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Portfolio-Strategie: welcher Index ist der richtige?

Edith Southammakonase (Bild: ETFS)

Goldmine: Rohstoffe sind unbedingt zu bedenken, wenn das Depot Freude bringen soll... (Bild: Fotolia / Jana Schönknecht)


Als strategischer Pfeiler eines gutsortierten Portfolios sind Papiere auf einen Index, der seinerseits den Rohstoffsektor abdeckt, durchaus zu empfehlen. Sucht man einen solchen Rohstoffindex, sollten verschiedene Faktoren in Erwägung gezogen werden. Die mit Vergangenheitswerten simulierte Wertentwicklung gibt nur einen Teil des Gesamtbilds wieder. So können etwa die Kosten eines börsengehandelten Produkts (ETP), das einen Rohstoffindex nachbildet, abhängig von diversen Schlüsselfaktoren höchst unterschiedlich ausfallen. Was ist zu beachten?

Von Edith Southammakosane

In unserer Analyse unterscheiden wir zwischen Rohstoffindizes mit klassischer Rollmethode, zu denen der Bloomberg Commodity Index (BCOM), der S&P GSCI, der Rogers International Commodity Index (RICI) und der Thomson/Reuters CRB Index (CRB) gehören, und Rohstoffindizes, die die klassische Strategie verbessern sollen. Diese werden in der Regel als verbesserte (enhanced) Rohstoffindizes bezeichnet.

Die Zusammensetzung und die Gewichtung eines Rohstoffindex bestimmen dessen Diversifizierungsgrad. Je diversifizierter der Rohstoffindex ist, desto besser schützt er Anleger vor Abwärtsrisiken, wenn er einem Multi-Asset-Portfolio hinzugefügt wird. Die einzelnen Rohstoffindizes können in ihrer Zusammensetzung erhebliche Unterschiede aufweisen. Im Bloomberg Commodity Index (BCOM) sind zum Beispiel die Bereiche Landwirtschaft mit 31 Prozent und Energie mit 28 Prozent vertreten. Der S&P GSCI und der Deutsche Bank Liquid Commodities Index Optimum Yield (DBLCI-OY) weisen hingegen eine Konzentration von über 50 Prozent im Energiesektor auf. Wenn man die einzelnen Rohstoffe genauer betrachtet, wird deutlich, dass der S&P GSCI zu 40 Prozent ausschließlich in Rohöl gewichtet ist (23 Prozent beziehungsweise 16 Prozent in Rohöl der Sorten WTI und Brent), während die Gewichtung einzelner Rohstoffe in anderen Rohstoffindizes höchstens 13 Prozent beträgt. Im Regelfall gilt: Je stärker ein Index seine Bestandteile gleich gewichtet, desto höher ist sein Diversifizierungsgrad.

Ändert man die Zusammensetzung und Gewichtung eines Index unter Beibehaltung derselben Rollmethode, erhöht sich die Rendite des UBS Bloomberg CMCI Index gegenüber dem UBS Bloomberg BCOM Constant Maturity Index um 2,3 Prozent, und die des DBLCI Diversified Commodity Index gegenüber dem DB Commodity Booster Index um 0,9 Prozent (seit Ende Dezember 2015).

