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Emerging Markets: Breite Streuung mit ETFs

Chart des Emerging-Market-ETF (Bild: Lynxbroker)

Schanghai: Schwellenländer sind im Kommen, chinesische Aktien sind im vilebeachteten MSCI-Index seit neuestem vertreten. (Bild: Fotolia / Oleksandr Dibrowa)


Wer das Risiko streut, der erhöht die Chancen, von stärker rentierlichen Aktien, Sektoren und Märkten zu profitieren. Ein Investement in ETFs erscheint daher lohnenswert. Mit dem „iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF“ können Anleger auf die aufstrebenden Schwellenländer-Märkte setzen. Die Diversifikation ist besonders ausgeprägt, weil der ETF insgesamt 15 Länder abdeckt.

Von Dirk Friczewsky

Das Anlageziel des ETFs besteht darin, den Referenzindex „MSCI Emerging Markets Investable Market Index“ in seinem Kursverlauf so gut wie nur möglich abzubilden. Zur Abbildung nutzt der ETF die physische Replikationsmethode. Dies bedeutet, der ETF erwirbt die Einzelaktien gemäß ihrer Gewichtung vollständig. Der MSCI EmergingMarkets Index (IMI) umfasst Standardaktien (Large Caps), sowie MidCaps und SmallCaps aus 23 Emerging Markets-Ländern. Der Index hat insgesamt 2.655 Einzeltitel.

ETF mit rund einem Drittel China-Gewichtung

Der ETF hat per 19. Juni 2017 1.930 Positionen (inkl. Cash-Positionen und Derivate). Die größten Positionen des ETFs sind „Tencent Holdings“ mit 3,73 Prozent, „Samsung Electronics“ mit 3,69 Prozent, „Taiwan Semiconductor Manufacturing“ mit 3,17 Prozent, „Alibaba Group Holding“ mit 2,91 Prozent, „Naspers Limited“ mit 1,64 Prozent, „China Construction Bank“ mit 1,28 Prozent, „China Mobile“ mit 1,21 Prozent, „Hon Hai Precision Industry“ mit 1,03 Prozent, „ICBC“ mit 0,91 Prozent und „Baidu“ mit 0,89 Prozent. Die Top-10-Positionen weisen somit eine Gewichtung von 20,46 Prozent auf.

Die drei wichtigsten ETF Sektoren nach ihren Anteilen sind IT mit fast 25 Prozent, Finanzen mit rund 21,5 Prozent und Basiskonsumgüter mit rund elf Prozent. Blickt man auf die Länderverteilung, so wiegt der Anteil Chinas mit rund 27 Prozent recht hoch. Unter den Top-3-Ländern befinden sich auch noch Südkorea (rund 15 Prozent) und Taiwan (rund 13 Prozent). (Alle Daten gemäß iShares mit dem Stand des19. Juni 2017)

Details des ETFs

Die Handelswährung des ETFs, zum Beispiel via XETRA, ist der Euro, die Fondswährung hingegen ist der US-Dollar (USD). Der ETF kann zudem via Mailänder und Amsterdamer Börse in EUR gehandelt werden, ferner ist er via LSE in GBP und USD, sowie an der Schweizer Börse in USD handelbar. Die Ertragsverwendung des Fonds ist thesaurierend. Das Fondsvermögen liegt per 19. Juni 2017 bei 6,118 Milliarden USD. Der ETF wurde am 30. Mai 2014 aufgelegt und die Gesamtkostenquote (TER – Total Expense Ratio) des ETFs liegt bei 0,25 Prozent.

Der ETF-Emittent ist die iShares plc, der Administrator die State Street Fund Services (Ireland) Limited, der Fondsmanager die BlackRock Asset Management Ireland Limited und die Depotbank die State Street Custodial Services (Ireland) Limited. Aus diesem Grund hat der ETF auch eine irische Wertpapieridentifikationsnummer (ISIN).

Da es den ETF erst seit dem 30. Mai 2014 gibt, ist ein Verweis auf eine längerfristige Performance nicht möglich. Auf Sicht vom 31. März 2015 bis zum 31. März 2016 lag die Gesamtrendite bei einem Minus von 11,75 Prozent und vom 31. März 2016 bis zum 31. März 2017 bei positiven 16,57 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat der Referenzindex eine Performance von minus 11,66 Prozent und 16,83 Prozent erzielt.

Expertenmeinung

Emerging Markets gehören auf jeden Fall in ein breit aufgestelltes ETF-Portfolio. Die jeweilige Schwankungsbreite der einzelnen Märkte ist zwar in der Regel höher, jedoch sollte gerade mit einem ETF, wie dem hier vorgestellten, diese Schwankungsbreite unter den jeweiligen Märkten ausbalanciert werden. Zudem sollten Investments in Emerging Markets unter dem Aspekt einer langen Haltedauer ins Depot eingebracht werden. Haltedauern von zwei bis zu fünf Jahren und wesentlich länger für solch einen ETF können als durchaus sinnvoll erachtet werden.

Globale Märkte sind heute noch stärker miteinander verzahnt, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. So kann es durchaus sinnvoll sein, auf eine Korrektur der wichtigsten US-Leitindizes von fünf bis zehn Prozent zu warten, denn diese haben in der Regel auf nahezu alle anderen Aktienmärkte eine Sogwirkung. Dann könnte man mit einem zum Gesamtportfolio nicht zu hohen prozentualen Anteil – der 20 Prozent nicht übersteigen sollte – in den vorgestellten ETF einsteigen.

Lynxbroker

iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF USD (Acc) ISIN: IE00BKM4GZ66 - Symbol: IS3N - Währung: EUR

21.06.2017 | 19:54

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