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3 Dax-Aktien mit Outperform-Potenzial

Wer eine Einzelaktie kauft, geht davon aus, dass sich deren Kurs besser entwickelt als der Index, dem sie angehört. Anderenfalls wäre ein ETF auf eben diesen die klügere Wahl. Mit Blick auf den Dax gibt es für 2024 drei aussichtsreiche Kandidaten.

(Foto: RWE)

Wer eine Einzelaktie kauft, geht davon aus, dass sich deren Kurs besser entwickelt als der Index, dem sie angehört. Anderenfalls wäre ein ETF auf eben diesen die klügere Wahl. Mit Blick auf den Dax gibt es für 2024 drei aussichtsreiche Kandidaten.

1. RWE

Der Essener Stromversorger bietet auch 2024 eine Reihe guter Gründe, die für die Fortsetzung des 2015 eingeleiteten Aufwärtstrends der Aktie sprechen. In acht Jahren hat sich der Kurs der RWE-Titel in etwa vervierfacht. Ein Ende dieser Mega-Rally ist nicht in Sicht, denn der Konzern serviert Anlegern sowohl eine überzeugende Wachstumsstory als auch defensive Qualitäten. RWE profitiert von hohen Strompreisen und investiert weiter konsequent hohe Summen in die regenerative Energieerzeugung. 55 Milliarden Euro will der Konzern zwischen 2024 und 2030 in sein grünes Portfolio stecken. Bis 2030 soll das bereinigte operative Ergebnis auf neun Milliarden Euro steigen. Für 2023 erwartet Krebber 7,1 bis 7,7 Milliarden Euro. Durchschnittlich um 14 Prozent pro Jahr soll das Ebitda klettern. Ebenfalls kontinuierlich, um fünf bis zehn Prozent pro Jahr, soll sich die Dividende nach oben bewegen.

RWE liefere den Beweis für nachhaltiges Wachstum mit Alternativen Energien zu einer attraktiven Profitabilität, lobt Bernstein-Analystin Deepa Venkateswaran. 2024 dürfte die RWE-Aktie den Sektor outperformen, erwartet Barclays-Experte Peter Crampton. Bei JPMorgan gehören die RWE-Titel mit Blick auf Europas Versorger zu den „Top Picks“ und stehen zudem auf der „Analyst Focus List“. Analyst Javier Garrido nennt ein Kursziel von 59,50 Euro. Damit liegt er leicht über dem Konsens von knapp 54 Euro. Im Schnitt trauen die Analysten der Aktie, ausgehend vom aktuellen Kurs bei 39,10 Euro, also einen Anstieg von rund 38 Prozent zu. Alle befragten Experten raten darüber hinaus zum Kauf der Aktie.

2. Allianz

Ende des vergangenen Jahres schaffte die Allianz-Aktie den nachhaltigen Sprung über die 230 Euro-Marke. Es könnte ein Befreiungsschlag sein, denn lange Zeit war der Kurs daran immer wieder gescheitert. Das hat die Bewertung der Aktie niedrig gehalten, womit die Titel auch 2024 noch Aufholpotenzial haben könnten. 2019, vor dem Corona-Crash, lag der Kurs bei über 220 Euro. Die Corona-Delle ist damit erst jetzt so wirklich aufgeholt. Dass die Allianz seither Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert hat, findet sich im Kurs noch nicht wieder. Das KGV liegt bei 9,5.

