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GRENKELEASING: Korrektur als guter Einstiegszeitpunkt?

Ende Januar dieses Jahres markierte die Aktie des Finanzdienstleisters ihr bisheriges Allzeithoch. Seither ist eine Korrektur auszumachen. Eventuell eine gute Gelegenheit, sich auf der Long-Seite zu positionieren. Schließlich hat GRENKELEASING aus fundamentaler Sicht einiges zu bieten.

BÖRSE am Sonntag

 

Die Korrektur seit dem Allzeithoch von Ende Januar bei 56,25 Euro bis zum Zwischentief in der vergangenen Woche von unter 52 Euro ist schon ganz ordentlich. Bislang könnte es sich dabei aber nur um eine normale Verschnaufpause handeln. Dabei wurden nun zwei Aufwärtstrendlinien erreicht und getestet. Die eine resultiert aus der Verbindung der Zwischentiefs von September und Dezember 2012. Die andere wird aus den Zwischentiefs von Juni und Dezember 2012 gebildet. Sollten sie nicht nachhaltig verletzt werden, ist davon ausgehend eine neue Aufwärtswelle denkbar. Gibt es dafür Indizien, könnten dann spekulative Käufe in Erwägung gezogen werden. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass die jüngste Verschnaufpause noch etwas ausgedehnter ausfällt. Sollten besagte Aufwärtstrendlinien daher nicht standhalten, ist ein Test der Marke von 50 Euro denkbar. Hier verläuft neben einer kleinen horizontalen Unterstützung derzeit die übergeordnete langfristige Aufwärtstrendlinie, resultierend aus den Zwischentiefs von Dezember 2011 und Juni 2012. Eine fortgesetzte Korrektur bis dahin wäre jedoch auch kein Beinbruch. In diesem Fall wäre dann zu schauen, ob es dort Signale für eine Aufnahme der Aufwärtsbewegung gibt, die dann für Long-Positionen genutzt werden können. Denn aus fundamentaler Sicht scheint GRENKELEASING ein vielversprechendes Investment.

Leasen, statt kaufen

Das Unternehmen überzeugt mit einem plausiblen Geschäftsmodell. Es bietet Finanzdienstleistungen für kleinere und mittlere Unternehmen sowie für Privatkunden. Kerngeschäft ist das Leasing von IT-Technik und Bürokommunikation. GRENKELEASING ist dabei vorwiegend im sogenannten Small-Ticket-IT-Leasing aktiv. In diesem Marktsegment nimmt die banken- und herstellerunabhängige Firma eigenen Angaben zufolge eine führende Marktposition in Europa ein. Sie bietet vorwiegend Leasing-Lösungen für relativ kleine Objektwerte ab einem Nettokaufpreis von 500 Euro wie PCs, Notebooks, Monitore und andere Peripheriegeräte, kleine Netzwerke, Software sowie Telekommunikations-, Sicherungs- und Kopiertechnik. Die Kunden brauchen durch die geleasten Produkte nicht die kompletten Anschaffungskosten zu bezahlen, was unnötig Kapital bindet, und bleiben zudem immer auf dem neuesten Stand der Technik. Aber auch für andere Gegenstände wie Fahrzeuge, Medizintechnik, Büroausstattung und Büroeinrichtungen kann sich Leasing lohnen. GRENKELEASING bietet daher auch dafür entsprechende Lösungen an. Weitere Finanzierungskonzepte wie Mietmodelle, aber auch das sogenannte Remarketing (Nutzung von Gebrauchtgeräten) und andere Services runden das Spektrum ab.

Bank und Factoring

Neben dem Kerngeschäft Leasing hat GRENKELEASING das Produktspektrum in den vergangenen Jahren erweitert und kann damit noch individueller auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen. Ein Baustein ist die GRENKE BANK. Sie bietet klassische Online-Banking-Dienstleistungen und unterstützt Existenzgründer bei der Beantragung von Förderkrediten. Dabei ist es ihr gelungen, Leasing in die Programme von Förderbanken einzubinden. Ein weiterer Baustein des Konzernsortiments ist das Factoring, also der Forderungsverkauf. Hier treten die Kunden ihre Forderungen an GRENKELEASING ab und bekommen schnell die Erlöse, was ihnen hinsichtlich der Liquidität Vorteile bringt. Außerdem entfällt für sie damit das Ausfallrisiko. Im Gegensatz zu Wettbewerbern bietet GRENKELEASING das Factoring auch für kleine Forderungsvolumina an und hat dazu effiziente Systeme entwickeln, mit denen diese Dienstleistungen einfach abgewickelt werden können.

