsternis noch einmal zu reagieren. Schon jetzt herrscht Besorgnis über eine drohende Kreditklemme – die Banken bekamen ja unlängst genau aus diesem Grund eine halbe Billion Euro für drei Jahre zum geltenden Leitzins. Da winken am Horizont gute Geschäfte. Angesichts dessen sollten die Banken den Eindruck vermeiden, mit Verknappung der ausgereichten Mittel auf höhere Margen zu spekulieren. Bei allem Verständnis für die Zwickmühle, in der sie stecken, nämlich höheres Eigenkapital vorzuhalten bei gleichzeitig fälligen Abschreibungen auf zum Beispiel griechische Anleihen. Derweil knirscht es weiter in Athen: Die Banken mögen wohl wollen, aber die großen Investmentfonds eher nicht so, vor allem die Hedgefonds. Auf Geld verzichten zur Rettung eines Schuldners, auf den man eigentlich Pleitewetten laufen hat, das ist eine harte Aufgabe. Partikularinteressen verhindern einstweilen, dass sich die Rettung wirklich am Horizont abzeichnet. Natürlich sind solche Investoren nicht dem Gemeinwohl verpflichtet. Aber auch aus Eigennutz sollten sie nochmals nachdenken. Wie das World Economic Forum in seinem gerade erschienenen Risikobericht für die Weltwirtschaft feststellt, bedroht die europäische Staatsverschuldung indirekt die Weltwirtschaft, entzieht den Konsumenten Mittel und verschärft die Einkommensunterschiede. Geldanleger trifft das unweigerlich, sei es über Kreditklemmen, Inflation oder sinkende Einkommen. Selbst wenn man nicht eine Stagnation der Entwicklungsländer als drängendes Problem ansehen sollte, die Lebensqualität in den Schwellenländern einen nichts anzugehen scheint: Die Krise ist ein Bumerang und droht, die gewonnenen Erfolge der Globalisierung aufzufressen, einer Globalisierung wohlgemerkt, die ihren Nutzen durch weltweiten Handel erbracht hat und nicht weltweites Herumspielen mit Devisen und Derivaten. mehr...
Sonntag 08. Januar 2012

Primat der Politik?

In der europäischen Schulden- und Finanzkrise, die in ihr drittes Jahr geht, sind Rezepte nicht gerade Mangelware und Schuldige schon gar nicht. Dennoch ist bislang weder geheilt noch geholfen worden, noch sitzen Verantwortliche nicht hinter Gittern. Außer ein paar Bauernopfern und Rücktritten hat es kaum etwas gegeben und vieles wabert nebelhaft durch die Medien und die Expertenrunden. Noch immer ist die Frage nicht beantwortet, wie die Eurozone den Spagat zwischen Sparen und Wirtschaftswachstum schaffen soll. mehr...
Sonntag 18. Dezember 2011

Brust oder Keule? Hopp oder Top? Winner or loser?

von Michael Blumenroth, Edelmetallexperte der Deutschen Bank mehr...
Sonntag 11. Dezember 2011

Letzte Meile

Mit dem jüngsten EU-Gipfel haben die Teilnehmer begonnen, die letzte Meile zu gehen auf dem Weg, der am Ende eine Rettung der Eurozone, vielleicht gar der gesamten Europäischen Union bringen soll. Warum nun nach jahrelangem Zaudern und Zagen, nach Kakofonie und Streit das Ziel nahe sein soll, ist dem Publikum so leicht nicht zu erklären. Aber es ist in der Tat an vielen Kleinigkeiten erkennbar, dass der Streit zwar weitergehen mag, am Ende aber ein Ergebnis stehen wird, das man in den letzten beiden Jahren so zwar herbeiwünschen, aber keinesfalls klar sehen konnte. mehr...
Sonntag 04. Dezember 2011

Gefällt mir das?

Das Multimilliardenunternehmen facebook will alles: Am besten das ganze Internet mit allem Drum und Dran samt seiner Nutzer. Fast mag man gar nicht mehr glauben, dass es da nur ums Geld gehen soll, denn mit rund 100 Mrd. Dollar hochgerechneten Firmenwert und einem unglaublichen Hype um einen möglichen Börsengang 2012 hätte der Kontaktladen schon ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 100. Früher war weniger schwindlig. mehr...
Sonntag 27. November 2011

Geld oder Leben

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Sonntag 20. November 2011

Es bröckelt

Dies ist die gefühlt 100. Kolumne, die sich mit der Finanz- und Schuldenkrise beschäftigt. Bei der verzweifelten Suche nach anderen Themen blieb bislang die Krise stets Sieger: Wen kümmern die Ertragsnöte bei Air Berlin? Wem bereitet die Malaise des britischen Königreichs schlaflose Nächte? Wer interessiert sich noch für die bröckelnde Wirtschaftskraft der USA? Richtig, kaum jemand. mehr...
Sonntag 13. November 2011

Geht’s noch?

Als wäre das Chaos an den Finanzmärkten nicht schon groß genug, müssen einige wohl immer noch Öl ins Feuer gießen. Die angebliche Panne bei der Rating-Agentur Standard & Poor’s hat gerade noch gefehlt. Peinlich daran ist aber keineswegs nur die Tatsache, dass am Donnerstagnachmittag eine Meldung der Agentur über die Herabstufung Frankreichs offenbar unkontrolliert an den sicher nicht kleinen Verteiler von Standard & Poor’s ging. Viel schlimmer war, dass man wohl keine Fehlerkontrolle hat, die diesen Namen verdient. mehr...
Sonntag 06. November 2011

Chaos now!

Die griechische sogenannte Regierung hat in der Woche des G-20-Gipfels in Cannes für muntere Unterhaltung gesorgt. Referendum ja, nein, vielleicht – das war sicherlich ein Hit. Sparen ja, nein, vielleicht – mit der Opposition oder gegen sie, das war ein weiterer Smasher. mehr...
Sonntag 30. Oktober 2011

Vive la Chance!

Die Gipfelbeschlüsse der vergangenen Woche haben nach der üblichen, jeweils gern zur Dramatisierung genutzten Nachtschicht vom Mittwoch die Aktienmärkte zu Höhenflügen animiert und dem Euro auf die Sprünge geholfen. mehr...
Sonntag 23. Oktober 2011

Das ist der Gipfel

Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe von „BÖRSE am Sonntag“ ist nicht abzusehen, wohin der europäische Tanker treibt – denn steuerlos und gefahrgutbeladen ist er allemal. Das ist nun seit Wochen unser Thema und lustiger wird es einfach nicht. mehr...
Sonntag 16. Oktober 2011

Sind wir noch zu retten?

Ja wirklich: Sind wir denn noch zu retten? Die Hektik der Diskussionen um Rettungsschirm, Banken-Rekapitalisierung, Hilfen aus der Dritten Welt laufen doch allmählich völlig aus dem Ruder. Die Barrosoisierung der europäischen Staatengemeinschaft nimmt hysterische Züge an. Was aber ist eigentlich geschehen? mehr...
Sonntag 09. Oktober 2011

Amerika, du weißt es besser …

… oder vielleicht doch nicht? Man meint, in Washington jedenfalls, und dies war vor Kurzem ja nur eine weitere Pirouette in der aktuellen Finanz- und Schuldenkrise, dass die USA den Königsweg aus der Klemme gefunden haben. Und da lassen sie sich von niemandem beirren. Im Gegenteil: Ihr Modell soll auch andere glücklich machen – Europa zum Beispiel. mehr...
Sonntag 02. Oktober 2011

Schwankungen bleiben

Die abgelaufene Woche war wieder ein Musterbeispiel für die Schwankungsbereitschaft der Aktienmärkte. Die wilden Sprünge hatten erneut mit dem Thema Rettungsschirm zu tun: Nachdem der Bundestag mit großer Mehrheit die Ausstattung des Rettungsfonds mit 440 Mrd. Euro gebilligt hatte, war die tags zuvor spürbare Freude der Anleger schon wieder vollkommen verflogen. Denn der Fonds ist ja keineswegs ein Allheilmittel. Weiterhin spaltet sich die Zunft der Ökonomen auf in erbitterte Gegner einer jeden Staatenrettung und solche, die gar keinen anderen Ausweg sehen, will man das Auseinanderbrechen der Eurozone vermeiden. Diese sich glatt widersprechenden Positionen verunsichern die Märkte noch zusätzlich: Da das Vorhaben, Griechenland zu retten, Portugal und Irland weiter zu stützen und ein Auge auf Spanien und Italien zu haben, in solcher Form in der Wirtschaftsgeschichte noch niemals vorgekommen ist, wird man wohl erst aus der Beobachtung der Praxis lernen können, ob es denn nun richtig war, wie man sich das in der EU so gedacht hat. Ein Experiment mit hohem Schadenspotenzial: Gut möglich, dass am Ende Griechenland doch bestätigen muss, was es technisch schon  ist: pleite nämlich. Im schlimmsten Fall wären die Hilfsmilliarden versickert, der Staat zahlungsunfähig und die Bevölkerung auf der Straße. Wobei die bereits ständig stattfindenden Proteste und Demonstrationen eine Gefahr in mehrerlei Hinsicht darstellen. Die griechische Regierung kann offenbar den Betroffenen ihrer Sparmaßnahmen nicht vermitteln, dass es anders nicht geht. Noch sind außerdem viele Wohlhabende de facto ausgenommen von zusätzlichen Belastungen. Da rächt sich, dass es weder genügend Personal noch gut organisierte Abläufe gibt, um Steuern und Zölle einzutreiben. Griechenland bräuchte eine lange Übergangszeit, um die geschlossenen Berufe zu liberalisieren, das Steuersystem anzupassen und die Altersversorgung schonend zu modernisieren. Diese Zeit haben die Finanzmärkte dem Land nicht gelassen. Der Rettungsschirm kauft nun diese Zeit für einen hohen Preis. Befürchtungen sind nicht von der Hand zu weisen, dass das Land nun vom Druck entlastet wird, den die Finanzmärkte über ihre Zinsforderungen aufgebaut hatten. Das ist die reine Lehre: Alles hat einen Preis und es hilft auf Dauer nicht, diesen künstlich zu beeinflussen. Bleibt zu hoffen, dass der europäische Rettungsschirm nicht ohne Geld dastehen wird, ehe Athen die ersten Erfolge der Sparmaßnahmen sehen kann. Bleibt noch die Ansteckungsgefahr. In der abgelaufenen Woche musste Italien bei einer Staatsanleihenauktion mit 5,9% die höchsten Zinsen bieten, seit es Anleihen gibt. Man sagt, dass Belastungen ab 6% für ein Land nicht mehr auf Dauer zu finanzieren sind. Auch Italien also ist schon im Fokus und die Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben nicht dauerhaft geholfen, den Zinssatz niedrig zu halten. Auch von Rom wird also konsequente Sparpolitik erwartet, die die EZB in dem nun öffentlich gewordenen Brief in deutlichen Worten angemahnt hat. Hinter den Kulissen der Euro-Bühne dürfte ein rauer Ton herrschen und die Schwankungen der Märkte sind nicht dazu angetan, die Harmonie in der europäischen Politik zu fördern. mehr...
Sonntag 25. September 2011

Schwanz mit Hund

Die Geschichte des Volkswagen-Konzerns ist, gelinde gesagt, abwechslungsreich. Seine Führer waren stets bemüht, die Bedeutung zu steigern – was natürlich im Sinne eines jeden Unternehmens ist. In jüngster Zeit gehörte zu dieser Strategie auch die Politik gegenüber Suzuki. Das Unternehmen, das zu knapp 20% in den Händen der Wolfsburger ist, will sich freischwimmen. Hinter den Kulissen tobt Streit. Dabei wäre VW gar nicht so sehr auf den kleinen Hersteller angewiesen. Aber es geht um globale Präsenz, und da kennt man kein Pardon. mehr...
Sonntag 18. September 2011

Große Zeiten …

… wie diese erfordern eigentlich große Charaktere auf der Weltbühne, kühne Visionen und notfalls Armeen von Fachleuten, sie umzusetzen. Während die Mutter aller Krisen pausenlos Nachwuchs bekommt und das ganz große Drama schon vor der Tür zu stehen scheint, ist das Ensemble aber offenbar mit zu vielen Clowns, lauten Nebendarstellern oder gar veritablen Knallchargen besetzt. Da scheint es tagtäglich um den Nachweis zu gehen, dass man aus den Fehlern des jeweils gestrigen Tages nichts zu lernen gedenkt. mehr...
Sonntag 11. September 2011

Nine-Eleven

Es jährt sich zum zehnten Mal der Tag des Attentats. Die Terroristen triumphierten – allerdings nur kurz. Sie beendeten ihr Leben mit ihrem Anschlag. Die Weltwirtschaft allerdings war wund geschossen. Ganz abgesehen von den schrecklichen Ereignissen, den furchtbaren persönlichen Schicksalen, konnten die Massenmörder ihr erklärtes Ziel nicht erreichen: Die Destabilisierung der westlichen Welt, ihr erklärtes Hassziel. mehr...
Sonntag 04. September 2011

