Kakao mit Gegenbewegung. Und nun?
Der Rutsch der Kakaopreise setzte sich zum Start der vergangenen Woche zunächst fort. Beim Märzkontrakt ging es dabei unter die Marke von 2.000 US-Dollar, was ein neues Mehrjahrestief war. Der Markt war zwar stark überverkauft, Argumente für Käufe gab es zunächst aber nicht. Noch am Handelsverlauf drehte jedoch die Richtung. Es gab eine kräftige Gegenbewegung, was am Ende sogar zu einem satten Tagesgewinn führte. Damit endete auch die Serie von zwölf Handelstagen mit Verlusten, die es so seit mindestens 50 Jahren nicht mehr gab. Am Dienstag folgten weitere Gewinne.
Für das gestiegene Interesse sorgten die Prognosen eines weltweit führenden Kakaohändlers. Olam International geht davon aus, dass nach dem Rekordüberschuss 2010/11 im laufenden Wirtschaftsjahr 2011/12 (bis Ende September) nun wieder ein Defizit anfällt. Die weltweite Produktion könnte demnach 100.000 Tonnen niedriger sein als die Nachfrage, weil die Ernte des größten Herstellers Elfenbeinküste zum Vorjahr von mehr als 1,75 auf 1,35 Mio. Tonnen sinken könnte. Selbst die konjunkturbedingt erwartete geringere Nachfrage dürfte dies nicht auffangen.
Angesichts des doch sehr heftigen Einbruchs in den vergangenen Wochen und der insgesamt seit März andauernden Abwärtsbewegung sorgten die Prognosen von Olam wohl dafür, dass erneut verstärkt Short-Positionen geschlossen wurden, was die Preise kräftiger antrieb. Bereits in der Woche zum 6. Dezember gingen die Netto-Short-Positionen am Handelsplatz London um 55% zur Vorwoche zurück, wie jüngst berichtet wurde. Vielleicht ist nun ein Niveau erreicht, dass kein signifikantes Abwärtspotenzial mehr bietet. Ob sich eine größere Erholung entwickelt, ist jedoch nicht sicher. Dazu müsste es weitere klarere Kaufargumente geben. Zumindest eine Stabilisierung scheint jedoch möglich.
| Derivate auf Kakao (Basiswerte: JPMCCI – Cocoa und März-Futures [ICE]) | |||||||||||||||||||||||||
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| Kakao – März-Future (ICE) | |
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