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Das Erfolgsrezept des Trading-Stars Lex van Dam

Lex van Dam

Wenn die Kurse sich bewegen, wird es für Trader erst interessant. (Bild: Fotolia / James Thew)


Der Goldman-Sachs-Trader Lex van Dam gilt als einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager Großbritanniens. Durch die TV-Sendung „Million Dollar Traders” wurde er zur Legende. Die BÖRSE am Sonntag sprach mit ihm über die goldenen Regeln für Trader und seine besten Tips.

BaS: Man sagt, Erfolg auf den Finanzmärkten ist ein Mythos. Sie allerdings haben ein phänomenales Ergebnis erzielt. Was also ist Ihr Geheimnis?

Lex van Dam: Das fragt man mich oft und es ist schwierig, dies auf einen einzigen Faktor zurückzuführen. Ich würde sagen, dass es von einer Menge gesundem Menschenverstand abhängt. In einer komplexen Umgebung ist es leicht, sich zu verirren. Ich würde sagen, dass auf langer Sicht gesehen, der Handel im Kopf gewonnen oder verloren wird. Es gibt mehrere psychologische Attribute, die ich in mir und anderen erfolgreichen Händlern über die Jahre identifiziert habe, und ich glaube, dass diese den Unterschied machen. Vieles kommt auf Ihre Motivation für das Traden, Ihren Charakter, Ihre Widerstandsfähigkeit und darauf an, ob Sie über einen klaren Prozess verfügen.

BaS: Haben Sie eine "goldene Regel" der Sie beim Trading folgen?

Lex van Dam: Das Vermeidung von Verlusten... und dass man Verluste erwarten sollte. Besonders wenn man ein einzelner Investor mit eigenem Portfolio oder eigener Pensionskasse ist. Sie müssen nicht immer investiert sein, und Bargeld selbst ist ein Vermögenswert der es Ihnen ermöglicht, zu besseren Preisen wieder einzukaufen.

Es gibt den allgemeinen Glauben, dass Aktien über einen langfristigen Zeitraum immer steigen. Daher werden Sie sich von jedem Fall immer wieder erholen. Die Realität ist aber, dass es oft Rückgänge gibt und viele Firmen gehen in der Zwischenzeit pleite. Während es also gut langfristige Ansätze für das Investieren zu haben, sollte es dennoch nicht ohne Rücksicht auf Risikomanagement und durch Begrenzung von Verlusten vor sich gehen, falls die Dinge eine Wendung zum Schlechteren nehmen sollten. 2009 ist ein gutes Beispiel, denn viele Indizes haben sich von ihrem Höhepunkt dadurch erholt, dass Zentralbanken enorme Anreize erbracht haben. Aber das ist nicht für alle Aktien so gut gelaufen.

Sie dürfen nicht vergessen, dass die Märkte in Zyklen arbeiten und die Gewinner des letzten Zyklus werden nicht unbedingt die Gewinner im nächsten Zyklus sein. Darüber hinaus sind die Menschen oft überrascht, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines S&P 500 Unternehmens - einige der größten und am besten geführten Unternehmen der Welt - bei etwa 50 Jahren liegt. „Kaufen und hoffen” ist keine Strategie, wenn Sie unwiederbringliche Verluste vermeiden wollen.

BaS: Welches sind Ihre Lieblings-Setups?

Lex van Dam: Fundamentale Analyse ist ein notwendiger Teil meines Handelsprozesses, aber ich genieße auch technische Handelstechniken. Bei Goldman Sachs haben wir viele technische Analysen angewandt und dieser Ansatz ist während meiner Karriere bei mir geblieben. Eines der Dinge die ich mag, ist, wie letztlich alles auf den Bildschirm-Preis und die Volatilität zurück kommt. Unabhängig von der Recherche, die durchgeführt wurde, ist der Preis das einzige was zählt, sobald Sie eine Position eröffnet haben. Zwar finde ich es unvereinbar, auf technischer Ebene allein zu handeln, aber ich denke, dass jeder, der sie ignoriert, einen erheblichen Nachteil in Bezug auf das Timing im Trading, die Ziele und das Positionsmanagement hat. In Bezug auf meine Lieblings-Setups werde ich einige davon in den Kursen auf www.lexvandam.com sowie in der kommenden Webinar-Reihe bei XTB mit Ihnen teilen.

01.07.2017 | 11:11

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