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Gold ist Renditenprimus!

Wird Gold immer wertvoller? (Bild: Degussa)


Seit der Jahrtausendwende gehört Gold zu den erfolgreichsten Anlagen am Kapitalmarkt. Nicht nur mit der absoluten Performance konnte das Metall überzeugen, sondern auch aufgrund seiner niedrigen Korrelationen zu anderen Investments eignete es sich auch zur Diversifikation eines Portfolios.

Von Andreas Böger

Zwei primäre Faktoren treiben den Goldpreis: Das Niveau der Realzinsen und die wahrgenommenen Risiken der Konkurrenzprodukte, wie beispielsweise Staatsanleihen oder Bankguthaben. Mit Gold werden zwar keine Zinsen verdient, doch dafür besteht auch kein entsprechendes Gegenparteirisiko. Sinken die Realzinsen oder steigen die Risiken der Konkurrenzprodukte, dann erhöht sich die relative Attraktivität von Gold, Anleger beginnen umzuschichten.

Damit lässt sich erklären, wieso Gold in den vergangenen 17 Jahren in den verschiedensten Phasen gefragt war: In fallenden oder steigenden Aktienmärkten, in inflationären oder deflationären Phasen, während geopolitischer Krisen oder ganz banal ohne erkennbaren Grund.  Insgesamt blieben die Realzinsen tief, immer wieder verstärkten die wahrgenommenen Risiken diesen Effekt.

Auch aktuell sind die Rahmenbedingungen für Gold unverändert gut. Eine mehrjährige Korrektur wurde aus unserer Sicht Ende 2015 beendet, ein starker Anstieg 2016 wurde durch die Wahl des neuen US Präsidenten unterbrochen. Seither konsolidierte der Goldpreis und konnte erst in den vergangenen Wochen positive Signale für quantitative orientierte Anleger liefern. Als Auslöser werden u.a. die anhaltende USD Schwäche, eine günstige Zinsentwicklung, Probleme rund um die Präsidentschaft des Donald Trump, als auch geopolitische Spannungen genannt. Zunehmend werden die Markterwartungen für dynamisches Wirtschaftswachstum und eine Zinsnormalisierung zurückgeschraubt, das stagnierende Umfeld macht die Goldanlage wieder attraktiv.

Neben Gold bieten aus unserer Sicht aktuell auch die Aktien der Goldminenunternehmen  eine Chance. In den letzten Jahren wurden Goldminenunternehmen von Anlegern gemieden. Gerade die Kostensteigerungen des Sektors sind negativ aufgefallen und haben zu einer Underperformance gegenüber Gold geführt.  Die Minenkonzerne haben aber ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Kostenstruktur optimiert. Das schlägt sich auch in den Produktionskosten nieder, die in der Branche derzeit bei rund 960 USD pro Unze Gold nach mehr als 1.200 USD im Jahr 2012 liegen. Die Kosten dürften wegen großer Überkapazitäten im allgemeinen Minensektor auch in der nahen Zukunft kontrollierbar bleiben. Die Goldminenaktien könnten demnach überproportional von einem ansteigenden Goldpreis profitieren und bieten gerade für Aktien- und Anleihenportfolios eine optionsartige Diversifikation.

Andreas Böger ist seit Fondsauflage im Jahr 2007 der Manager des C-QUADRAT Gold & Resources Fund.

14.09.2017 | 23:51

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