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CropEnergies: Gelingt der Ausbruch?

Der Hersteller von Bioethanol für den Einsatz in Kraftstoffen hat jüngst Quartalsergebnisse vorgelegt. Sie sehen vielversprechend aus. Zusammen mit der ebenfalls spannenden charttechnischen Situation könnte es sich daher lohnen, den Wert einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

BÖRSE am Sonntag

Der Hersteller von Bioethanol für den Einsatz in Kraftstoffen hat jüngst Quartalsergebnisse vorgelegt. Sie sehen vielversprechend aus. Zusammen mit der ebenfalls spannenden charttechnischen Situation könnte es sich daher lohnen, den Wert einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

CropEnergies hat sich die „klimaschonende Sicherung der Mobilität“ als Geschäftszweck auf die Fahnen geschrieben. Gegründet 2006 wurde die Gesellschaft 2006 von Europas größtem Zuckerproduzenten, Südzucker, und noch im gleichen Jahr an die Börse gebracht. Südzucker, mit 70,6% nach wie vor Hauptaktionär, gliederte hier die bereits vorhandenen Ethanol-Aktivitäten aus. Hintergrund war die Erwartung, dass aus Zucker oder anderen pflanzlichen Rohstoffen gewonnenes Bioethanol künftig eine sinnvolle Alternative zu fossilen Kraftstoffen und damit ein zukunftsträchtiges Geschäft sein könnte. Entsprechend wurde investiert und das Geschäft ausgebaut. Heute zählt sich CropEnergies zu den mengenmäßig größten Unternehmen auf dem Gebiet der Produktion von Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa. Außerdem ist man eigenen Angaben zufolge technologisch führend. Kernkompetenz der Gesellschaft ist die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu hochwertigen Produkten sowie ihre Vermarktung. Das Know-how erstreckt sich dabei über die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion, angefangen beim Pflanzenanbau über die Herstellung bis hin zu Transport und Verbraucherberatung. Darüber hinaus ist CropEnergies innovativ, optimiert kontinuierlich die Herstellungsprozesse und forscht nach künftigen weiteren Anwendungen.

Nachhaltiges Bioethanol

Die jährliche Produktionskapazität an den drei Standorten Zeitz (Deutschland), Wanze (Belgien) und Loon-Plage (Frankreich) beträgt aktuell mehr als 700.000 Kubikmeter Bioethanol. Die Fabriken in Zeitz und Wanze sind dabei als nachhaltig zertifiziert. Unabhängige Prüfungen haben demnach bestätigt, dass das dort von CropEnergies hergestellte Bioethanol die Nachhaltigkeitsanforderungen der EU erfüllt, was bedeutet, dass im Vergleich zu fossilem Ottokraftstoff über die gesamte Wertschöpfungskette mindestens 35% der Treibhausgase eingespart werden müssen. Beide Anlagen übertreffen diesen Wert deutlich. In Wanze sind es bis zu 70%. Ausgangsrohstoffe für die Herstellung von Bioethanol bei CropEnergies sind Getreide wie Weizen, Mais, Triticale und Gerste sowie Zuckerrübensirup. In der französischen Anlage wird aus solchen zucker- oder stärkehaltigen Feldfrüchten gewonnener sogenannter agrarischer Rohalkohol veredelt, um eine große Bandbreite an Spezifikationen herzustellen. CropEnergies forscht zudem intensiv an weiteren Rohstoffen zur effizienten und auch wirtschaftlich sinnvollen Produktion von Bioethanol, um damit nicht zuletzt auch die Kritiker zu widerlegen, die die Konkurrenz zwischen „Tank“ und „Teller“ bemängeln. Abgesehen von Bioethanol nutzt CropEnergies die bei dessen Herstellung anfallenden Reststoffe und veredelt diese zu Lebens- und Futtermitteln.

Wachstumsmarkt

Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Wachstumsmarkt Bioethanol. Seit vielen Jahren wird dieser energiereiche Stoff als Alternative zu Kraftstoffen aus fossilen Rohstoffen genutzt. In den vergangenen Jahren ist zudem der Trend zu erkennen, dass die Nachfrage quasi per Gesetz in immer mehr Ländern durch immer höhere Beimischungspflichten angekurbelt wird. Die Einführung des Kraftstoffs E10 in Deutschland verlief zwar nicht reibungslos und derartige Verpflichtungen sind sicherlich auch kritisch zu beurteilen, der weltweite Markt für Bioethanol dürfte künftig jedoch weiter expandieren. Ein Nutznießer davon dürfte weiterhin CropEnergies sein, was sich in anhaltend guten Geschäftszahlen widerspiegeln sollte.