Aus heiterer Hölle

Es geht halt immer noch ein bisschen schlimmer. Griechenland setzt regelmäßig auf die schlechten Nachrichten noch eins drauf – diesmal ist man sich im hellenischen Finanzministerium sichtlich uneins darüber, ob die Sparziele der Regierung erreichbar sind. So soll das Defizit in diesem Jahr zwischen acht (optimistisch) und neun Prozent (nicht ganz so optimistisch) betragen, erhofft hatte man sich offiziell etwas mehr als sieben. Da gleichzeitig das Wirtschaftswachstum einbricht, ist wenig Hoffnung auf Besserung. Dabei galten die Sparvorhaben der internationalen Gemeinschaft schon als gar nicht mal so ehrgeizig – umso mehr kommen die neuen Zahlen jetzt wie Blitze aus heiterem Himmel, oder, besser gesagt, aus heiterer Hölle. Es müsse schneller gehen mit den Strukturreformen, sagen nicht nur die Vertreter der „Troika“ aus IWF, EU und EZB – nein, das sagt jetzt auch der Finanzminister. Dennoch scheint es Uneinigkeit auch zwischen der griechischen Regierung und den internationalen Aufpassern (oder Entwicklungshelfern, je nach Betrachtungsweise) zu geben. All das ist Wasser auf die Mühlen der Pessimisten. Allerdings wäre es irgendwann einmal interessant zu erfahren, wie weit griechische Kalamitäten solche Indizes wie Dax oder Dow Jones noch nach unten treiben können. Denn irgendwann steht der Buchverlust an den Aktienmärkten in keinem nachvollziehbaren Verhältnis mehr zu den Werten, die in Griechenland und bei den dort engagierten Banken und Firmen zur Debatte stehen. Grob gesagt: Wenn die Verluste eine Höhe erreicht haben werden, für deren Gegenwert man die griechischen Schulden komplett aufkaufen könnte, plus noch die ein oder andere Insel, wird es albern. Dem steht auch nicht entgegen, dass die Wirtschaft, die Unternehmens- und die Verbraucherstimmung auf eine Delle in der Konjunktur hindeuten. Denn die stetigen Katastrophenmeldungen inklusive abstürzender Börsen haben jene Stimmung erst heraufbeschworen, die nun ihrerseits wieder dafür herhalten muss, dass man Aktien verramscht, als gäbe es kein Morgen. Nur bei wenigen Werten lässt sich momentan noch erkennen, dass zwischen zwei Amokläufen übers Parkett auch noch rationale Gründe eine Rolle spielen: bei solchen, für deren Verluste es gute Anlässe gibt, wie etwa die der Energieversorger in Deutschland; und bei solchen, die sogar den Abgang eines genialisch-irrlichternden Chefs verkraften, wie Apple, das man ohne Steve Jobs an der Spitze schon totgesagt hatte. Nur gilt auch hier: Vorher gewusst hat es kaum einer, nur gut erklären kann man es hinterher. Das ist vermutlich aber schon mehr, als man von der Krisenpanik sagen kann. mehr...
Sonntag 28. August 2011

Wege aus der Inflationsfalle

Von Ralph W. Stemper, Head of Public Distribution Germany & Austria bei Barclays Capital in Frankfurt mehr...
Sonntag 21. August 2011

Panik jetzt!

Die deutsche Autoindustrie meldet ungebrochene Nachfrage. Die Chemieindustrie ist insgeheim nicht unglücklich, dass sich das übertriebene Wachstum in China etwas abschwächen dürfte, denn man kommt gar nicht mehr nach. Dem Maschinenbau geht es ähnlich und weiterhin sagen Firmenchefs aus dem Bereich, dass sie jeden qualifizierten Ingenieur einstellen würden, fänden sie ihn denn nur. Die Finanzmärkte allerdings bilden zur gleichen Zeit ein Paralleluniversum. Da regiert die Panik, die tiefsitzende Furcht vor der Rezession in den USA und auch in Europa. Von der ungelösten Schuldenkrise weltweit ganz zu schweigen. mehr...
Sonntag 14. August 2011

Nonsens statt Konsens

Die von der neuen Finanzkrise betroffenen europäischen Staaten verbieten Leerverkäufe von Aktien – ein Zeichen der Hilflosigkeit. Gleichzeitig werden die Kurse grundsolider Unternehmen heruntergeprügelt. mehr...
Sonntag 07. August 2011

Wie geschmiert

„Tod eines Handlungsreisenden“ hieß einst ein Drama, das es von der Bühne auf die Leinwand schaffte. Zu betrauern dabei das Schicksal des armen Vertreters, gespielt von Dustin Hoffman, der an seinen Ansprüchen zugrunde geht und sich permanent etwas vormacht. Es mag sein, dass dieser Film nicht auf dem Schulungsprogramm der Ergo-Versicherung steht. Ja, es ist sogar sehr wahrscheinlich. Für Drama, Verzweiflung, Hölle und Himmel kann der Konzern schließlich ganz ohne dichterische Vorlage sorgen. mehr...
Sonntag 31. Juli 2011

Double Trouble

Nur noch 1,3% Wachstum gab es für die amerikanische Wirtschaft im abgelaufenen Quartal – so schwach war die Ökonomie dort noch fast nie, es ist einfach eine Katastrophe: Die Verbraucher, die mit 60% des Bruttoinlandspodukts normalerweise die Hauptrolle beim Wachstum spielen, wenden sich ab vom Konsum. Sparen ist die neue Botschaft, für Amerika bislang völlig ungehört. mehr...
Sonntag 24. Juli 2011

Endlich gerettet!

Sollte man meinen. Hallo? War da was? Staatenkrise vielleicht? Nein, nicht doch. Endlich wurde ein Europa-Gipfel mal so vorbereitet, dass jeder sein Gesicht wahren konnte und doch etwas dabei herauskam. Nicht weniger nämlich als die Rettung des Euro, der Gemeinschaftswährung einer nicht so richtig existierenden Gemeinschaft. mehr...
Sonntag 17. Juli 2011

Nichts als Stress

Die letzte Woche sollte mal wieder wichtige Erkenntnisse bringen, wie es um das Finanzwesen bestellt ist, konkret um die Stabilität der europäischen Banken: Ein harter Belastungstest, dabei aber ein fairer, das sollte es werden. Basierend auf den in den Banken ausgetüftelten und bewerteten Risiken, die eines bösen Tages dazu führen könnten, dass Wertverluste in den Depots das Eigenkapital dramatisch verringern könnten. mehr...
Sonntag 03. Juli 2011

Nach dem Hürdenlauf

Griechenland hat sich durchgerungen – der von Massenprotesten begleitete Parlamentsbeschluss ist ein erster Schritt, um überhaupt eine Perspektive zu bekommen. Bis die Sparbeschlüsse zu wirken beginnen, dürfte es noch quälend lange dauern; was den Schuldenstand des Landes angeht, so sind frühestens in zwei Jahren deutlichere Rückgänge zu erwarten. mehr...
Sonntag 26. Juni 2011

Die Tiefen des Sommerlochs und das Auktionsfieber

von Michael Blumenroth, Edelmetallhändler der Deutschen Bank mehr...
Sonntag 19. Juni 2011

Die Büchse der Pandora oder des Kaisers neue Kleider

Sieht denn niemand, dass der Kaiser nackt ist? Eine Schlüsselfrage, die den Internetboom und den Neuen Markt anno 1999/2000 verständlich werden lässt. Denn wie im berühmten Märchen zerfällt das Trugbild erst, wenn die ungehörige, unangenehme Frage gestellt wird. Bis dahin glaubt man an das, was einem erzählt wird – statt seinen Augen zu trauen. mehr...
Sonntag 12. Juni 2011

Unheilvolle Rolle

Von den Rating-Agenturen war an dieser Stelle schon hin und wieder die Rede – wenn auch meist am Rande. Ganz allgemein spielen diese Unternehmen in der Medienberichterstattung eine eher untergeordnete Rolle: Zu schwierig scheint das Terrain, zu kompliziert die Erläuterung, wozu man solche Agenturen überhaupt braucht, was sie tun, warum sie es tun oder welchen Einfluss ihre Entscheidungen auf das Alltagsleben der Bürger haben. Es wäre zu wünschen, dass sich dies grundlegend ändert. mehr...
Sonntag 05. Juni 2011

Silber spielt die Hauptrolle

Was für eine Action. Während ich es irgendwie lange nicht mehr ins Kino geschafft habe und das Programm in den letzten Monaten für meinen Geschmack sowieso eher etwas lau war, spielten sich die richtigen Thriller am Edelmetallmarkt ab. Die absolute Hauptrolle gebührte dabei unangefochten dem Silber. mehr...
Sonntag 29. Mai 2011

Teures Stöffchen

Die Wallung ist stets beträchtlich, wenn es um Super, Diesel und verwandte Stoffe geht. So war es nicht nur beim allenfalls gut gemeinten, aber nicht guten Versuch, den Autofahrern einen Sprit mit verdoppeltem Ethanolanteil zu verkaufen, unter gleichzeitiger indirekter Preiserhöhung des herkömmlichen Superbenzins. Es wurde nicht ganz klar, wo denn eigentlich die verträgliche Menge von Ethanol im Sprit liegt – sind es 5%, wie schon lange käuflich, oder 7%, wie es ebenfalls vorkommt, oder doch 10%, wie die neue Produktgruppe es haben sollte? Geschenkt, wir werden es nie erfahren. mehr...
Sonntag 22. Mai 2011

Verlinkt oder gelinkt?

Soziale Netzwerke sind das Gebot der Stunde – sie nicht zu nutzen ist schon fast anrüchig, zumindest unter jenen, die als hip zu gelten haben, sei es aufgrund ihrer Jugend oder sonstiger Attribute des Fortschrittlich-Dynamischen. Dass sich dies an der Börse in klingende Münze verwandeln lässt, ist kein Geheimnis mehr. facebook etwa, noch gar nicht notiert, hat seine Anleger in einem privaten Sell-off bereits glücklich gemacht. Anhand der Kaufpreise, die etwa Goldman Sachs für einen kleinen Anteil an dem Unternehmen gezahlt hat, oder aufgrund der Bewertung von Mitarbeiteraktien schätzt man den potenziellen Wert des Unternehmens auf sage und schreibe 70 Mrd. Dollar. mehr...
Sonntag 15. Mai 2011

Kaufen, verkaufen ...

Wenn einem nichts mehr einfällt, kauft man gern mal ein bisschen ein. Da ist der Kunde eines beliebigen Schuhgeschäftes oder Baumarkts auch nicht viel anders gestrickt als ein hochmächtiger Manager, den sein Bestand einfach langweilt. Während hingegen der Freund des gediegenen Einzelhandels nicht seinen Job verliert, weil er den falschen Schraubenschlüssel gekauft hat, sieht es für einen Mann von Microsoft schon gefährlicher aus. Deshalb kann man sich auch über neue Schuhe herzhaft freuen, bis die Blasen kommen. mehr...
Sonntag 08. Mai 2011

Prügel für die Bank

Wenn es Banken dieser Tage an den Kragen geht, vermutet der unbescholtene Bürger – wohl oft auch zu Recht – dass dies nicht ganz ungerechtfertigt sein könnte. Dabei werden gefühlte Ungerechtigkeiten des (mächtigen) Bankhauses gegenüber dem (hilflosen) Kunden gern als Beleg genommen. Und in der Tat haben sich viele Banken kaum besonders bemüht, kundenfreundlich zu agieren oder zumindest zu erklären, warum sie eine gewisse Marge verdienen müssen und wie sie mit Risiken umgehen. mehr...
Sonntag 01. Mai 2011

Autos zum (Über-)Leben

Zwei Große der deutschen Autoindustrie haben in der letzten Woche über ihren Geschäftsgang berichtet und es scheint als sei der Himmel die Grenze. Wo natürlich das Ozonloch lauert und sich das Kohlendioxid hinterlistig zusammenrottet, aber das muss technologisch voranschreitende Konzerne ja nicht schrecken, im Gegenteil: Diese Herausforderung kann man annehmen. Zumal vom einstigen Schreckgespenst in puncto umweltfreundlicher Antriebe, Toyota, in letzter Zeit höchstens über (Be-)Klemmendes zu berichten war. mehr...
Sonntag 24. April 2011

Big (Brother) Apple

Glänzende Geschäftszahlen wäre eine eher untertriebene Bezeichnung für das, was Apple in der vergangenen Woche präsentierte: Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres und dem ersten, traditionell eher schwächeren des Jahres, steigerten die Computerbauer aus Cupertino in Kalifornien ihre Umsätze um 83%. Daraus blieb ein Gewinn von ungefähr 6 Mrd. US-Dollar hängen. Da niemand so etwas erwartet hatte, stieg der Aktienkurs auf weit über 245 Euro in Frankfurt – das ist dicht am Allzeithoch. mehr...
Sonntag 17. April 2011

Markenkerne

Die deutsche Wirtschaft brummt weiter – eine erstaunliche Entwicklung, die der Wirtschaftsminister natürlich gern und groß herausstellt, zumal es ja sonst nicht viel Erfreuliches zu verkünden gibt. „Made in Germany“ bleibt der Markenkern des Landes, ein Qualitätssiegel, das den Export treibt und Arbeitsplätze hierzulande sichert. Erst neuerdings ist der Binnenkonsum hinzugekommen, der seit Jahren zu wünschen übrig ließ. mehr...
Sonntag 10. April 2011

Nach der Rettung – Krise?