Erfolgreiches Geschäftsmodell

Die effiziente Abwicklung von kleinen und kleinsten Verträgen ist ein Grundpfeiler des erfolgreichen Geschäftsmodells. GRENKELEASING hat sich dazu eine schlanke Prozessorganisation geschaffen und sich damit Wettbewerbsvorteile gesichert. Daneben setzt das Unternehmen auf persönliche Beratung und Betreuung der Kunden und liefert diesen individuell zugeschnittene Finanzierungs- und Servicekonzepte. Die Strategie geht auf, wie die seit Jahren erfolgreiche Geschäftsentwicklung unterfüttert. Auch 2012 ist der Konzern profitabel gewachsen. Er steigerte den Nachsteuergewinn um 8,2% auf 42,5 Mio. Euro. Ein neuer Rekord. Basis dafür ist vor allem das margenstarke Neugeschäft der vergangenen Jahre, das mit der fortschreitenden Laufzeit der Verträge nun zu immer größeren Rückflüssen führt. Das Neugeschäft umfasst die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasing-Gegenstände und Factoring-Volumen. Es kletterte auch 2012 kräftig und stieg um rund 20% auf 1,03 Mrd. Euro. Damit wurde das mittelfristige Wachstumsziel von mindestens 10% pro Jahr übertroffen. Gleichzeitig wurde die Deckungsbeitrags-2-Marge (DB2) in der Leasing-Sparte von 16% auf 17,4% ausgeweitet. Die DB2-Marge, die aus den operativen Erträgen der Leasing-Verträge abzüglich Risiko- und variable Verwaltungskosten resultiert, gilt als wichtige Kennzahl, um nachhaltig profitabel zu expandieren. Das Unternehmen konzentriert sich nur auf margenstarke Geschäfte, die die eigenen Anforderungen an die DB2-Marge erfüllen.

Anhaltende Expansion

Daran wird sich auch künftig nichts ändern. GRENKELEASING will weiter nachhaltig und profitabel wachsen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, Kosten und Risiko weiterhin effizient zu kontrollieren. In den vergangenen Jahren hat dies sehr gut funktioniert und sollte auch künftig gelingen. Dabei hilfreich ist, dass die Gesellschaft auf Marktveränderungen flexibel reagieren und gleichzeitig angemessene Risikoprämien erzielen kann. Für 2013 rechnet der Vorstand mit einem Wachstum des Neugeschäfts zwischen 13% und 16% bei unverändert profitablen und risikoadäquaten DB2-Margen. Nach Steuern soll ein Profit von 44 bis 48 Mio. Euro herausspringen. Firmenlenker Wolfgang Grenke sagte dazu, dass im Geschäftsjahr 2012 wesentliche Vorbereitungen für weiteres Wachstum getroffen wurden. Nachdem in den vergangenen zehn Jahren eine weitreichende europäische Marktposition im Leasing aufgebaut wurde und nun die entsprechenden Früchte geerntet werden können, schlägt die Gesellschaft zudem ein weiteres Kapitel in ihrer Wachstumsstrategie auf. Sie will nun verstärkt außerhalb Europas expandieren. Seit Anfang 2012 bereits in Brasilien aktiv, soll es 2013 nach Dubai und Kanada gehen. In Europa will GRENKELEASING zudem die Diversifizierung der Finanzlösungen zügig fortsetzen und beispielsweise in den Bereichen Existenzgründerfinanzierungen und Factoring weiter kräftig zulegen.

Fazit

GRENKELEASING fokussiert sich mit seinen Finanzdienstleistungen auf kleine und mittelständische Firmen und hat sich hier erfolgreich in einer Nische etabliert. Dank schlanker Strukturen und Prozesse sowie einer konsequenten Kosten- und Risikokontrolle wirtschaftet die Gesellschaft hoch profitabel. Aufbauend auf der in den vergangenen Jahren erarbeiteten Marktposition sollte es ihr auch künftig gelingen, weiterhin nachhaltig zu expandieren und dabei die Gewinne zu steigern. Die Aktie ist damit ein vielversprechendes Investment und die aktuelle Korrektur könnte einen guten Einstiegszeitpunkt darstellen, wobei die eingangs erwähnten charttechnischen Aspekte Berücksichtigung finden könnten.