Rekordwerte

Das Unternehmen, das neben seinen Produktionsanlagen in Europa auch mit eigenen Handelsvertretungen in den größten Bioethanol-Märkten USA und Brasilien präsent ist, hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (bis Ende Februar) erneut Rekordwerte erzielt – trotz des schleppenden Starts von E10 in Deutschland sowie staatlich geförderten Bioethanol-Exporten aus den USA nach Europa. Der Umsatz kletterte zum Vorjahr um 21% auf 572,1 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging es mit 11% auf 84,3 Mio. Euro etwas weniger dynamisch aufwärts. Hohe Rohstoffpreise belasteten, weshalb auch das operative Ergebnis mit 15,5% auf 53 Mio. Euro nicht so stark expandierte wie die Erlöse. Der Nachsteuergewinn stieg von 28,3 auf 30,2 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2012/13 setzte sich das dynamische Wachstum fort. CropEnergies erhöhte im Zeitraum März bis Mai durch die Steigerung des Bioethanol-Absatzes um 22% den Umsatz um ebenfalls 22% auf 160,5 Mio. Euro. Trotz höherer Rohstoffkosten lag das EBITDA mit 22,8 Mio. Euro nur knapp unter dem Rekordergebnis der Vorjahresperiode von 23 Mio. Euro. Das operative Ergebnis verringerte sich von 15,3 auf 14,9 Mio. Euro. Durch die deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses steigerte das Unternehmen den Überschuss von 9,7 auf 9,8 Mio. Euro.

Gute Aussichten

Für das Gesamtjahr 2012/13 geht CropEnergies weiterhin von einem Umsatzwachstum auf mehr als 600 Mio. Euro aus. Die Gesellschaft bekräftigte zudem das Ziel beim operativen Ergebnis, trotz höherer Rohstoffkosten wieder mehr als 50 Mio. Euro zu erreichen und damit in die Nähe des Rekordergebnisses des Vorjahres von 53 Mio. Euro zu kommen. In Deutschland setze sich E10 immer stärker durch, hieß es. Auf mittel- bis langfristige Sicht sieht es ebenfalls vielversprechend aus und CropEnergies sollte weiterhin vom Wachstum des Marktes und der steigenden Nachfrage nach Bioethanol profitieren. Zum einen ist Bioethanol generell ein Substitut von fossilen Brennstoffen und, je nachdem wie sich die Preise für Erdöl entwickeln, könnte es künftig verstärkt als Alternative gefragt sein. Ein weiterer Wachstumstreiber sind die rechtlichen Rahmenbedingungen wie die Beimischungspflichten, wobei verstärkt zertifiziert nachhaltig produziertes Bioethanol gefordert wird, wie es CropEnergies liefern kann. Der geplante Aufbau des eigenen weltweiten Handelsnetzwerkes sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten mit dem Fokus Europa sind daher folgerichtig wichtige Schritte, um die sich bietenden Chancen wahrzunehmen.

Fazit

Der Pionier im deutschen Bioethanol-Markt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Bioethanol-Hersteller in Europa gemausert. Glänzend positioniert, technologisch spitze und außerdem sehr innovativ hat er eine glänzende Basis, um vom erwarteten weltweiten Marktwachstum für Bioethanol zu profitieren. Für Investoren, die an eine Zukunft von Bioethanol und dessen Wachstumschancen glauben, könnte die Aktie von CropEnergies daher interessant sein. Aus fundamentaler Sicht überzeugen zudem die Ergebnisse. Ferner ist das Unternehmen solide finanziert und hat mit der Mutter Südzucker einen starken Rückhalt, um die Technologie- und Kostenführerschaft weiter auszubauen. Alles zusammen könnte somit spekulative Käufe rechtfertigen. Als Signalgeber könnte dabei die Charttechnik helfen, sieht es diesbezüglich doch ebenfalls vielversprechend aus. Der Kurs hat jüngst erneut die seit dem Zwischenhoch von März 2011 gebildete Abwärtstrendlinie erreicht und daran gekratzt. Sollte ein Ausbruch gelingen und sie nachhaltig geknackt werden, spräche dies wohl für steigende Notierungen. Kurse von 6,00 bis 6,50 Euro könnten dann ein erstes mittelfristiges Ziel sein.