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Wieder Freude am Sparen!

Manuela Tränkel (Bild: Mandura Asset Mangement / Xing)

(Bild: Fotolia / tan4ikk)


Die Anaylystenstimme der Woche ist diesmal ein Plädoyer für digitale Angebote zur Vermögensverwaltung. Es geht um die Frage, inwieweit Internet, Smartphones und eine weltweite Vernetzung das Leben von vielen Menschen auch hinsichtlich der Geldanlage grundlegend verändert haben. Eröffnet die Digitalisierung nicht wirklich auch bequeme und lukrative Möglichkeiten der Geldanlage?

Von Manuela Tränkel

Nach fast 30 Jahren fallender Zinsen stellt die zinslose Welt Sparer und Kapitalanleger vor neue Herausforderungen. Ein Umfeld, das für Kreditnehmer wie üblicherweise Häuslebauer und Immobilienkäufer extrem attraktiv ist, präsentiert sich für Sparer und Anleger oftmals gleichermaßen unattraktiv. Erspartes, fällige Geldanlagen, Lebensversicherungen oder regelmäßiges Ansparen: das alles bietet bei herkömmlichen Anlageformen wie Sparbüchern, Festgeldern mehr oder weniger keine Erträge mehr und das Kapital liegt brach. Vermeintlich sichere, langlaufende Staatsanleihen sind zu sicheren Verlustgeschäften geworden.

Hinzu kommt das Desaster bei sogenannten deutschen Mittelstandsanleihen, die schon wegen des Namens von vielen als vertrauenswürdig angesehen wurden, was sich aber ein Trugschluss entpuppt hat. Hier handelt es sich bei genauerem Hinsehen um hochspekulative Investments mit einer Risikostruktur, wie sie von Emerging Markets oder Hochzinsanleihen nur allzu bekannt sind. Trotzdem ist die Situation nicht ausweglos, und ein Anleger oder Sparer muss sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Es stellt sich die Frage, wie man Erspartes anlegt oder sparen kann, um die eigene Altersvorsorge zu sichern, ohne hohe Risiken einzugehen und das Kapital zu erhalten.

Zurecht sind viele deutsche Anleger skeptisch. Negative Erfahrungen mit eigenen Investmentversuchen oder Banken führen zu zinslosen Sparformen oder zur Untätigkeit. So verlieren Geld und Vermögen jedoch täglich an Wert. „Nummer Sicher“ ist sicherer Verlust. Im Vergleich zu einem Sparbuch mit Null- oder Negativzins liegt die Dividendenrendite des DAX bei rund vier Prozent. Dividenden als Zinsersatz sind attraktiv, bergen aber auch Risiken, da die Börsen hohen Schwankungen ausgesetzt sein können. Erschwerend kommt hinzu, dass Banken und Sparkassen stark reguliert sind, Filialen schließen und oftmals keine individuelle Beratung mehr erbringen können. Im Grunde kommt nur eine professionelle Vermögensverwaltung in Frage, die heutzutage zudem kein Vorrecht der wohlhabenden oder reichen Anleger mehr ist.

Ein digitaler Ausweg

Internet, Smartphones und eine weltweite Vernetzung haben das Leben von vielen Menschen grundlegend verändert, und die Digitalisierung eröffnet auch bequeme und lukrative Möglichkeiten der Geldanlage. Anleger und Sparer haben Zugang zu Kapitalanlagen, die sonst großen Vermögen vorbehalten sind und erhalten professionelles Management zu günstigen Konditionen. Eine Diversifikation über verschiedene Anlageklasse, die Anleihen, Aktien, Rohstoffe und Währungen beinhaltet, ist zeitaufwendig und erfordert ständiges Beobachten und Analysieren, um rechtzeitig umzuschichten und die Investments in ihrer Summe so zusammenzusetzen, dass sich auftretende Risiken nicht verstärken, sondern ausgleichen.

Ein digitaler Vermögensverwalter kann dagegen das Sparen und Geldanlegen wieder attraktiv machen. Whitebox, die vom ehemaligen Bankchef Sarasin gegründete Plattform, ist ein Beispiel dafür. Aus dem Verdruss mit Banken und der Zinslosigkeit von Sparbüchern und Festgeldern wird auf diesem Weg wieder Freude am Sparen und Anlegen. Experten und Profis in der Geldanlage setzen innovativen Technologien ein und erzielen mit überlegenen Investmentprozessen überdurchschnittliche Anlagerenditen. Es wird gleichzeitig in verschiedene Anlageklassen investiert, nachdem die Renditeerwartung auf die Risikotoleranz abgestimmt worden ist. Der Anleger muss nicht permanent Zeit investieren, um Märkte und einzelne Anlageformen zu beobachten, sondern profitiert von Technologien und Expertenwissen. In Zeiten fehlender Bankberatung und Nullzinsumfeld können Megatrends wie digitalisierte Geldanlage die Alternative sein, um mit Sparen und Geldanlegen wieder Zinsen oder zinsähnliche Erträge zu erwirtschaften.

Manualea Tränkel ist Gründerin und Geschäftsführerin der Mandura Asset Management AG in München.

27.10.2017 | 11:52

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