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Tesla tief in den roten Zahlen

Demonstrativ gute Laune: Elon Musk, der Mann hinter Tesla. (BilD: Teslamotors)


Anleger, die auf Tesla bauen, müssen Nerven wie Hochspannungsleitungen haben. Vor dem Start in die Massenproduktion, die sich ankündigt, summieren sich die Anlaufverluste in astronomische Höhen. Das Geld wurde für eine Ausweitung der Produktion ausgegeben: 64 Prozent Steigerung stehen zu Buche. Hoffentlich kommt das Geld wieder herein, so wird mancher Börsianer denken. Oder mit Puts gegen Tesla wetten.

Der Elektroautobauer Tesla hat im ersten Quartal 2,7 Milliarden US-Dollar erlöst, das ist eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Doch die Kosten stiegen noch stärker. Der Verlust nahm, verglichen mit dem Vorjahreswert, von 282 auf 330 Millionen Dollar zu. Analysten sind unangenehm überrascht, denn mit einer derart großen Lücke hatten sie nicht gerechnet.

Mehr als 25 000 PKW hat Tesla im abgelaufenen Quartal ausgeliefert, so viele wie nie zuvor in einem Vierteljahr. Doch angesichts der tiefroten Quartalsbilanz reagierten die Anleger abwartend bis leicht nervös, die Aktie fiel nachbörslich um rund ein Prozent. Seit Jahresbeginn ist der Tesla-Kurs allerdings um 45 Prozent gestiegen. Analysten weisen aber immer wieder darauf hin, dass bislang nur Erwartungen und Visionen die Bewertung des Tesla-Papiers rechtfertigen.

Der Grund für das übrraschend hohe Minus ist vor allem in den Anlaufkosten im Zusammenhang mit dem für Juli geplanten Fertigungsstart des „Model 3“ zu suchen. Mit seinem ersten Mittelklassewagen, der in der Grundvariante um die 35.000 Dollar kosten soll, will Tesla von der Luxusnische in den Massenmarkt vordringen. Wie ambitioniert dieses Unterfangen ist, zeigt nun einmal mehr ein höchst objektives Kriterium: die tiefrote Quartalsbilanz. sig

04.05.2017 | 00:15

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