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Trump – Fluch oder Segen?

Was sie beim täglichen Ablick des Trump-Towers in Midtown Manhattan wohl denkt? (Bild: Fotolia / Cicchetti)


Die Trump-Wahl im letzten Jahr führte trotz aller Unsicherheit und negativer Prognosen zu deutlich festeren Aktienmärkten; auch die Fondsbranche konnte deutlich profitieren. Von der Erwartung eines umfassenden US-Konjunkturpakets und einer sehr wirtschaftsfreundlichen Politik konnten die Aktienmärkte und damit die meisten Fonds zu Jahresbeginn noch zehren, jedoch gab es nun schon erste Gewinnmitnahmen.

Donald Trump zeigte seit seiner Vereidigung Aktivität, aber eher in weniger wirtschaftspolitischen Themen. Problematisch könnten neben einer Abschottung der US-Wirtschaft mit negativen Implikationen für global agierende Unternehmen deutlich steigende Zinsen und damit eine Signal-Wirkung vor allem für die anstehenden Wahlen in Europa sein. Der deutsche Aktienindex (DAX) verzeichnete auf Monatsbasis noch eine leicht positive Wertentwicklung von rund 0,5 Prozent, während der EuroStoxx50 bei etwa 1,8 Prozent negativ abschloss.

Über anziehende Rohstoffpreise und Löhne rückt die Inflation vor allem in den USA wieder stärker in den Fokus, aber auch in Europa stiegen die Preise zuletzt (auf Jahresbasis) um gut 1,8 Prozent an. Die EZB sieht zwar dies als noch nicht nachhaltig an, da die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) bei knapp einem Prozent stagniert, aber es spricht gegen einen stärkeren geldpolitischen Impuls. Hinzu kommt in Europa eine zunehmende Unsicherheit über den Ausgang der nächsten Wahlen, vor allem in den Niederlanden und Frankreich, aber auch mögliche Neuwahlen in Italien. Dies könnte zu einer deutlich eurokritischeren Verschiebung der Machtverhältnisse führen.

Am Zinsmarkt stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen um gerundet 0,23 Prozent an. Flankiert wurde dies durch weiter steigende Inflationserwartungen und deutlich anziehende Risikoprämien. Der Renditeaufschlag von Frankreich über Deutschland in zehnjährigen Staatsanleihen erhöhte sich im Januar um rund 0,13 auf 0,61 Prozent und in Italien um rund 0,21 auf 1,83 Prozent, was für Frankreich den höchsten Stand seit fast drei Jahren bedeutet. Andere Renten-Segmente, wie Covered Bonds, Unternehmensanleihen und Emerging Market-Anleihen in Euro waren hingegen deutlich stabiler und verzeichneten zum Teil sogar fallende Risikoprämien. Die Stabilisierung am US-Rentenmarkt, mit abnehmender Zinsdifferenz zu Europa, führte zu einer Korrektur des US-Dollar im Monatsverlauf zum Euro um etwa 2,7 Prozent. Währungen mit einem Rohstoffbezug, wie AUD, CAD und NOK, notierten hingegen fester zum Euro.

Guter Jahresstart für SKALIS

Der SKALIS Evolution Flex verzeichnete im Januar eine leicht positive Wertentwicklung, während der rentenlastigere SKALIS Evolution Defensive leicht negativ abschloss. Unter Berücksichtigung der schwachen Zinsmarktentwicklung und des negativen EuroStoxx50 führten die Positionierung wie auch das aktive Management zu einem erfreulichen Jahresstart. Insbesondere die stärkere Gewichtung anderer Aktienmarktsemente (vor allem des DAX) zu Lasten des EuroStoxx50 und das taktische Management konnten dazu beitragen. Zum Jahresbeginn hatten die Fonds eine erhöhte Aktiengewichtung, welche jedoch in die Stärke wieder reduziert wurde. Das Fondsmanagement sieht mittelfristig einen fundamental gut unterstützen Aktienmarkt, jedoch überwiegt kurzfristig das Risiko einer Neubewertung der Risikoprämien und eines Abbaus des überkauften Zustands. Im Rahmen der aktiven Aktienquotensteuerung sieht sich das Fondsmanagement jedoch für eine derartige Neubewertung durch den großen Handlungsspielraum gut aufgestellt.

Sehr gut abgefedert werden konnte die negative Entwicklung an den Zinsmärkten. Auch im Berichtsmonat wurde die Duration im Rententeil der Portfolien eher kurz gehalten verbunden mit der Ausrichtung auf eine Kurvenversteilerung und inflationsindexierte Anleihen konnten erneut positiv zur Fondsperformance beitragen. Innerhalb der Rentensegmente blieben Covered Bonds (Zukauf über Neuemissionen), Unternehmensanleihen (vor allem High Yield mit kürzerer Laufzeit) und Emerging Market-Anleihen in Euro stärker gewichtet, während das Risiko in Peripherie-Staatsanleihen moderat gehalten wurde. Hier konnte vor allem die Short-Positionierung in Frankreich einen positiven Performancebeitrag liefern.

Auf der Währungsseite geht das Fondsmanagement unverändert davon aus, dass im Umfeld einer divergierenden Zinspolitik zwischen FED und EZB die Dollar-Stärke trotz zwischenzeitlicher Korrektur noch anhalten sollte. Ein positives Umfeld wird auch weiterhin für Rohstoffe und rohstoffgebundene Währungen unterstellt. Demzufolge wurden Beimischungen im US-Dollar wie auch in Fremdwährungsanleihen auf AUD und NOK beibehalten.

10.02.2017 | 15:11

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