Nun hat sich Portugal nicht länger geziert und sich dem europäischen Rettungssystem für Schuldenkrisenländer unterworfen – und dennoch hört die Kritik nicht auf und die Krise offenbar auch nicht. Die Aufschläge auf die Anleihenzinsen wurden zunächst nicht weniger, ein Phänomen, das man auch bei den Hilfsaktionen für Griechenland und Irland beobachten durfte. Woran liegt das? mehr...
Sonntag 03. April 2011

Banken in der Pflicht

Die Kreditwirtschaft ist eine der nutzbringenden Errungenschaften des Jahrtausends. Sie ist aber Fluch und Segen zugleich. Und es ist natürlich gern gesehen, wenn man auf das Gewerbe eindrischt – schließlich liebt niemand denjenigen, dem man etwas schuldet. mehr...
Sonntag 27. März 2011

Verkehrte Welt?

Wieder einmal zeigt sich ein von Krisen und Katastrophen belastetes Umfeld – und was macht die Börse? Die Kurse steigen gerade auch in Tokio, wo noch immer die Schäden durch das Erdbeben und die folgende Monsterwelle auch nicht annähernd feststellbar sind. Eine ganze Region könnte unbewohnbar werden und das Wüten der Natur war, wie sich nun herausstellte, nicht allein verantwortlich für die Katastrophe – auch Fehler und Vertuschungen des Kraftwerkbetreibers ließen die Ausmaße erst so ungeheuerlich werden. mehr...
Sonntag 20. März 2011

Cash is King (Nur Bares ist Wahres)

Auweia. Gerade eben haben wir noch über das Schneechaos geflucht, das Weihnachtsfest gefeiert und das neue Jahr eingeläutet, und schon gehen wir mit Riesenschritten aufs Quartalsende zu. Am besten merkt man das daran, dass in der Fußballbundesliga wie jedes Jahr reihenweise aus Panik, die Saisonziele zu verpassen, die Trainer fliegen. Und dass die Tage länger werden und die Verwirrung zunimmt, wann und wie die Uhr vor oder zurück auf die Sommerzeit umgestellt wird.
Gut so, bevor ich meine Winterkleider endgültig in den Schrank verbanne und versucht bin, das absolute Modeverbrechen zu begehen, kurzärmelige Hemden ins Büro anzuziehen – schäm! –, Zeit für eine Bilanz der Edelmetallmärkte in den ersten Monaten. mehr...
Sonntag 13. März 2011

Schulden bremsen

Das Thema Verschuldung wird die nächsten Jahre bestimmen – und zwar global ebenso wie europäisch, auf Bundes- und auf Länderebene: Nicht Betroffene wird es kaum noch geben. Die jüngsten Entwicklungen auf den europäischen Kreditmärkten klingen weiterhin beunruhigend, die Herabstufung Spaniens durch die Ratingagentur Moody’s hat in der vergangenen Woche wieder für Wirbel gesorgt. mehr...
Sonntag 06. März 2011

Wahn und Wahnsinn

Die Bundesbürger machen nicht jeden Unfug mit, das ist eine gute Nachricht. Der Blödsinn mit dem E10-Benzin jedenfalls stößt vielen sauer auf. Nicht nur, dass die Verträglichkeit längst nicht bei jedem Auto gegeben ist, nein auch die mangelhafte Information seitens der selbst ernannten staatlichen Umwelt- und Klimaschützer verunsichert die Leute. Aber was Klima angeht und dessen Schutz vor was auch immer ist es vom Wahn zum Wahnsinn nur ein kleiner Schritt. mehr...
Sonntag 27. Februar 2011

Banken auf Sinnsuche

Die Banken berichten – in der vergangenen Woche gab es da zwei der Großen, die ihr Fortkommen der Öffentlichkeit vorstellten. Die Commerzbank sorgte dabei für etwas Verwirrung beim Publikum, weil man einmal hautnah miterleben konnte, wie man sich arm oder reich präsentieren kann, je nachdem, welches Bilanzierungsverfahren man verwendet. Die Frage des Normalverbrauchers, die sich unmittelbar aufdrängt, muss wohl so oder so ähnlich gelautet haben: „Ja, wie viel Geld hat sie denn nun, die Commerzbank, und was hatte sie ein Jahr zuvor?“ Klingt berechtigt und es ist schwer zu vermitteln, dass man nicht einfach mal in den Keller gehen kann und nachzählen. mehr...
Sonntag 20. Februar 2011

Himmlische Aussichten, höllische Gefahren

Ehen, die im Himmel geschlossen werden, können ebenso an Auszehrung leiden und geschieden werden wie ganz gewöhnliche, irdische. Das weiß man seit DaimlerChrysler (spätestens), deren Schicksal sogar eher unterirdisch war. Dennoch – man versucht es immer wieder und manchmal geht es ja auch gut. Dass es immer mal wieder knirschen kann, vor allem, wenn einer der Chef sein will, gehört zum Leben. Doch was die Deutsche Börse und die New Yorker NYSE jetzt vorhaben, knarzt ja schon lange, ehe es überhaupt vollzogen wird. mehr...
Sonntag 13. Februar 2011

Schmierenkomödie

Das Hickhack um den Rückzug Axel Webers von der Bundesbankspitze ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Wo leben wir eigentlich? Beleidigte Leberwürste wohin man blickt. Der Bundespräsident und nun der Bundesbankpräsident – das sind zwei Positionen in diesem Land, denen ein Hauch von Ehre anhaftet, den es nicht noch einmal gibt. Horst Köhler, tief verletzt, wirft das Handtuch – Professor Weber, mangelhaft unterstützt von der Politik, ebenso. mehr...
Sonntag 06. Februar 2011

Geliebt und gehasst

Die Deutsche Bank hat geliefert – Zahlen nämlich, und keine schlechten. Das größte deutsche Institut ist fast unbeirrbar unterwegs, was bei den stürmischen Zeiten schon eine Leistung ist. Wie kommt die zustande? mehr...
Sonntag 30. Januar 2011

Die Unwägbarkeiten der Welt

Wir glauben, wir sind die Beherrscher des Universums – und merkwürdigerweise erteilt uns das Universum immer wieder eine Lektion in Bescheidenheit. Nun, wir haben einen Aufschwung, zumindest in Deutschland. Wir haben eine tragfähige Technologie. Und wenn man den Managern glaubt, die in Davos zum alljährlichen Gipfeltreffen versammelt sind, hält unser Modell auch noch jahrelang vor. Aber warum, und wie soll das gehen? mehr...
Sonntag 23. Januar 2011

Der Boom hält an

110,3 Punkte – so hoch stand der ifo Geschäftsklimaindex noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Bei Vorlage der Zahlen zeigten sich die Experten des Konjunkturforschungsinstituts selbst erstaunt. Hatte man doch mit einer Verschnaufpause beim neuen deutschen Wirtschaftswunder gerechnet, zumindest einer kleinen. Aber nichts da, die wie stets vom ifo Institut befragten 7.000 Unternehmenslenker glauben fest an eine anhaltend steile Konjunktur. Nicht auszuschließen, dass die Bundesregierung ihre Prognose für 2011, die bisher bei 2,3% Wachstum liegt, im Frühjahr bereits nach oben korrigieren wird. mehr...
Sonntag 16. Januar 2011

Chips mit Zukunft

Die Computerindustrie boomt – und ihre Zulieferer auch. In der vergangenen Woche hat der amerikanische Hersteller Intel berauschende Zahlen vorgelegt: 3,4 Mrd. Dollar Gewinn, eine Steigerung um 47%. Das beste Geschäftsjahr in der Geschichte sei es gewesen, so Intel-Chef Paul Otellini am Freitag. Und: „2011 wird noch besser.“ mehr...
Sonntag 09. Januar 2011

Magie der großen Zahl

Noch keiner, der am Aufpumpen einer richtig großen Blase beteiligt war, hat deren Platzen kommen sehen. Kein Wunder: Wenn einem schier schwindlig wird ob der Magie der schieren Größe, und die Seifenblase aus der Nähe aussieht wie ein ganz eigenes Universum, will man das Implodieren nicht für möglich halten. Auch der abseits stehende Skeptiker hat keine Traumrolle: Mag er auch das Schillern des Ganzen als eine Mischung aus Luft und eingeseiftem H2O erkennen, man wird ihm nicht glauben. mehr...
Sonntag 19. Dezember 2010

Zur Besinnung

Die Wogen schlagen weiter hoch im Dauerkrisenkrimi rund um die Teilnehmerstaaten der so unfreundlich PIGS-Gruppe genannten Euroländer Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Auch nach dem Gipfel, der eher nicht Spitze war, bleiben mehr Fragen offen und Konten leer, als man es sich gewünscht hätte. Mehr war zwar nicht zu erwarten, aber: Etwas mehr Entschlossenheit und möglicherweise sogar Begeisterung hat das Projekt vielleicht verdient, ohne das es rapide bergab gehen würde in der Eurozone. mehr...
Sonntag 12. Dezember 2010

Neue Arroganz?

In der Schuldenkrise europäischer Länder, fälschlich inzwischen fast durchgehend als Eurokrise bezeichnet, spielt Deutschland, wen mag es verwundern, eine Schlüsselrolle. Als Zahlmeister, so bezeichnen es Gegner der gemeinsamen Währung. Als steuernde Kraft gegen die Krise, so die etwas freundlicheren Versionen. Es mag eine Rolle spielen bei der Kritik von außen, dass die deutsche Wirtschaft boomt. mehr...
Sonntag 05. Dezember 2010

Bescherung für Hasardeure

Diesen Winter wird es den Spekulanten ganz warm ums Herz: Es ist fast die beste aller Welten für Anleihefans. Die jahrelang als langweilig geltenden Papiere, allenfalls Beimischung für wachstumsorientierte Depots, genießen plötzlich höchste Aufmerksamkeit. Schnell und geschickt haben es Investoren geschafft, die Krise und die Krisenmechanismen für sich arbeiten zu lassen. Wer eine 100-Euro-Staatsanleihe zu 70 kaufen kann, zweistellige Renditen kassieren und am Ende sein Geld noch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wiederbekommen will, der greift zu im Euroland. mehr...
Sonntag 28. November 2010

Die Musik spielt auf den Edelmetallmärkten

von Michael Blumenroth, Edelmetallhändler Deutsche Bank mehr...
Sonntag 21. November 2010

Magische Kräfte

Die Story geht weiter. Die Legende lebt. Die Krise ist überwunden, wir sind wieder wer und fahren wieder was. So in etwa lauten einige der vielen inhärenten Botschaften, die der Börsengang des ehemals größten Automobilherstellers der Welt mit sich trug, schon ehe die Glocke, nein, die Hupe an der Wall Street den Success verkündete: Mit gut 50 Mrd. Dollar bewertet die Börse den amerikanischen Hersteller General Motors, frisch genesen und aus der Insolvenz vor 16 Monaten wieder aufgetaucht – das nächste Modell müsste eigentlich Phoenix heißen. mehr...
Sonntag 14. November 2010

Zeitenwende

Was man in Seoul dieser Tage beobachten kann, beim G-20-Gipfel der wichtigsten Industrienationen und Schwellenländer, ist nichts weniger als eine Zeitenwende. Dieses Treffen in der südkoreanischen Hauptstadt wird mit Sicherheit eines Tages als eine Zäsur betrachtet werden: Irgendetwas hat sich verändert und tritt hier nun zutage – man weiß noch nicht, mit welchen Folgen, aber es ist da. mehr...
Sonntag 07. November 2010

Zukunft Europa?

Die US-Notenbank (Fed) öffnet sämtliche Schleusen und verspricht notfalls einen Dammbruch, wenn die amerikanische Konjunktur nicht endlich anzieht. Ist das nun ein Versprechen oder eine Drohung? Die Vernunft vermutet Letzteres, die Aktienmärkte haben sich für das Erstere entschieden. Auch wenn es zum Wochenschluss noch einen kleinen Dämpfer für die Freunde des gepflegten Aktienhandels gab – die Börsen sahen sich reich beschenkt. mehr...
Sonntag 31. Oktober 2010

Der Ball ist eckig ...

