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Union spitze, FDP und Linke gleichauf

(Graphik: Campo Data / WMG)


Die neuen Umfragezahlen zeigen 100 Tagen vor der Bundestagswahl ein recht stabiles Bild. CDU/CSU liegen mit 38,2 Prozent deutlich an der Spitze und distanzieren die SPD um 13,4 Prozentpunkte. Allerdings vergrößert sich der Abstand nicht weiter. Das Abrutschen der SPD nach den drei verlorenen Landtagswahlen scheint damit beendet. Relativ stark schneidet die FDP bei den Umfragen ab.

Relativ stark schneidet die FDP bei den Umfragen ab, sie hat zur Linkspartei aufgeschlossen und wetteifert nun mit dieser um den Platz der drittstärksten Kraft in Deutschland. Die AfD kann ihren Sinkflug des vergangenen Halbjahrs beenden und stabilisiert sich bei acht Prozent. Den Grünen bleibt wiederum nur der letzte Platz, sie dürften den Einzug ins Parlament dennoch klar schaffen. Neben der Großen Koalition ist eine Jamaika-Koalition auf Union, FDP und Grünen die wahrscheinlichste Option für den Herbst.

Die CDU/CSU kann den Abstand zur SPD nach Angaben von CAMPO DATA quasi halten; die aktuellen 13,4 folgen auf satte 13,6 Prozentpunkte in der letzten Woche. Börsianer und Finanzmarkt-Akteure werden indes speziell auf den gelben Balken blicken. Die FDP steht am stärksten für Entfesselung der Marktkräfte, für Deregulierung, für Vertrauen in die Märkte. Die Hoffnung auf eine starke FDP im Bundestag dürfte kurz- und mittelfristig auch dem DAX und seinen Schwester-Indizes helfen. Die Liberalen haben ihren Markenkern wiederentdeckt, sie gehen quasi den umgekehrten Weg wie die Grünen, die sich mehr und mehr in autoritärem Denken verlieren und in ihren selbstgelegten Schlingen verfangen.

100 Tage vor der Bundestagswahl sind muntere Planspiele im Gang. Für eine Jamaica-Koaliton aus Union, FDP und Grünen würden die Mehrheiten nach dem derzeitigen Stand der Wählerstimmung ziemlich sicher reichen. Rot-Röter-Grün ist dagegen immer weiter entfernt, daran wird auch der aktuell in Hannover stattfindende Bundesparteitag der linken Partei mit dem SED-Genom nichts ändern. Ein interessantes Gedankenspiel ist in diesem Zusammenhang, dass derzeit bereits eine oben erläuterte Koalition aus Union und FDP stärker ist als eine mögliche und von einigen Sozialdemokraten mutmaßlich klandestin herbeigewünschte Linksfrontkoalition. Vorläufig bleibt jedoch festzuhalten: Nachdem die AfD aber mit starken Werten rechnen kann, sind alle Zweierkoalitionen mit Ausnahme von Schwarz-Rot nur sehr schwer zu erreichen. Noch gilt das derzeit auch für Schwarz-Gelb. Noch....

Seit dem 1. März versorgt die BÖRSE am Sonntag Sie, liebe Leser, mit aktuellen Umfragen und Informationen zur Bundestagswahl. Heute haben wir für Sie den aktuellen Umfragemittelwert aus den neuesten Zahlen von Allensbach, Emnid, Forsa, GMS, Infratest, INSA und der Forschungsgruppe Wahlen zusammengestellt, den CAMPOD DATA erhoben für die BÖRSE am Sonntag erhoben hat.

14.06.2017 | 09:41

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