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CDU stabilisiert, Grüne ohne Atomkern

(Graphik: WMG)


Die Debatte um Erdogan und dessen aggressiv-islamische Politik zeigt erste Wirkung auf die deutsche Stimmungslage. Die AfD legt nach einigen Wochen relativer Schwäche wieder etwas zu und kommt auf einen zweistelligen Wert. Dagegen bröckeln die Zahlen der Grünen weiter ab, der Gender-Gaga-Partei fehlt erkennbar ihr altes Kern-Kraft-Thema. Unter den Volksparteien verfestigt sich ein neues Normalmaß – die Union liegt demnach rund zwei Prozentpunkte vor der SPD.

Die Grünen müssen die SED-Urenkel weiterhin zur Linken vorbeiziehen lassen. Die FDP sollte zusehen, dass sie nicht zu sehr in Richtung Fünf Prozent abrutscht, glatte sechs Prozent in der Wählergunst sind alles andere als ein sicheres Ruhekissen. Börsianer werden aufatmen: Eine Mehrheit hat eine linke Wunschkoalition Rot-Röter-Grün – gerade auch der AfD-Werte wegen – weiterhin nicht.

Der SPD drohen nach kurzem Aufwind schon wieder die Themen auszugehen. Das Arbeitslosengeld Q bringt nicht mehr allzu viel, und es wird aus gleich zwei politischen Richtungen attackiert. Den Linken geht es bei weitem nicht weit genug, und das gesamte bürgerliche Lager hat erhebliche Bedenken gegen jedwede Änderung an einer Reform, die diesen Namen wirklich verdient – und die von enem sozialdemokratischen Bundeskanzler kam, Gerhard Schröder, der sich in früheren Lebensjahren als wackerer Kämpfer einen Namen gemacht hat und für den weder bei den Jusos noch auf dem Fußballplatz die Blutgrätsche ein Fremdwort war.

Es könnte sein, dass die halbe Rolle rückwärts, die die SPD aktuell den Wählern als ideale Turnübung verkaufen möchte, nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt. Die Zahlen sprechen jedenfalls dafür. Ein halber Salto ist nicht gesund, Bodenturner wissen das. Entweder gleich einen Salto mortale rückwärts à la Linksfraktion oder lieber gar keine Gefährdung des festen Standes – zu Letzterem wird bei der Union geraten: beide, die Urenkel Adenauers wie Honeckers, profitieren weiterhin leicht. Das wissen eben nicht nur Fußballer wie die Enkel Gerhard Schröders: „Die Wahrheit ist auf dem Platz“. sig

Seit dem 1. März versorgt die BÖRSE am Sonntag Sie, liebe Leser, mit aktuellen Umfragen und Informationen zur Bundestagswahl. Heute haben wir für Sie den aktuellen Umfragemedian aus den neuesten Zahlen von Allensbach, Emnid, Forsa, GMS, Infratest, INSA und der Forschungsgruppe Wahlen, den unser Schwesterblatt THE EUROPEAN herausgebracht hat.

15.03.2017 | 14:18

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