... und ein Börsenspiel dauert so lange, es eben dauert. Die Fußballweisheiten können sich teils mit den bekannteren Börsenweisheiten in den Disziplinen des Beliebigen und des Nichtssagenden durchaus messen. Ansonsten aber scheinen hier Welten aufeinanderzutreffen, die einander nicht ganz grün sind. In diesen Tagen ist Borussia Dortmund zehn Jahre börsennotiert. Als das Großereignis damals anstand, Ende Oktober 2000, rauschten die Torjäger mitten im Hoffen und Bangen der Endzeit des Neuen Marktes aufs Parkett. Um es kurz zu machen: Der Ausgabekurs von 11 Euro wurde nie wieder erreicht – Dortmund war zeitweise ein Pennystock. Vielleicht aber muss man es den Borussen schon hoch anrechnen, dass sie überhaupt noch notiert sind, auch wenn zum Emissionskurs um die 500% fehlen mögen. mehr...
Sonntag 24. Oktober 2010

Tricks und Finessen

Es geht mal wieder rund bei einem der sich selbst als neu und andersartig gerierenden Unternehmen. Teldafax, Anbieter von fast konkurrenzlos günstigem Strom, macht offenbar die alte Weisheit wieder einmal für alle erfahrbar: dass nämlich etwas, was zu schön ist, um wahr zu sein, in aller Regel auch nicht wahr ist. In diesem Fall wohl die Idee, mit dem Verkauf von etwas unter den denkbar niedrigsten Preisen auch noch erfolgreich wirtschaften zu können. mehr...
Sonntag 17. Oktober 2010

Krise im Brutkasten?

Die amerikanischen Banken erfreuen sich steigender Beliebtheit bei ihren Aktionären; die Großen der Branche präsentieren sich dieser Tage als gesund und munter. Fast eine schöne neue Welt, wären da nicht die hässlichen Begleitumstände der vorgeblichen Sanierung des Sektors. mehr...
Sonntag 10. Oktober 2010

Keinen Krieg, bitte! mehr...
Sonntag 03. Oktober 2010

Schutzgeld

Der Wolf im Schafspelz ist eine Erscheinung, die offenbar nicht aussterben kann. Es gibt einfach zu viele Schutzlose, die Hilfe brauchen, und da bewirbt sich eben auch mancher als Retter, der es nicht verdient hat, und treibt das Schutzgeld ein, von dem er lebt. Nie reicht es überdies, und wenn ein Streiter für die Entrechteten und Geknechteten im Laufe der Jahre sieht, wie leicht einer übers Ohr gehauen werden kann und wie selten die Schuldigen belangt werden – ja, welche übermenschlichen Charaktereigenschaften braucht denn so ein Sheriff, um nicht zum Gangster zu werden? mehr...
Sonntag 26. September 2010

Gold glänzt wieder, Silber auch

Von Michael Blumenroth, Edelmetallhändler Deutsche Bank

Endlich geschafft. So schön ein Sommer auch sein mag, so öde war die schönste Jahreszeit an den Metallmärkten. Die etwas reiferen Semester unter uns erinnern sich sicher an den Film „Spiel mir das Lied vom Tod“. Die Anfangsszene, wenn die Bösewichte gelangweilt am Bahnhof auf die Ankunft von Charles Bronson warten. So ähnlich zogen sich Juli und August an den Metallmärkten hin – gruselig! Aber als alter Hase an den Metallmärkten weiß ich: Je öder der Sommer, desto heißer der Herbst. Je schlechter die Generalprobe, desto besser die Premiere in der Oper. Je mieser die Vorbereitungsspiele, desto besser die WM. Normalerweise zumindest. Gold ließ sich nicht lumpen und hat tatsächlich nun neue Allzeithöchststände erreicht. Und das alles ohne Euro-Krise, ohne den Zusammenbruch von Lehman oder anderen Banken, ohne den Rückzug von Jogi Löw, ohne Einmarsch der Marsmännchen oder anderer widriger Ereignisse, die eine Flucht ins Gold nahegelegt hätten. Beeindruckend. Gold ist einfach so stark, weil es, nun ja, Gold ist. Der Fachmann, also jeder von Ihnen, geneigte Leser, weiß ja, dass der Herbst DIE Saison fürs Gold schlechthin ist. Wenn in München die Maßkrüge gestemmt werden und das kühle Blonde durch durstige Kehlen rinnt, dann ist das für gewöhnlich die Zeit, in der auch das kühle güldene Metall seine Hoch-Zeit erlebt. Seit Jahren versuche ich, irgendeinen tieferen Zusammenhang zu finden, aber irgendwie ist mir das bis jetzt noch nicht gelungen.

Noch viel imponierender war allerdings die Rallye, die der kleine Bruder des Goldes, das Silber, hingelegt hat. Leser, die wie ich kleine Brüder haben, kennen vielleicht das Problem. Meiner war ständig frustriert, weil er nicht so groß, so stark, so hübsch, so intelligent und – ähm – so bescheiden wie ich, sein großes Vorbild, war. Armer Kerl. Das Leben kann hart sein. Aber, ganz selten hatte auch mein Bruder 15 Minuten, wo er mal im Mittelpunkt stehen durfte: So ist es gerade auch mit dem Silber. Es steht sonst immer im Schatten des Goldes, es kostet wenig und fällt – ich traue mich kaum, es zu sagen – als Abfallprodukt an, wenn z. B. Kupfer aus der Erde gebuddelt wird. Tragisch irgendwie. Nichtsdestotrotz, während Gold im September bis jetzt nach oben kriecht, zeigt Silber gerade, was eine Harke ist. Der höchste bezahlte Preis bis zum 21. September lag bei 20,9975 USD/Unze. Wirklich eine Schande, dass es nicht ganz für die 21 gereicht hat. Interessant wäre es, wenn 21,34 USD/Unze durchbrochen würden. Dies war der höchste gehandelte Preis, damals im Frühjahr 2008, als es noch Lehman Bros. gab und Öl bei 150 USD/Barrel stand. Sollte Silber nachhaltig darüber handeln können, dann würde es endlich erwachsen werden. Ganz alte Hasen erinnern sich vielleicht noch an eine der größten Spekulationen aller Zeiten, die Gebrüder Hunt, die damals den Silbermarkt leergekauften und den Preis verzehnfachten auf bis 50 USD, bevor alles wieder in sich zusammenbrach. Aber zu der Zeit habe ich eher mit meiner Holzeisenbahn gespielt als auf die Metallmärkte geschaut. Sollte Silber tatsächlich noch mal so teuer gehandelt werden, dann, aber wirklich erst dann, würde ich sagen, es ist genauso gut wie sein großer Bruder, das mächtige glänzende Gold. mehr...
Sonntag 19. September 2010

Nicht schlau am Bau

Es gibt Angebote, die man nicht ablehnen kann – es gibt auch welche, aus denen man nicht schlau wird, und so geht es derzeit im Bausektor zu. Der spanische Riese ACS ist aus den Tiefen des umbauten Raumes gekommen, hat die bejammernswerte spanische Betonwüste hinter sich gelassen und will mit Hochtief glücklich werden. mehr...
Sonntag 12. September 2010

Aufschwung, Müh’ und Sorge

Es geht prächtig voran, die Situation ist schon fast surreal: Deutschland erlebt einen Aufschwung und einen Fortschritt auf fast allen Wirtschaftsgebieten, wie es das seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Das sind neue Töne aus einer Analyse des "World Economic Forum" (WEF), das durch seine jährlichen Wintertreffen im schweizerischen Davos bekannt geworden ist, sich aber sehr viel mehr als Think Tank begreift und Studien zu wirtschaftlichen Verhältnissen weltweit unternimmt. mehr...
Sonntag 05. September 2010

Kapital ist kein Konzept

Karstadt gerettet? Nach dreizehn Monaten in der Insolvenz soll es bergauf gehen mit dem Kaufhauskonzern, so der Investor Nicolas Berggruen, der sich als glücklich bezeichnete, dass die Übernahme der „Kultmarke“ in letzter Minute geklappt hat. Hilfreich war sicherlich, dass von den Anteilseignern und Gläubigern des Vermieter-Konsortiums Highstreet niemand den Schwarzen Peter haben wollte: Derjenige zu sein, der einem Mietnachlass nicht zustimmt und damit bei Karstadt den Stecker zieht. Die geforderten 400 Millionen Erleichterung bekam Berggruen so zusammen. mehr...
Sonntag 29. August 2010

Keinarmbanditen

War das eine Mühe, sich an einen Tisch zu setzen! Und dann auch noch eine Empfehlung zu erreichen! Zum Glück hat man nicht versucht, alle Beteiligten zu einer Einigung zu bringen, denn dann hätte man die Konferenzräume sicher schon für die nächste Generation mitbuchen müssen. So aber, dem Himmel sei Dank, ging es nur um die privaten Banken, die sich einigermaßen und unverbindlich einigen mussten: Was darf der Geldautomat dafür schlucken, dass er etwas ausspuckt? mehr...
Sonntag 22. August 2010

GM – Comeback an der Börse?

General Motors ist wieder wer, so die Botschaft dieser Tage aus Detroit. Nach den Gewinnzahlen des zweiten Quartals und dem Abtritt des Interims-Chefs, Ed Whitacre, soll es nun im Parforceritt zurück an die Börse gehen, am besten noch im Laufe des Oktobers. Der Börsenprospekt ist gedruckt, und er erlaubt einen Blick in die Seele des Konzerns. Anhand der aufgezählten Risiken lässt sich gut vorstellen, was im schlimmsten Fall droht. mehr...
Sonntag 15. August 2010

Sei nicht ganz böse

Google entwickelt sich rasant – das war schon am Anfang so, als das Startup-Unternehmen mithilfe seiner mathematischen Algorithmen die Suche nach Begriffen im Internet verfeinerte und Ergebnisse lieferte, die so kein anderer Robot im Netz auflisten konnte, die Gründer Page und Brin wurden rasch Millionäre, dann Milliardäre, und blieben äußerlich College Boys. Rein äußerlich. Mit Eric Schmidt als Chef des Ladens fanden sie einen, der sich aufs Geschäftliche verstand und dafür sorgte, dass der aufstrebende Konzern mit dem Motto „Sei nicht böse“ nicht zu gut wurde. mehr...
Sonntag 08. August 2010

Hilfe, ich werde gebraucht!

Es ist gar nicht so lange her, dass die Industrie und das Handwerk beschimpft und bedrängt wurden – jedes Jahr im Spätsommer offenbarte sich da das Dilemma, dass Jugendliche zwar mit Schulabschluss (hoffentlich), jedoch ohne Ausbildungsplatz dastanden. Es gab dann jedes Mal Versprechungen und Beteuerungen: Ja, jeder ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Mensch werde eine Stelle erhalten – was stets Zweifel hervorrief. Wirklich jeder? Die Einschränkungen machten schon deutlich, wo das Problem oftmals lag: Stelle und Bewerber passten einfach nicht zusammen. mehr...
Sonntag 01. August 2010

Ist die Luft raus?