Für die Allianz-Aktie spricht zudem das aktuelle Marktumfeld. Die gestiegenen Zinsen lassen die Einnahmen von Versicherern steigen, ohne dass es mehr Neugeschäft bräuchte. Und es sieht für den Moment nicht danach aus, als würden EZB und Fed ihren Leitzins 2024 rapide senken. Nullzinsen oder sehr niedrige Zinsen jedenfalls dürfte es so schnell nicht geben. Die Inflation macht es den Assekuranzen zudem leicht die Prämien zu erhöhen. Dazu dürften ob des Marktumfeldes defensive Werte bei Anlegern auch 2024 gefragt bleiben. Aktien von Unternehmen also, die zwar nur langsam wachsen, dafür aber hohe wiederkehrende und sichere Erträge vorweisen können, eine starke Marktposition und hohe Preissetzungsmacht haben, und deren Produktnachfrage wenig von der Konsumlaune der Menschen abhängt. Die Allianz bietet all das an. Hinzu kommt die hohe Dividendenrendite von über fünf Prozent. Für Berenberg-Analyst Michael Huttner ist die Allianz-Aktie deshalb der europäische Branchenfavorit. Sein Kursziel liegt bei 309 Euro. Damit ist Huttner deutlich optimistischer als seine Kollegen. Im Schnitt erwarten die Analysten auf Sicht von zwölf Monaten einen Kurs von 264 Euro, was gemessen am aktuellen Kurs von 241,70 Euro einem Aufwärtspotenzial von knapp zehn Prozent entspricht. Punkten dürfte die Allianz 2024 aber zusätzlich mit einer weiteren Dividendenerhöhung. Die Analysten erwarten einen Anstieg von 11,40 auf 12,10 Euro je Aktie, ein plus von sechs Prozent.

3. Merck

Das Börsenjahr 2023 geriert für Merck miserabel. Die Aktie des Pharmakonzerns verlor 20 Prozent an Wert, während der Dax in etwa 18 Prozent zulegte. Hier hat der Index die Einzelaktie outperformt – und zwar deutlich. Schuld daran war vor allem das Scheitern des Multiple Sklerose-Medikaments Evobrutinib. Das Mittel konnte in zwei entscheidenden klinischen Studien der Phase-3 nicht überzeugen. Trotz dieses Rückschlags, der zweifellos Wachstumsfantasie gekostet hat, könnte sich 2024 das Blatt aber wenden und die Merck-Aktie ihrerseits den Dax schlagen. Einerseits hat die Aktie so deutlich an Wert verloren, dass die schlechten Nachrichten 2023 allmählich im Kurs eingepreist sein sollten, womit die Käufer zurückkehren könnten. 144,20 Euro kosten die Papiere der Darmstädter aktuell, 2021 waren es zwischenzeitlich 231,50 Euro gewesen. Die aktuelle Schwächephase könnte also als Einstiegschance verstanden werden, auch weil Vorstandschefin Belen Garijo die Ergebnisziele 2023 bislang nicht angefasst hat und 2024 wieder mit der Rückkehr zu organischem Umsatzwachstum rechnet. Merck hat in den vergangenen zehn Jahren seinen Umsatz verdoppelt, mit Mavenclad und Bavencio zwei Blockbuster-Medikamente am Markt und die Pharma-Sparte des Konzerns ist trotz der wenigen Neuzulassungen in den vergangenen Jahren gewachsen. Merck hat sich im Sektor auch zunehmend darauf spezialisiert Verkaufslizenzen von anderen Entwicklern und Herstellern zu erwerben.

Merck zieht sein Kurspotenzial 2024 aus dem Aufholpotenzial. Möglicherweise wurde die Aktie von Anlegern im vergangenen Jahr zu hart abgestraft, denn die Analysten sind im Schnitt sehr optimistisch. Sie trauen der Aktie auf Zwölfmonatssicht ein Kurspotenzial von über 30 Prozent zu. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 188,50 Euro. Für Jefferies-Analyst Brian Balchin gehört Merck sogar zu den „Top Picks“ im Pharmabereich. „Der europäische Biopharma-Sektor dürfte 2024 von einer verbesserten Stimmung profitieren, die durch potenzielle US-Zisnsenkungen und weitere Fusionen und Übernahmen angetrieben wird“, schrieb der Experte in einer Studie. Zudem dürfte das neue Jahr eine Erholung der Sparten Life Science und Electronics mit sich bringen. Mit seinem Kursziel von 188 Euro liegt er im Expertenschnitt. 

OG

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