Wenn man unterschiedliche „verbesserte“ Rollstrategien unter Beibehaltung der Zusammensetzung und Gewichtung des BCOM anwendet, erhöht sich die Rendite gegenüber dem BCOM im Durchschnitt ebenso um 2,3 Prozent. Der BCOM 3 Month Forward Index engagiert sich nicht in Terminkontrakten, die im Durchschnitt in zwei bis drei Monaten auslaufen, sondern in Terminkontrakten, die sich weiter hinten auf der Kurve befinden und eine Laufzeit von durchschnittlich fünf bis sechs Monaten aufweisen. Indexanbieter bedienen sich oft dieser Strategie, um den Einfluss des Contango (negative Rollrendite) auf die Gesamtrendite des Index abzumildern. Mit dieser Strategie konnte der BCOM um zwei Prozent übertroffen werden. Wendet man dieses Verfahren auf den Deutsche Bank Commodity Booster Index an, so ist die „Strategie mit der optimalen Rendite“ auf Basis der besten impliziten Rollrendite in Kontrakten engagiert, die in spätestens 13 Monaten auslaufen. Mit dieser Strategie konnte der BCOM um 2,5 Prozent übertroffen werden. Die Strategie mit konstanter Laufzeit, die im UBS Bloomberg BCOM Constant Maturity Index zur Anwendung kommt, rollt täglich einen kleinen Teil ihres Engagements weiter, um die durchschnittliche Laufzeit konstant zu halten. Mit ihr gelang es, den BCOM um 2,6 Prozent zu schlagen.

Anders ausgedrückt: Erhöht man die Komplexität der Rollmethode bei den Strategien mit optimaler Rendite und konstanter Laufzeit, so erhält man gegenüber der Strategie, die einfach nur die durchschnittliche Laufzeit im Index anhebt, lediglich eine Zusatzrendite von 0,5 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent. Die Anzahl der Kontrakte, denen ein Index folgt, sowie die Umschlaghäufigkeit und Komplexität des Rollkalenders beeinflussen nicht nur die Wertentwicklung, sondern auch die Kosten, die bei der Indexnachbildung entstehen. Die Anzahl der Transaktionen einzelner Indizes entspricht der Anzahl der Rolltermine der einzelnen Komponenten pro Jahr multipliziert mit der Anzahl der Tage, die das Rollen in Anspruch nimmt.

Der UBS BCOM CMCI Index weist die meisten Transaktionen auf, da er täglich einen kleinen Teil seines Engagements weiterrollt, um die durchschnittliche Laufzeit aller Bestandteile über die Zeit konstant zu halten. Die Methode eines Rohstoffindex, in den man investieren kann, muss sich nachbilden lassen. Je komplexer der Rollkalender ist, desto höher sind die Nachbildungskosten, was wiederum zu einem höheren Tracking-Error führen kann.

Auch die Liquidität der Basiskontrakte, die der Index hält, muss als wesentlicher Faktor in Betracht gezogen werden. Ein illiquider Kontrakt kann die tägliche Preisstellung des Rohstoffindex beeinträchtigen und Anleger daran hindern, zum gewünschten Zeitpunkt Engagements zu tätigen oder Rücknahmen vorzunehmen. Je weiter hinten sich ein Terminkontrakt auf der Kurve befindet, desto geringer ist seine Liquidität, und desto geringer ist wiederum der Umfang, in dem ein Anleger ein indexnachbildendes Instrument kaufen oder eine entsprechende Rücknahme vornehmen kann, ohne dass die Kursstellung des zugrunde liegenden Terminmarkts beeinflusst wird.

Mit einem Portfolio, das zu 50 Prozent aus globalen Aktien, zu 40 Prozent aus globalen Anleihen und zu zehn Prozent aus Rohstoffen besteht, kann eine bessere Rendite erzielt werden, wenn anstatt klassischer Rohstoffindizes (mit einem Anteil von 10 Prozent) verbesserte Rohstoffindizes mit zehn Prozent vertreten sind. Verglichen mit einem Standard-Portfolio, das 60 Prozent globale Aktien und 40 Prozent globale Anleihen umfasst, verbessert sich unsere Benchmark – die Sharpe-Ratio – deutlich, wenn Rohstoffe in das Portfolio aufgenommen werden: durchschnittlich von 0,70 auf 0,72 bei Portfolios, deren klassische Rohstoffindizes einen Anteil von zehn Prozent haben, auf durchschnittlich 0,75 bei Portfolios, in denen verbesserte Rohstoffindizes mit zehn Prozent vertreten sind.

Edith Southammakosane ist Multi Asset Strategist bei ETF Securities.

03.11.2017 | 16:16

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