Der DAX hat beachtlich zugelegt in den letzten Monaten – doch jetzt, wo die Unternehmen glänzende Ergebnisse vorlegen, scheint die Luft raus zu sein. Dass der Index sich ins Minus bewegt, wenn gute bis sehr gute Zahlen veröffentlicht werden, ist schon vorgekommen. Aber die Massierung von Erfolgsmeldungen bei gleichzeitig scharfem Kursknick ist doch schon sehr auffällig. In der abgelaufenen Woche traf es die „Dickschiffe“ der deutschen Wirtschaft: Daimler, MAN, Volkswagen oder auch BASF. MAN konnte seinen Gewinn knapp verdoppeln, BASF gar mehr als verdreifachen. VW legte zweimal so hohe operative Ergebnisse vor wie im Vorjahreszeitraum. mehr...
Sonntag 25. Juli 2010

Stress durch die Bank

Vierzehn systemrelevante Institute, und (fast) alle sind sie gesund und munter – wenn das mal nicht beruhigend ist. Sie alle haben Fragebögen nach London geschickt und ausgewiesen, wie sie dastehen würden, sollte die Hölle losbrechen und ringsum das Vertrauen purzeln ebenso wie die Kurse und die Kreditwürdigkeit. Aber möglichst nicht all das auf einmal, denn das hält ja die beste Bank nicht aus. Die es übrigens so gar nicht gibt: Jedes Institut hat irgendwelche Schwachpunkte, nur umwerfen dürfen sie es natürlich nicht, sollte mal etwas schiefgehen. Der nun veröffentlichte Stresstest unter 91 europäischen Bankhäusern weist eine Menge Leichen in den Kellern aus, meist aber nicht in Deutschland. Hierzulande ist die Hypo Real Estate (HRE) in München der größte Sorgenfall, der aber insofern nicht beunruhigend sein sollte, weil das Haus vollständig in Staatsbesitz ist und im Falle eines Falles einfach mehr vom Gleichen bekommen würde: Steuergeld nämlich. Irgendwie lustig, dass Gefahr für das Finanzwesen in Deutschland so richtig nur von einer Bank ausgeht, die sowieso gar nicht allein wirtschaften und überleben kann. Da der Stresstest im Grunde ja auch zeigen soll, wie gefährdet der Steuerzahler ist, hätte die HRE genau genommen gar nicht teilnehmen müssen. Was der Bürger an ihr hat, weiß er längst. mehr...
Sonntag 18. Juli 2010

Nichts Goldman, was glänzt

550 Millionen Dollar sind kein Trinkgeld, aber so richtig viel ist es auch nicht, wenn man gut 13 Milliarden verdient – jedes Jahr. Und so hat die Börse folgerichtig reagiert, als sie Goldman Sachs höher eingruppierte nach dem Vergleich mit der amerikanischen Finanzaufsicht SEC. Goldman Sachs, so eine Art BP der Finanzbranche, die Finger immer mit drin, wenn etwas unsympathisch ist oder irgendwie einen Geruch und ein Geschmäckle hat, kauft sich ein bisschen frei vom letzten großen krummen Geschäft. mehr...
Sonntag 11. Juli 2010

Essen auf Rädern

Es war einmal eine Firma, in Amerika natürlich, die hatte zu den Boomzeiten des Neuen Marktes die Idee, sich über das Internet rufen und bitten zu lassen – und brachte dann, so die Theorie, Lebensmittel frei Haus. Das Ganze auch noch börsennotiert und als letzter Schrei der Technisierung. Das Konzept ging schief, die Firma namens „Webvan“ geistert in Form wertloser Aktien noch heute durch die Kurszettel, wohl weil das Geld nicht gereicht hat, um nach den Lieferwagen auch noch die Notierung stoppen zu lassen. mehr...
Sonntag 04. Juli 2010

Minimalismus

Es hat nicht ganz geklappt mit dem Handeln nach gesundem Menschenverstand, die politische Ranküne war stärker. Nein, die Rede ist nicht von der deutschen Bundespräsidentenwahl. Die Rede ist vom amerikanischen Finanzmarktgesetz, dessen Hauptteil, die Bankenabgabe, man großspurig als „Financial Crisis Responsibility Fee“ angekündigt und nun ziemlich still beerdigt hat. Vermutlich aus dem gleichen Geist heraus, der die konservative Mehrheit des amerikanischen höchsten Gerichts dazu bewog, das Recht auf privaten Waffenbesitz zu stärken, obwohl durch Schusswaffengebrauch jährlich die Einwohnerzahl einer mittleren Großstadt ausgelöscht wird, in der Mehrheit Unbeteiligte. mehr...
Sonntag 20. Juni 2010

Woche der Entscheidungen

Es war reichlich Futter, das man den hungrigen Finanzmäulern vorsetzte in der abgelaufenen Woche, bis hin zum dramatischen Fußballereignis des Freitags, das das Frankfurter Börsenparkett zeitweise in eine andere Art von Fieber versetzte als das, welches man sonst mitunter zu sehen gewohnt ist – wahrscheinlich war die Aufregung annähernd so groß wie beim legendären New Yorker Crash vom Mai, als eine offenbar falsche Tastatureingabe den Dow Jones in den Orkus katapultierte. Dabei waren andere Ereignisse nicht so ohne. Zum einen wäre da BP – der Konzern erlaubte sich in den USA bei diversen Gesprächen und Anhörungen ein durchaus gemischtes Bild, meist war es das eines Getriebenen, der ratlos vor den Folgen des eigenen Handelns steht und sich über die Schlamperei wundert, die im eigenen Strafraum dazu führte, dass nun jeder Schuss sitzt. Nicht ganz allerdings wirkte das traurige Bild der BP-Manager auf die Börse so, wie man das hätte erwarten können. Nach der Zusage, 20 Mrd. Dollar in einen Entschädigungsfonds einzuzahlen, der die gröbsten Schäden bis 2013 abdecken soll, erholte sich der BP-Kurs, wenn auch von einem stark gestutzten Niveau aus. Die Anleger erhoffen sich erste Klarheit darüber, was die ganze Malaise im Golf von Mexiko BP kosten könnte, und mit dieser „Hausnummer“ schien sie zunächst gegeben. Allerdings: Die Risiken sind schier unermesslich, wenn man bedenkt, dass ja noch nicht einmal die Ursache des Desasters einigermaßen im Griff ist. Andererseits: Auch die amerikanische Regierung muss sich kritisieren lassen, nicht zuletzt angesichts der Vorgänge in ihrer Mineralien-Überwachungsbehörde, die sich wohl wie eine Art Außenstelle der Ölindustrie aufgeführt hat. Und am Ende zählen nur Zahlen: Eher gehe die US-Regierung bankrott als BP, ließ sich ein Analyst in New York vernehmen. Nicht ganz abwegig: BP hat im letzten Jahr 17 Mrd. Dollar verdient, in den letzten Jahren allein aus dem operativen Geschäft 91 Mrd. Dollar erlöst, sitzt auf 18 Mrd. Fass Öl und hat Rechte und Anlagen weltweit, die ein Vielfaches wert sind. Dass man angesichts dieses Reichtums die Dividende für ein Dreivierteljahr ausfallen lässt, ist daher wohl eher dem Bedürfnis nach einem besseren Image als wirklicher Notwendigkeit geschuldet. BP wird vermutlich mit dem Ruf des nicht ganz sauberen Konzerns leben müssen, erst einmal – aber auch leben können. mehr...
Sonntag 06. Juni 2010

Alte Sünden

Die Ölpest im Golf von Mexiko wird für den britischen BP-Konzern zu einer traumatischen Erfahrung. Nur, dass man sich diese allein selbst zuzuschreiben hat. Die wütende Schuldzuweisung an andere Beteiligte wie etwa den Ausrüster Halliburton oder den Plattform-Betreiber Transocean, hat man unter der Last der Fakten einstellen müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass BP von dieser Seite einen Teil der immensen Kosten des Desasters wird eintreiben können. mehr...
Sonntag 30. Mai 2010

iBoom

Der ehemalige Computerhersteller und heutige Unterhaltungskonzern Apple hat in der vergangenen Woche zweimal die Schlagzeilen der Fachwelt beherrscht: Zum einen kam am Freitag in Deutschland das neue Computer-Tablett „iPad“ in den Handel – mit mehrwöchiger Verspätung und erstaunlich vielen begleitenden Erwähnungen in fast allen Medienformaten, viele davon ziemlich kritisch – und zum anderen überholte das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino den Softwaregiganten Microsoft an der Börse in puncto Firmenwert: Apple ist nun der wertvollste Technologiekonzern der Welt. Das ist mehr als erstaunlich, denn noch vor gut zehn Jahren sah sich Apple Computer Inc. dicht am Abgrund – und musste von Microsoft mit einer Beteiligung von 150 Mio. US-Dollar vor dem Untergang gerettet werden. mehr...
Sonntag 23. Mai 2010

Rette sich, wer kann

Was wären die möglichen Alternativen zur Griechenland-Hilfe? Das fragt man sich, nachdem nun die insgesamt 750 Milliarden Euro auf dem Tisch des Hauses liegen, um schwächelnden Ländern der Eurozone zu helfen. So allmählich beginnen die Regierungen nämlich über die Folgen nachzudenken: Für ihre Haushalte, für die Bürger, für den Eurokurs. Die Märkte jedenfalls haben sich nicht gerade beruhigt, an den Börsen geht es munter hin und her, und die Volatilität nimmt eher noch zu. Es herrscht Unsicherheit rund um den Globus, und dies natürlich auch, weil eigentlich kein Land sicher davor ist, nächstes Opfer der Finanzkrise zu werden. Die nämlich greift nun erbarmungslos vom privaten Sektor auf den staatlichen über. mehr...
Sonntag 16. Mai 2010

Das muss doch nicht sein

Was treibt Josef Ackermann? Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank stellt im Fernsehen so allerlei Mutmaßungen an – über dies und jenes, dies und das, und auch über Griechenland. „Wird schwer“, so sagte er in etwa, dass die ihre Schulden so schnell zurückzahlen. Und die anderen Schwerenöter auch, wo wir schon mal dabei sind. Am Ende könnte tatsächlich noch eine Umschuldung stehen. Wenn die Kraft der Griechen halt doch nicht reicht. Und so. mehr...
Sonntag 09. Mai 2010

Chaos in Amerika

Manchmal versteht man die Welt nicht mehr und wenn man sie dann wieder versteht, ist sie rätselhaft. So etwa am Donnerstagnachmittag, Ortszeit New York, als die Kurse der im Dow Jones wie auch in der NASDAQ vertretenen Wertpapiere plötzlich durchschnittlich 10 Prozent ihres Wertes verloren. Was um Himmels willen hatten denn Procter & Gamble oder Apple in dieser Sekunde simultan falsch gemacht? mehr...
Sonntag 25. April 2010

Gegenwind für Goldmänner

Goldman Sachs steht in der Kritik. Das ist der harmlose Ausdruck für eine Entwicklung, die der erfolgsgewohnten und entsprechend auftretenden amerikanischen Investmentbank diesmal wirklich gefährlich werden könnte. Denn Kritik an einem weltweit auf allen Feldern des Handels und der Beratung um Firmenübernahmen, Investments und Strategien tätigen Bankhaus dürfte eher Alltag als Ausnahme sein. Diesmal aber kommt es knüppeldick; und seit die ersten Vorwürfe der amerikanischen Börsenaufsicht, verbunden mit einer Zivilklage, in die Schlagzeilen gerieten, seit Mitte April also, vergeht kaum ein Tag ohne neue Enthüllungen, Nadelstiche, Indiskretionen. Kernpunkt der Anschuldigungen in den USA war der Vorwurf, krumme Geschäfte ermöglicht zu haben: Ein Hedgefonds-Manager durfte sich demnach ein Portfolio zusammenstellen mit möglichst schrottigen Immobilienkrediten, gegen das er dann wetten wollte, während Goldman nichtsahnenden Anlegern das Papier als renditestarke Anlage angepriesen habe. Nicht weiter verwunderlich, dass Goldman Sachs das alles empört zurückweist. mehr...
Sonntag 18. April 2010

Gefährliches Tempo?

Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 um 11,9 Prozent gewachsen. Wenn man diese Statistikangabe liest, denkt man zuerst an einen Kommafehler – denn wäre diese Zahl aus Europa berichtet werden, so hätte sie mit viel größerer Wahrscheinlichkeit 1,19 heißen müssen. Daran haben wir uns fast gewöhnt. mehr...
Sonntag 11. April 2010

Himmelshochzeiten

Während die Autoindustrie sich müht, Allianzen zu schmieden, die in dem ein oder anderen Fall mehr oder weniger smart erscheinen mögen, tobt am Himmel ein Kampf ganz anderen Kalibers, von der Öffentlichkeit weit weniger beachtet, aber nichtsdestotrotz erheblich bedeutsamer für die neue Weltordnung: Die Luftfahrtbranche sortiert sich neu. Konsolidierung heißt ohnehin das Zauberwort am Ausgang einer jeden Krise. Was da aber im Luftraum vor sich geht, ist mitnichten ein Symptom aktueller Ereignisse. Wenn Daimler meint, mit dem Massenhersteller Renault sein Glück zu finden – nun gut. Immerhin sind beide nicht pleite, nicht vom Untergang bedroht oder sonst wie auf dem absteigenden Ast. mehr...
Sonntag 04. April 2010

Beruhigungsabgabe

Der Bundesregierung ist in der abgelaufenen Woche eine Einigung gelungen: Ohne viel Widerrede verabschiedete man die sogenannte Bankenabgabe – eine Art Risikovorsorge unter staatlichem Dach. Dass das Ganze mehr sein wird als eine Beruhigungspille für verärgerte Steuerzahler, ist indes kaum zu erwarten. Wenn man sich die begleitende Bürokratie ansieht, muss man zu dem Schluss kommen, dass sich das Bundeskabinett da ein ganz schönes Ei ins Nest gelegt hat. Da wäre zum einen die Summe: 1,2 Milliarden jährlich soll die Abgabe einbringen. Da sollten wir den Atem anhalten, dass in den nächsten 50 bis 60 Jahren keine Krise mehr ausbricht, denn was Bankenrettung kostet, hat man ja gesehen: Allein die gar nicht mal so gewichtige Hypo Real Estate brauchte 100 Milliarden Bürgschaften und Zuschüsse, um über die Runden zu kommen. mehr...
Sonntag 28. März 2010

