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K+S mit großen Spekulationspotential

Riesige Halden in Osthessen: K+S-Standort Philippsthal (Bild: K+s AG)


Der wichtigste rohstoffbasierte Wert im MDAX, das Bergbauunternehmen K+S AG, steht im Mittelpunkt heftiger Spekulationen. Zunächst war die Aktie zur Wochenmitte unter Druck, der Wochenschluss verlief aber stürmisch: fast sechs Prozent war K+S im Plus. War eine geplante Kapitalerhöhung, die bekannt wurde, der Kurstreiber? Wohl kaum, denn die Aktie verlor ihre Gewinne umgehend wieder. Aber kommt die Euphorie vielleicht wieder?

Es war ein Viermonatshoch. Über 24 Euro kostet die K+S-Aktie am Fraitag zeitweise. Der Düngemittelhersteller plant offenbar eine Privatplazierung über eine Kapitalerhöhung zu 26 Euro. So erklärten Analysten, warum Privatanleger immer wieder Potential sehen und warum die institutionelle Investoren eindecken. Aber die Aktie hat ihre Position bei 24 Euro am selben Tag wieder räumen müssen. Was steckt also hinter der Achterbahnfahrt?

K+S möchte sich strategisch stärken und die Kapitaldeckung aufstocken. Zu diesem Zweck sollen offenkundig ein oder mehrere bedeutende Anteilseigner an Bord geholt werden. Dies bestätigt der eben erst ernannte Vorstandschef Burkhard Lohr, der vom Posten des Finanzvorstandes aufgerückt ist. In einem Interview mit einer großen Wochenzeitung erklärte er, der Kasseler Bergbaukonzern befinde sich „in Gesprächen mit möglichen Ankerinvestoren“. Derartige Nachrichten täten der Aktie gut, wenn sie denn auch einträfen, denn in den letzten Jahren hatten immer wieder drei Fallstricke die Hoffnungen der Anleger zunichtegemacht: Erstens waren die Preise für Kalidünger unter Druck, zweitens wurden aus Umweltgründen die Mengen an Streusalz bei immer milderen Wintern eingeschränkt und drittens kämpft K+S immer wieder mit Vorwürfen von Umweltverbänden, die Abwassereinleitungen in Flüsse wie die Werra seien zu hoch.

Seit einigen Wochen treiben Signale aus der Düngemittelbranche die K+S-Aktie, Spekulationen über wieder steigende Kalipreise wecken das Anlegerinteresse. Doch K+S möchte offenbar mitbestimmen, wer auf den Hauptversammlungen künftig das gewichtigste Wort hat. „Die Strategie des Unternehmens ist, die hohe Short-Quote in der Aktie zu senken“, sagt ein Händler dem Portal finanzen.net. Allein der Bestand meldepflichtiger Short-Positionen beträgt demnach dezeitüber 24 Prozent. So ist auch zu erklären, weswegen es die umfaungreichen Eindeckungen gibt, weswegen also der Kurs so deutlich sprigen konnte. Es gibt offenbar Marktteilnehmer, die nur auf gute Nachrichten warten, um bei K+s aufzuspringen. Diese Aussicht weckt Hoffnung, ist aber auch eine Mahnung zur Vorischt. Denn niemand wagt sich bislang richtig aus der Deckung. K+S bleibt Spekulationsobjekt.

Erwartungen und Hoffnungen an den neuen CEO

Lohr gab direkt nach seinem Amtsantritt eine ehrgeizige Parole aus: „Wir werden Wachstumschancen identifizieren und ein Gesicht des Konzerns für das Jahr 2013 entwerfen.“ Dieser neue Tatendrang stößt auf durchweg positive Resonanz bei den Investoren, wobei auch die Suche nach einem Großaktionär neue Kursfantasie mit sich bringt. Des Weiteren geht Lohr fest davon aus, dass die Aktie mit rund 24 Euro weit unter Wert notiert. „Wir werden den Kurs nachhaltig steigern“, stellt Lohr in diesem Zusamenhang fest. Er sieht eine faire Bewertung der Aktie bei weit über 41 Euro. Dieser Betrag hat seine Bedeutung für K+S, weil 2015 vom kanadischen Konkurrenten Potash exakt soviel pro Aktie zur Übernahme geboten wurde.

Investoren, die die Auffassung von CEO Lohr teilen und ebenfalls einen positive Trend für den MDAX-Wert erwarten, können eine spekulative Position eingehen. Mit einem Knock-Out Call open-end Zertifikat, das sich auf den K+S Aktienkurs bezieht, sind bei weiteren Kurssteigerungen üppige Gewinne möglich. Mit einem K.O.-Zertifikat, das mit einem Hebel von 6 ausgestattet ist, könnten Anleger bei einem Kursanstieg von rund 23,20 Euro auf 25,00 Euro über 45 Prozent Performance erzielen. Der Basiswert müsste demnach noch um die 7,75 Prozent an Wert gewinnen. Eine solche Kurssteigerung stellt nach der neuerlich zu beobachtenden Hochstimmung, die jederzeit wieder einkehren kann, keine Utopie dar. sig

19.05.2017 | 12:02

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