Nichts wie weg

Die Hypo Real Estate kommt nicht zur Ruhe. Das Bankinstitut, noch vor zwei Jahren dem Durchschnittsbürger praktisch nicht bekannt, wirbelt seit dem Ausbruch der Finanzkrise das gesamte deutsche Kreditwesen durcheinander – und das ist beileibe kein Kompliment. Mal ganz abgesehen davon, dass der Laden rund Hundert Milliarden Euro Staatsgeld zu seiner spontanen Rettung benötigte, macht er auch weiterhin Verlust: 2,2 Milliarden waren es 2009, so die Kennzahl auf der am Freitag veranstalteten Bilanz-Pressekonferenz. Einen Tag zuvor war dem Münchener Institut Knall auf Fall der Chef abhanden gekommen, unter weitgehend ungeklärten Umständen. Denn die offiziell zu hörenden Begründungen für den Rücktritt erscheinen wenig glaubhaft. Axel Wieandt, fluchtartig auf dem Rückweg nach Frankfurt, soll angeblich mit der Gehaltsbegrenzung auf 500.000 Euro jährlich unzufrieden gewesen sein, zudem habe man seinen Wunsch blockiert, verdienten Mitarbeitern einen Bonus zu gönnen. Axel Wieandt, der nicht nur einer hoch angesehenen Bankiersfamilie entstammt, sondern über Geschwister und Schwager über die besten Drähte ins deutsche Bankwesen verfügt, ist mit Sicherheit zu klug, um wegen solcher vergleichsweise läppischer Themen ein langfristig angelegtes Werk zu torpedieren und seinen Ruf zu riskieren. mehr...
Sonntag 21. März 2010

Etwas ratlos

Die Telekommunikationsbranche ist im Umbruch, hört man. Das ist aber eine Überraschung! Soweit man das verfolgen kann, ist sie das seit rund Hundert Jahren – zugegebenermaßen jüngst aber immer stärker. Allerdings haben wir das heutige Phänomen, dass ratlos erscheinende Branchenriesen auf der Suche nach sinnvoller Beschäftigung sind, wohl wirklich erst seit Kurzem. mehr...
Sonntag 14. März 2010

Durchwachsene Bilanz

Die Volkswagen AG war schon immer ein Objekt besonderer Beobachtung und besonderen Interesses. Privatisiert, besser teilprivatisiert, führte das Unternehmen ein Dasein von teilweiser staatlicher Überwachung und Einflussnahme. Das war den Arbeitnehmern in den sechziger Jahren, und nicht nur da, sehr recht. Und solange die Aktionäre eine ordentliche Dividende erhielten, jenen auch. Zumal man auf diese ordentliche Dividende wetten konnte – schließlich braucht der Staat Geld, und weiß es sich zu verschaffen, wenn er Großaktionär ist. Man beachte das Beispiel Deutsche Telekom – kaum was verdient, aber ordentlich was ausgeschüttet. Im Windschatten des Staates segelt man komfortabel, aber auf Dauer eher nicht profitabel, das muss man hier feststellen. mehr...
Sonntag 07. März 2010

Die Killer-Kartoffeln sind unter uns

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? – So hieß der Kinderschreck früher mal. Wer oder was der genau war, blieb geflissentlich im Dunkeln, wo ja nun Schwarze Männer auch hingehören, oder? Dabei ist der Schornsteinfeger – hat der ein Glück – häufig mal im gleißenden Sonnenlicht hoch oben auf dem Dach zu finden. Nun, die Welt ist eben schwer zu verstehen. mehr...
Sonntag 28. Februar 2010

Früher war alles besser!

In Griechenland hat man jeden Grund, der entfernten Vergangenheit nachzutrauern. Das einst mächtige Land der Antike ist ein Schatten seiner selbst, will das aber nicht wahrhaben. Dort, wo die größten Werke der abendländischen Philosophie entstanden, die versuchten, sich solchen Begriffen zu nähern wie Tugend, Gerechtigkeit, Demokratie – dort herrscht Korruption und Selbstsucht, Schlendrian und Vetternwirtschaft. Das sind Fakten, die nicht einmal Premier Giorgios Papandreou noch leugnet. Er hat gar keine Wahl – zu offensichtlich sind die Fakten. mehr...
Sonntag 21. Februar 2010

Moment mal!

Bei Daimler lief es jüngst nicht mehr rund – anders kann man das desaströse Ergebnis des Jahres 2009 nicht bewerten: 2,6 Milliarden Verlust, das ist happig. Die meisten Analysten hatten mit weniger gerechnet, aber dass das Ergebnis tiefrot sein würde, war schon klar. Dass die Aktie dann am Tag der Jahrespressekonferenz um bis zu neun Prozent abstürzte und am Ende des Handelstages noch mit einem Minus von knapp fünf Prozent aus dem Markt ging, das ist für ein Schwergewicht im DAX schon blamabel. mehr...
Sonntag 14. Februar 2010

Das Symbol

Man ist in der vergangenen Woche angetreten, die Welt zu retten. Nein, nicht die ganze natürlich. Die Welt des Automobils einfach nur. Aber die ist ja schon ganz schön groß, sodass sich nur die Besten darum kümmern sollten. So wie Akio Toyoda zum Beispiel, der momentan noch der Herr des größten Produzenten dieses Planeten ist und sich vielleicht noch mehr als „Master of the Universe“ gefühlt hat als dies zuvor, zyklisch bedingt, die Investmentbanker getan haben. mehr...
Sonntag 07. Februar 2010

Die Wette gilt

Es ist schwer, auf ein perfektes Geschäft zu verzichten. Und die CD aus der Schweizer Unter- oder Bankenwelt (man weiß nicht, wo genau die Grenze zwischen beiden verläuft) bietet fast perfekte Konditionen: Der Staat kann mit dem Ankauf der Daten aus zweieinhalb Millionen Euro spielend leicht mehrere hundert Millionen machen. Das ist eine Rendite, die sogar Schweizer Banken neidisch machen müsste. mehr...
Sonntag 31. Januar 2010

Banken am Pranger

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum in Davos hatte sein Thema schnell gefunden: Die künftige Regulierung der Banken und Finanzinstitutionen. Angeregt durch die Pläne des amerikanischen Präsidenten Obama für Sondersteuern und die Aufspaltung großer Finanzkonzerne, eröffnete der französische Staatspräsident Sarkozy die Tagung mit einer harten Kritik an den Bankern: Angesichts der Not in der Welt, der ruinösen Verschuldung ganzer Staaten in Folge der Finanzkrise müsse sich etwas ändern. „Wenn wir nichts ändern, handeln wir verantwortungslos“. mehr...
Sonntag 24. Januar 2010

Böse Gewinne, böse Verluste

Da waren die Aktienmärkte mal richtig entsetzt: Den Stützen der US-Wirtschaft, den Banken nämlich, soll es an den weißen Kragen gehen. Zumindest denen, die hohe Gewinne im Eigengeschäft erzielen, undurchsichtige Finanzprodukte vertreiben und mit dem Geld der Steuerzahler ihren Profit vermehren. mehr...
Sonntag 17. Januar 2010

Giftiger Googlehupf

Die weltgrößte Suchmaschine, das innovativste, was man mit dem World Wide Web anstellen kann, Software, Cloud Computing, Super- Mobiltelefon und Weltbibliothek – es gibt kaum einen Superlativ, den Google nicht für sich in Anspruch nimmt. Es ist ein weiter Weg gewesen vom Underdog der Internetgemeinde zum Riesenkonzern, der heute an die 200 Milliarden Dollar wert ist. mehr...
Sonntag 10. Januar 2010

Arbeit für Kassandra

Man spricht mittlerweile vom „Jobwunder“, das klingt, nach Fräuleinwunder und Wirtschaftswunder, wieder wie so eine deutsche Erfolgsgeschichte und bezeichnet doch nur einen Absturz, der nicht so stattgefunden hat wie erwartet. Mal abgesehen davon, dass vieles nicht so stattfindet wie erwartet, und damit dafür sorgt, dass das Leben und die Menschheitsentwicklung am Ende unberechenbar bleiben, wie Wetter, Klima und die ehrlich stattfindenden Begegnungen der Fußball-Bundesliga, ist das Jobwunder natürlich nur eine Momentaufnahme aus einer krisenbehafteten Wirtschaftslage. mehr...
Sonntag 20. Dezember 2009

Glück muss man haben, …

… denn kaufen kann man es nicht. Trotz dieser sattsam bekannten Tatsache fühlen sich Wirtschaftswissenschaftler zur Erforschung dieses unerklärlichen Gefühlsphänomens aufgerufen. So im ganz Geheimen scheint es die Ökonomen zu fuchsen, dass sich das überschäumende Wohlbefinden bei den meisten Menschen der Vorhersagbarkeit und der Messbarkeit entzieht. mehr...
Sonntag 29. November 2009

War da was?

Man sage nur: Dubai. Jetzt kommt die nächste Welle, aus einer Richtung, die man so nicht erwartet hätte. Sind nun auch die Scheiche nur Getriebene der Krise? Obwohl Dubai als ehrgeiziger, als monumentalverliebter Staat galt, dem Größe, Höhe, Weite nie groß, hoch oder weit genug sein konnten. mehr...
Sonntag 22. November 2009

Wie elektrisiert

Alle Jahre wieder läutet gewöhnlich einer der großen Stromerzeuger und -versorger zur Preisrunde. Das gibt dann jedes Mal Schlagzeilen, es hagelt Proteste und die Politik regt sich auf. Die Verantwortung für die Erhöhungen wird, je nach Ausgangsposition, mal mehr oder weniger heftig formuliert den Großen der Branche zugewiesen, mit dem Hinweis, dies passe nicht in die Landschaft. Stimmt alles. Was wäre das für eine Landschaft, in die bis zu 16-prozentige Preiserhöhungen passen würden? mehr...
Sonntag 15. November 2009

Elefantentanz

Wer als Kleinanleger derzeit VW-Aktien hält, dies vielleicht sogar schon sehr lange und möglicherweise seit der Privatisierung in den sechziger Jahren, der erlebt im Moment eine Reihe von Achterbahnfahrten, die er niemals gebucht hätte. Wenn man ihn denn gefragt hätte. Der Konzern nährte sich redlich über die Jahrzehnte, hatte manche Erfolgsgeschichte zwischen Käfer und Golf, und bescherte immer auch eine ordentliche Dividende (die darf man generell erwarten, wenn der Staat irgendwie als Großaktionär dabei ist, denn der braucht immer Geld). mehr...
Sonntag 08. November 2009

Bankennöte

Die Commerzbank leidet weiterhin erheblich unter der Krise – im dritten Quartal verlor sie eine Milliarde nach Steuern. Und weiterhin werden Unsummen in die Risikovorsorge gesteckt, um giftige Anlagen ausgleichen zu können. Auf fast allen Gebieten brennt es – seien das nun Schiffsbeteiligungen oder Zertifikate. Rund 4,2 Milliarden an Vorsorgebedarf ist da entstanden, weit mehr, als die Experten erwartet hätten. Auch deshalb wohl ein deutlicher Knick im Aktienkurs, der sich ja schon im Laufe eines Jahres verdoppelt hatte. Zu früh gefreut? Auch bei der Postbank schlägt das Schicksal zu: Die Pleite der amerikanischen CIT Bank verhagelte der Postbank, die dort engagiert war, das jüngste Quartalsergebnis. mehr...
Sonntag 01. November 2009

Kein Ende

Das Gezerre um Opel geht munter weiter. Aber es nähert sich unaufhaltsam der Zeitpunkt, ab welchem der traditionsreiche Autobauer nur noch ein Muster ohne Wert ist. Die Aktie der Muttergesellschaft (momentan unter „Motors Liquidation Company“ gehandelt) hat in den letzten Jahren 98 Prozent ihres Wertes verloren. GM ist zwischenzeitlich in die Insolvenz abgetaucht und überraschend wieder erschienen. Dem Konzern gehören außer Opel noch die Hälfte von Isuzu und immerhin ein Fünftel von Suzuki. Also ein gehöriges Standbein im japanischen Markt – früher einmal ist General Motors mit lautem Wehklagen über japanische Marktbeschränkungen aufgefallen, bis sich herausstellte, dass man in dem Land weitgehend vergeblich versuchte, Autos mit Linkslenkung zu verkaufen, was in einem Staat, in dem Linksverkehr herrscht, naturgemäß schwierig ist, und nicht so sehr mit Wettbewerbsbeschränkungen zusammenhängt. Dies nur, um einmal zu zeigen, mit welcher Sorte Management man es hier zu tun hat. Nur zum Trost: Ex-GM-Chef Rick Wagoner gehören 0,03 Prozent der Firma, er leidet also mit (wenn auch auf hohem Niveau). Sein Anteil ist 750.000 Euro wert. Er könnte vermutlich mit den Ersparnissen seiner letzten Jobs den Laden komplett kaufen – 257 Millionen Euro müsste er dafür hinlegen, eine Summe, die in etwa einem Bonus eines Wall-Street-Bankers aus einem eher durchschnittlichen Geschäftsjahr entspricht. Aber lassen wir das. mehr...
Sonntag 25. Oktober 2009

Apple zeigt wie es geht

Wenn die Woche für die Börsen unter dem Strich nicht ganz so schlecht abgeschnitten hat, dann ist das ein paar tapferen Unternehmen zu verdanken, die sich noch in der Krise gut geschlagen haben. mehr...
Sonntag 18. Oktober 2009

Rechenexempel für die Politik

Die schwarz-gelben Koalitionsverhandlun- gen quälen sich voran – auch wenn die Teilnehmer stets die Contenance bewahren und gute Miene machen, bleibt der Eindruck, dass es ziemlich Mühe macht, die Ideen der beiden „Traumpartner“ unter einen Hut zu bringen und druckreife Versionen daraus zu schaffen. Das erklärte Ziel ist es ja, möglichst viel Entlastung für das Volk einzubauen, ohne als Gesamtstaat in der Schuldenfalle zu landen. mehr...
Sonntag 11. Oktober 2009

Nachrichtenschnipsel

Die Anleger wissen nicht so recht, wohin die Reise geht. Trotz der Erholung des Aktienmarktes, nach zwei Wochen mit Verlusten, ist keineswegs sicher, dass dies die Fortsetzung der seit März laufenden Rally ist, die dem DAX seither fast 50 Prozent Zuwachs gebracht hat – und so manchen Anleger ins Grübeln, ob er nicht doch besser hätte optimistischer sein sollen. mehr...
Sonntag 20. September 2009

Sportlich sparsam

Die Internationale Auto-Ausstellung hat wieder die Gemüter ergriffen. Warum auch nicht. Lässt sich diese alle zwei Jahre stattfindende Automesse in Frankfurt doch gut für allerlei Zwecke gebrauchen, und keineswegs alle diese haben etwas mit Auto zu tun. mehr...
Sonntag 13. September 2009

Abschied auf Raten?

Magna darf Opel mehrheitlich übernehmen – für zahlreiche Interessierte ist das eine gute Nachricht: für Politiker, den Opel-Betriebsrat, für Magna natürlich. Bei den Beschäftigten dürfte es gemischte Gefühle geben. mehr...
Sonntag 06. September 2009

DAX – wohin?

Ach wie gut, dass niemand weiß, ... was uns noch alles bevorsteht. Und dennoch gibt es da immer wieder diese Leute, die alles wissen wollen, möglichst lange im Voraus, und diesen weisen Satz nicht beherzigen. Das führt dann zu Prognosen über Prognosen, und gerade jetzt haben sie wieder Saison. mehr...
Sonntag 30. August 2009

Abgefeiert

Die sogenannte Umweltprämie läuft aus – daraus sollten wir aber natürlich nicht schließen, dass die Umwelt von nun an in Ordnung sei und keiner weiteren Aufmerksamkeit bedürfe. Das sagt uns ja schon die sogenannte Ökosteuer, die weiterhin die Rentenversicherung stützen hilft (vermutlich weil Rentner irgendwie sauberer sind und versicherungspflichtige Arbeitnehmer das Geld, das der Staat ihnen so abknöpft, nicht mehr für unökologische Zwecke verpulvern können). Nun sind es also nur noch Tage, bis die fünf Milliarden Euro aufgebraucht sind mehr...
Sonntag 23. August 2009

HRE und (k)ein Ende

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Hypo Real Estate Bank hat den ersten Teil seiner Arbeit beendet: Zeugen vernehmen. Erwartungsgemäß blieben alle bei ihrer vorgefassten Überzeugung. Trotzdem hat der Ausschuss ein paar Ungereimtheiten aufgedeckt, zwischen Finanzaufsicht und Finanzministerium zum Beispiel. mehr...
Sonntag 16. August 2009

Opels Schicksal

Das Gezerre nimmt kein Ende – das Schicksal von Opel und seiner vieltausendköpfigen Belegschaft ist seit Monaten in der Schwebe, und niemand scheint mehr so recht den Elan zu haben, mit neuen Ideen den alten Autohersteller aus der Bredouille zu manövrieren. Es schleppt sich so hin, und wenn der Bundestagswahlkampf als Grund für eine etwaige Berliner Tempodrosselung vermutet wird, so ist das bestenfalls eine hinwahrheit. mehr...
Sonntag 09. August 2009

Hybris, Ruin, Entsetzen

Die HRE, ein Thema auf Jahre. Mit einzelnen Höhepunkten und Tiefschlägen – die abgelaufene Woche bot da einiges. Die drei Buchstaben, die ja schnell verschwinden sollen und dem seriösen Namen „Deutsche Pfandbriefbank“ Platz machen, beherrschen einstweilen die Schlagzeilen. mehr...
Sonntag 02. August 2009

Seid umschlungen, Millionen

Der Fall eines New Yorker Rohstoffhändlers, der von seinem Arbeitgeber über 100 Millionen Dollar Bonuszahlungen erwartet, hat kürzlich die amerikanische Öffentlichkeit wachgerüttelt. Und seither kommt sie auch nicht mehr richtig zum Schlafen. Die Citigroup, die über den genial wertvollen Angestellten verfügt, zeigt sich nämlich nicht abgeneigt, seine Forderung zu erfüllen. Aber mit welchem Geld? mehr...
Sonntag 26. Juli 2009

Double Dip

Fast könnte man meinen, ein wirklich dramatischer Aufschwung stehe unmittelbar bevor – zumindest suggerieren das die weiter steigenden Kurse an den Weltbörsen. Der Dow-Jones-Index übersprang die 9000-Punkte-Marke, der DAX erreichte ein Jahreshoch. mehr...
Sonntag 19. Juli 2009

Indianer, schmerzfrei

Warum erinnern bloß die wüsten Auseinandersetzungen bei Porsche und Co. an Clankriege in fernen Ländern? Nun gut, unsere Teilnehmer hier sind besser angezogen. Aber grausam ist es doch. Männlicher Wahn herrscht allerorten. Sehr bezeichnend, dass Ministerpräsident Wulff vor Kurzem zum Häuptling „Offenes Wort“ ernannt wurde – von den Veranstaltern der Karl-May-Festspiele. Die müssen ja wissen, was sie tun. Eher gepasst aber hätte wohl: „Der mit dem Fuchs tanzt“, denn als solcher sieht sich sicherlich Ex-VW-Chef Piëch, der sein Lebenswerk mit einer wiedervereinigten Volks-Porsche-Wagen-Firma krönen möchte: Alles unter einem Dach. mehr...
Sonntag 12. Juli 2009

Menschen, Browser, Sensationen

Der angebliche Kampf der Kulturen geht in die nächste Runde. Google fordert Microsoft auf dessen ureigenstem Markt heraus: dem der Betriebssysteme. Das ist durchaus bemerkenswert. Denn der Suchmaschinenbetreiber ist bis dato vor allem als internetaffin aufgefallen, weniger als PC-orientierter Lieferant von Software. Im Gegenteil – Google vertritt seit jeher die Auffassung, dass künftiges Computing über das Netz erfolgen werde, nicht über die heimische Festplatte. Nun ja: Der Aktienkurs machte einen Sprung, Microsoft verlor. Das will aber noch nichts heißen. Der Kampf wegen der Browser geht momentan zugunsten des kostenlosen „Firefox“ aus. In Europa hat Microsoft extreme Probleme mit seiner Verquickung von Betriebssystem und Internetzugang. Und weltweit stagniert die Nutzung von „Internet Explorer“. mehr...
Sonntag 05. Juli 2009

Schlechte Nachricht

Der Verband der deutschen Autoindustrie erwartet ein Rekordjahr – der Absatz von Neuwagen dürfte auf die erstaunliche Zahl von 3,5 Millionen hochschnellen. mehr...
Sonntag 28. Juni 2009

Weltwirtschaft à la Teheran

Gute, ja ausgezeichnete Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran, das ist, oder vielmehr war, eine Standardäußerung deutscher Unternehmen, wenn es um die Handelstätigkeit im Iran ging. Auch wenn es da einige Misstöne gibt heutzutage. Stichwort Ausrüstung mit Überwachungstechnologie, Stichwort Siemens. Da wird es (zu Recht) noch einige Diskussionen geben. mehr...
Sonntag 21. Juni 2009

Auf dem falschen Rad

Bei Porsche geht es gar lustig zu. Man mag sich als Außenstehender schon grämen, dass nicht mehr von dem bunten Treiben in und um Zuffenhausen an die Öffentlichkeit dringt – so wie jetzt etwa der Briefwechsel zwischen dem selbstbewußtauftrümpferischen WendelinWiedeking und dem hinterhältiggenialischen Ferdinand Piëch. Das hat doch was. Die „Süddeutsche Zeitung“, die diese Dokumente an Land gezogen hat, darf sich noch einmal überlegen, ob die Geschichte in den Wirtschaftsteil oder nicht doch lieber in die Rubrik “Panorama“ gehört. mehr...
Sonntag 14. Juni 2009

Stochern im Nebel

Es sieht düster aus. Aber für wen? Die neueste Erhebung der Weltbank prognostiziert einen Rückgang der Weltwirtschaft um sagenhafte 3 Prozent. Das wäre in der Tat bitter. Besonders für Deutschland. Hier dürfte es in diesem Jahr zu einem Schrumpfen der Wirtschaft um bis zu 7 Prozent kommen. Das geht im Wesentlichen auf die sinkenden Exporte zurück. Die von der Weltwirtschaft nicht mehr nachgefragten Autos und Maschinen stehen auf Halde – oder werden gar nicht mehr produziert. Nun rätseln die Experten, wie weit die Nebeneffekte der Krise noch gehen werden. Die Europäische Zentralbank hofft, dass bis Mitte 2010 wieder ein spürbares Wirtschaftswachstum einsetzt. Bis dahin sorgen sich die Notenbanker vor allem um den privaten Bankensektor, – möglich wäre eine neue Bankenkrise, wenn eine Erholung nicht rechtzeitig einsetzt. Zwar haben die Banken nach den Hilfsaktionen des Staates wieder genügend Geld in den Tresoren, aber es drohen auch weitere Ausfälle. Noch sind die Lasten aus den Verlusten der berüchtigten toxischen Wertpapiere nicht komplett bekannt oder gar kompensiert. Daneben drohen Ausfälle, wenn weitere Insolvenzen sich häufen. Am Freitag warnten dazu mehrere Hilfsorganisationen vor zunehmender Überschuldung in der Bevölkerung. Da Arbeitslosigkeit zu den Hauptursachen von privater Überschuldung zählt, dürften die Organisationen mit ihrer Prognose wohl recht haben, – denn nach Auslaufen der Kurzarbeiterregelung werden die Arbeitslosenzahlen nochmals stark ansteigen. Mit allen Folgen, die das für die Steuereinnahmen des ja gerade auch schon hoch belasteten Staates hat. mehr...
Sonntag 31. Mai 2009

Unentwirrbar

So verworren und aufgeladen, hektisch und abseits jeder Planung verlief die Diskussion um die Rettung oder Nicht- Rettung von Opel, dass nackte Zahlen keine Chance hatten. Dabei könnte in ihnen der Weg zu einer Lösung vorgezeichnet sein. Der Münchener Professor und Leiter des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat gnadenlos ermittelt, wo genau der Unfug einer staatlichen Milliardengabe an Opel liegen würde: Die Erhaltung jedes Arbeitsplatzes wäre weitaus teuerer als die Schaffung eines neuen in der Autoindustrie. mehr...
Sonntag 24. Mai 2009

Widersprüche und Risiken

Die Unternehmensmeldungen dieser Tage sind teils zum Fürchten, teils nur verblüffend. Und nicht alle der unguten Schlagzeilen sind der herrschenden Krise geschuldet. Der Kaufhauskonzern Hertie, vor nicht allzu langer Zeit erst wiederbelebt, steht vor dem Aus. mehr...
Sonntag 17. Mai 2009

Pleite à la carte

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ziehen gemächlich ihre Bahn und bringen immer mal wieder kleine Höhepunkte – so zuletzt die Meldung über den starken Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im letzten Quartal. Oder die sich hinziehenden Lösungsansätze für Opel. So richtig will aber keine Katastrophenstimmung aufkommen – es fehlt an den spektakulären Einzelereignissen, wie etwa dem Zusammenbruch von Lehman Brothers oder der KfW-Krise im letzten Jahr. So kann im öffentlichen Raum langsam der Eindruck entstehen: Krise, ja, gibt es wohl – aber auch daran gewöhnt man sich. mehr...
Sonntag 03. Mai 2009

Gerade jetzt!

In der Krise soll man sich vorbereiten – auf den kommenden Aufschwung. Das heißt nun beileibe nicht, dass damit Gesundbeterei gefordert wäre. Aber das Leben geht tatsächlich weiter, in jeder Hinsicht, und deshalb wird auch das derzeit Erlebte, auch die jetzige Prognoselandschaft eines Tages Geschichte sein. mehr...
Sonntag 26. April 2009

Auch Panikmacher sind Macher

Untätigkeit, Stille gar, oder im Einzelfall auch Nachdenken, das sind nicht die Tugenden in der hiesigen diskutierenden Öffentlichkeit. Aber es gibt mediale Heulbojen, die richten nicht nur Schaden am guten Geschmack an, sondern tun wirklich was für die Verschlechterung der real existierenden Verhältnisse. Zu nennen seien hier solche Koryphäen wie Gesine Schwan, die sich binnen Kurzem ja gern als präsidial abgeklärt in das höchste deutsche Staatsamt wählen lassen will, und der rührende, und zum Glück normalerweise nicht so rührige DGB-Chef Sommer. mehr...
Sonntag 19. April 2009

Und täglich grüßt der Maiszünsler ...

Schon das Wort „Genmais“ (oder beliebige andere Konstruktionen, wie etwa „Genschwein“) zeigt die gedankliche Unordnung bei denjenigen, die gegen die Grüne Gentechnik zu Felde ziehen: Mais – wie Pflanzen generell – ist natürlich immer „Genmais“, denn ohne Gene kein Leben. Aber das ist nur eine Kleinigkeit am Rande. mehr...
Sonntag 12. April 2009

Gefühlte Zukunft

Bei der Bahn scheinen ja nun geordnete Verhältnisse einzukehren. In insgesamt recht kurzer Frist hat der Staatskonzern einen neuen Vorstandsvorsitzenden bekommen, der alte hat sich in den Urlaub verabschiedet und verfolgt von dort aus die Abwicklung seines Vertrages, der ja noch ein erkleckliches Weilchen gelaufen wäre – und damit natürlich gewisse finanzielle Ansprüche garantiert. mehr...
Sonntag 05. April 2009

Wenn es denn hilft ...

Irgendjemand scheint wieder Aktien zu mögen. Die Nachfrage ist zwar noch nicht so groß, wie beispielsweise die nach Neuwagen unter Zuhilfenahme von staatlichen Wertvernichtungsprämien, aber es reicht. Wertpapiere sind was wert, da sieht man es mal wieder. Die Daimler, die BMW, Kali und Salz und die BASF, die haben schließlich so ihren Nutzen und auch eine Zukunft. mehr...
Sonntag 29. März 2009

IKB – lieb und teuer

In großer Not war sie, aber es gibt sie noch: die solide Mittelstandsbank IKB aus Düsseldorf. Da, wo die Krise deutschen Boden betrat und weder diese doch im Wesentlichen private Bank verschonte noch die WestLB in der Nachbarschaft. mehr...
Sonntag 22. März 2009

Viel Geld

Die Reichen werden immer ärmer. Im Mutterland des Kapitalismus wird den verdienten Fachkräften der oberen Etagen nun plötzlich 90 Prozent Steuer abverlangt, wenn sie einen Bonus erhalten, eine Treueprämie. mehr...
Sonntag 15. März 2009

Neue Sitten

Die Anzahl der privaten Anleger, die sich von Banken, Firmen, Finanzvertrieben und Versicherungen falsch beraten fühlen, geht in die Hunderttausende. Die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest versammelt in praktisch jeder Ausgabe keineswegs nur Fälle aus dem berüchtigten Graumarkt, sondern Merkwürdigkeiten etablierter Gesellschaften zuhauf. mehr...
Sonntag 08. März 2009

Russische Albträume

Ein Gespenst geht um in Europa. Es ist das Gespenst des Zusammenbruchs im Osten. Wenn unsereiner um seinen Lebensstandard fürchtet, aber immerhin noch in der Lage ist, um Abwrackprämien und Neuwagenerwerb auch für Empfänger steuerfinanzierter Sozialleistungen zu streiten, dann gibt es offenbar entweder eine gigantische Selbsttäuschung oder es ist eine Luxuskrise im Anmarsch. mehr...
Sonntag 01. März 2009

Virtuelle Krise

Die merkwürdige Ruhe, die viele im Lande zu beseelen scheint, wenn es um die herrschende Finanzkrise geht, bestätigt sich nicht nur dem Gefühl nach, sondern auch in Zahlen: mehr...
Sonntag 22. Februar 2009

Böse Folgen

In der Finanz- und Wirtschaftskrise jagen weiterhin die aktuellen Meldungen über die Ticker, dass es nur so seine Art hat. Sektorenweise geraten die Wirtschaftsthemen in den Fokus, und – endlich einmal – befasst sich auch der deutsche Normalbürger mit dem, wofür man sich sonst irgendwie zu fein ist oder es für nicht so wichtig hält: mehr...
Sonntag 08. Februar 2009

Niemand wagt was

Die Ausblicke werden düsterer, zugleich auch nebulöser. Wenn es überhaupt welche gibt. Kommentare und Analysen in diesen Tagen lesen sich wie Orakel mit verbundenen Augen. mehr...
Sonntag 01. Februar 2009

Unsicherheit als Konzept

Viel wird, natürlich, in Davos über die neue Unsicherheit in der Weltwirtschaft gesprochen. Beim heute zu Ende gehenden World Economic Forum waren, wie jedes Jahr, die führenden Manager global operierender Unternehmen vertreten, die einst Ehrfurcht hervorriefen bei den Zaungästen des Forums. Das war diesmal anders. Fast scheint es, als hätten sie die Unsicherheit zum Geschäftskonzept erhoben. mehr...
Sonntag 25. Januar 2009

Globale Gefahren

Das World Economic Forum, das ab Mittwoch wieder sein alljährliches Treffen in Davos veranstaltet, befindet sich in einem Dilemma – wie derzeit viele Organisationen, die sich auf regelmäßiger Basis mit Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzen. Man kann sich rühmen, schon vor einem, sogar vor zwei Jahren auf die sich abzeichnenden Probleme am amerikanischen Immobilienmarkt hingewiesen zu haben, und vor allem im letzten Jahr gab es tatsächlich deutliche Warnungen vor einer Ausweitung der Schieflagen zu einer veritablen Krise. mehr...
Sonntag 18. Januar 2009

Die Lehre von Geld und Zinsen

Wer das Geheimnis des Geldes und der wirtschaftlichen Zusammenhänge ergründen will, findet spannende Lektüre zuhauf. Noch immer gelten die Klassiker etwas in diesem Metier, die Smiths, Ricardos, Keynes – und auch wenn sich rasend schnell etwas verändert in der Wissenschaft, man meint doch einige Grundzusammenhänge zu kennen. mehr...
Sonntag 11. Januar 2009

Auf ein neues Krisenjahr

Während sich 2008 bei unverminderter Krisenstimmung dem Ende zuneigte, gibt es für das neue Jahr nur wenige Zeichen von grundlegender Besserung. mehr...
Sonntag 21. Dezember 2008

Neue Nöte

Die Krisenverhinderer haben es schwer. Denn inzwischen macht man auch die westlichen Notenbanken verantwortlich, wenn es um die Suche nach den Schuldigen für die jetzige Krise geht. Die Hüter des Geldes hätten leichtfertig viel zu viel davon auf den Markt geworfen, jahrelang, mit dessen Hilfe sich dann Unternehmen und Verbraucher günstig verschulden konnten. Dabei kommen die Europäer und ihre EZB noch gut weg im allgemeinen Urteil, aber was hilft das bei einer weltumspannenden Krise? mehr...
Sonntag 14. Dezember 2008

Verwirrte Werte

Es treten derzeit einige Haltungen in den Kreisen verantwortlicher Politiker ebenso wie in der Bevölkerung zutage, die auf ein massives Erkenntnisproblem schließen lassen, besonders in Bezug auf die herrschende Finanzkrise (Wort, aber auch Phänomen des Jahres). mehr...
Sonntag 07. Dezember 2008

Die Auto-Matik

Seltsam. Die Börse krebst vor sich hin, hat mal einen Aussetzer wie jüngst in New York mit fast 700 Verlustpunkten, alle werden ärmer, und irgendwie hat es doch den Anschein, als sei das Publikum nur noch mäßig interessiert. Haben inzwischen dauernde Krisen auch nur noch eine Aufmerksamkeitsspanne wie Piraten im Indischen Ozean? Das wäre tragisch. mehr...
Sonntag 30. November 2008

Big Business

Die Verbraucher haben das Wort. Seit Freitag läuft offiziell in den USA die erste groß angelegte Feldstudie zum Thema: Wie weit reicht die Finanzkrise? Die Studie trägt den Namen: Weihnachtsgeschäft. mehr...
Sonntag 23. November 2008

Umbrüche

Welche Zeitenwende uns in der Wirtschaftsverfassung der Welt bevorsteht, können wir derzeit wohl bestenfalls umrisshaft erahnen. Wenn überhaupt. Es trägt das, was wir im täglichen Nachrichtenkreuzfeuer erleben, aber deutliche Züge eines Wandels, der aus der Nähe zum Ereignis nicht zu erkennen ist, sich jedoch schon ankündigt, wenn man einmal ein paar Monate oder nur Wochen zurückblickt. mehr...
Sonntag 02. November 2008

Deutschland macht Krisen gründlicher

Wenn es weltweit kriselt, kann man von den Deutschen erwarten, dass sie noch eine Schippe drauflegen, und das mit gewohnter Gründlichkeit. Da hat man doch was eigenes, könnte man sagen. mehr...
Sonntag 26. Oktober 2008

Der große Ausverkauf

War das nun die – lang ersehnte, möchte man fast sagen, – Panik? Kollabierende Börsen, abstürzender Euro, trübe Ausblicke der Wirtschaft und zögerliche Verbraucher sind die Zutaten zum Albtraumszenario. mehr...
Sonntag 19. Oktober 2008

Kurioses in der Krise

Auch die größte Notlage kann man meistern, indem man einfach business as usual betreibt. Dachte man sich vermutlich bei der großen amerikanischen Versicherung AIG vor einigen Wochen, als man Mitarbeiter zu einer großen Sause nach Kalifornien entsandte. mehr...
Sonntag 12. Oktober 2008

New Yorker Sorgen

Amerika spürte diese Woche schon mal den nächsten Krisenschritt, während der eigentliche Tumult am Finanzmarkt weiterging. Die Verkäufe des Einzelhandels brachen in bestimmten Sektoren ein – ausgehend von einer plötzlichen Zurückhaltung der privaten Verbraucher. Den Rückgang spüren auch Kinos, Theater, Restaurants und andere Dienstleister. mehr...
Sonntag 05. Oktober 2008

Alles Hypotheken

Die unselige Finanzkrise wandert um den Globus wie der Mondschatten und mutiert im Verlaufe zur Wirtschaftskrise. Letztere Umdrehung steht uns noch bevor, aber die Anzeichen sind überdeutlich: Umsonst ist so ein Desaster nicht zu haben. mehr...
Sonntag 28. September 2008

Alle sind schuld, und keiner

Die Staatsgläubigen haben publizistisches Oberwasser dieser Tage – es übertrifft der eine den anderen mit Vorschlägen, was man noch alles regulieren könnte, und überwachen, und verbieten. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell Politiker und auch Kommentatoren bereit sind, die Marktwirtschaft in weiten Teilen über Bord zu werfen, wenn es einmal kritisch wird. Die Krise im Bankensektor hat ganz gewiss ihre Schuldigen auch in den diversen Finanzinstituten, die sich nun entweder der Konkurrenz oder dem Staat an die Brust werfen. mehr...
Sonntag 21. September 2008

Hoher Stressfaktor, ungewisser Ausgang

Die Woche hat reichlich Dramen geliefert. Es verbietet sich, Anlegern auch nur entfernt empfehlen zu wollen, was sie nun mit ihrem Geld tun sollen. Vielleicht Steuern bezahlen? mehr...
Sonntag 14. September 2008

Kommt die Bahnsteigkarte?

Unter allgemein gellendem Geschrei hat die Deutsche Bahn von Plänen Abstand genommen, pro Fahrkarte 2,50 Euro Schaltergebühr zu erheben (hin und zurück logischerweise das Doppelte). Das Vorhaben hätte dem Vernehmen nach 50 Millionen Euro in die Portokasse des Schienenvekehrsträgers gebracht – bei derzeit angenommenen Kosten der Bahnschalter von 100 Millionen jährlich. Peanuts, raunt es von irgendwo her aus der Bahn- Vorstandsetage. Bei 30 Milliarden Umsatz das richtige Wort, aber in Deutschland einschlägig belastet, wenn es aus dem Mund eines Unternehmensvorstands kommt. mehr...