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Infineon vor Kaufsignal bei 40 Euro mit Potenzial zur Erholung

| Thomas Behnke

Infineon-Logo auf dem Dach eines Gebäudes vor blauem Himmel.
Infineon-Logo auf dem Dach eines Gebäudes. Die Aktie hat sich an der 200-Tage-Linie stabilisiert. Gelingt der Ausbruch über 40 Euro, wäre eine Erholung bis 46 bis 48 Euro möglich. (Foto: Shutterstock)

Infineon stabilisiert sich nach dem Rücksetzer an der 200-Tage-Linie. Steigt die Aktie über 40 Euro, eröffnet sich eine charttechnische Erholungschance bis 46 bis 48 Euro.

Das aktuelle, vom Irankrieg geprägte Umfeld ist von hoher Unsicherheit geprägt und stellt die Aktienmärkte auf die Probe. Es besteht das Risiko weiterer Korrekturen, auch beim deutschen Leitindex DAX. Für aktive Anleger, die trotz dieser Gemengelage und der damit verbundenen hohen Volatilität kurzfristige Chancen nutzen möchten, könnte die Infineon-Aktie (ISIN: DE0006231004) derzeit einen näheren Blick wert sein.

Infineon bleibt ein zyklisch anfälliger Halbleiterwert

Die Korrektur seit dem Allzeithoch vom 26. Februar 2026 bei 48,23 Euro fällt deutlich aus. Bis zum Verlaufstief am 23. März bei 35,78 Euro hatte die Infineon-Aktie um mehr als 25 Prozent nachgegeben. Das ist ein bemerkenswerter Rückgang, allerdings sind solche Ausschläge für den DAX-Wert charakteristisch. Gemessen an der historischen Volatilität gehört er zu den Top-Aktien im Leitindex.

Gründe für die hohe Schwankungsbreite sind die Zugehörigkeit zum stark zyklischen Halbleitersektor sowie die große Abhängigkeit vom Automobilsektor, der rund 56 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt. Das Unternehmen versucht zwar aktiv, dieses Klumpenrisiko zu reduzieren, beispielsweise im Bereich Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren, strukturell dürfte die Abhängigkeit vom Kerngeschäft jedoch weiterhin sehr hoch bleiben.

KI-Geschäft wächst dynamisch, ist aber noch zu klein

Der Umsatz mit Stromversorgungslösungen wie digitalen Spannungsreglern und Controllern, die exakt auf die extremen Anforderungen moderner KI-Plattformen zugeschnitten sind, hatte im Geschäftsjahr 2024/25 (bis Ende September) zwar von 250 Mio. Euro im Vorjahr auf über 700 Mio. Euro zugelegt. Im laufenden Geschäftsjahr sollen mit Leistungselektronik für KI-Rechenzentren nun 1,5 Mrd. Euro erwirtschaftet werden. Damit würde sich das bemerkenswerte Wachstum zwar weiter fortsetzen. Allerdings läge der Anteil am Gesamtumsatz bei rund 10 Prozent und würde damit weiterhin nur einen kleinen Teil ausmachen.

Auch die Konkurrenz schläft nicht. Ende März unterzeichneten Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric eine Absichtserklärung zur möglichen Fusion ihrer Leistungshalbleiter-Sparten. Das erklärte Ziel ist, sich im Wettbewerb in diesem strategisch wichtigen Markt stärker zu positionieren und damit auch den Druck auf Infineon zu erhöhen.

Strukturelle Wachstumstreiber treffen auf Wettbewerbs- und Konjunkturrisiken

Und das ist nur ein Risiko. Insgesamt sorgt die technologische Disruption im Wettbewerbsumfeld für Anpassungs- und Preisdruck. Infineon entwickelt im Kern Halbleiter für Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Das Portfolio umfasst Leistungshalbleiter, Mikrocontroller, Sensoren, Konnektivitätslösungen sowie Chips für Karten- und Identitätsanwendungen. Strukturell profitiert das Unternehmen von der Elektrifizierung im Auto, dem Ausbau von Ladeinfrastruktur, der Automatisierung, der Energiewende sowie steigenden Anforderungen an Energieeffizienz und funktionale Sicherheit.

Die starke Position bei Halbleitern für die Leistungselektronik ist dabei ein zentraler Wachstumstreiber. Hierunter fallen Bauteile, die nicht primär Daten verarbeiten, sondern elektrische Energie schalten, umwandeln, regeln oder absichern. Dazu zählen vor allem MOSFETs, IGBTs, SiC- und GaN-Bauteile, Leistungsdioden sowie zugehörige Module und Treiber.

Typische Anwendungen sind Wechselrichter in E-Autos und Solaranlagen, Onboard-Charger, Netzteile, Motorsteuerungen, industrielle Antriebe, Ladeinfrastruktur und Stromversorgungen in Rechenzentren. Infineon adressiert damit vor allem Trends wie Elektrifizierung und Energieeffizienz. Dem stehen jedoch die hohe Zyklik der Halbleiternachfrage sowie Abhängigkeiten von der Auto- und Industrieproduktion gegenüber. Damit besteht auch eine gewisse Abhängigkeit von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Und diese Unsicherheiten haben in den vergangenen Wochen durch den Irankrieg zugenommen. Ein Punkt, der sich wahrscheinlich auch in der jüngsten Korrektur von über 25 Prozent seit dem Allzeithoch vom 26. Februar widerspiegelt. Allerdings zeigte der Kurs zuletzt Anzeichen einer Stabilisierung.

An der 200-Tage-Linie verdichtet sich die Chance auf eine Erholung

Die Infineon-Aktie war bis an ihre 200-Tage-Linie zurückgefallen und hatte diese mehrfach getestet. Allerdings konnte sie sich bislang darüber halten, und es kam zu keinem dauerhaften Unterschreiten. Das spricht dafür, dass die Bullen noch nicht aufgegeben haben. Eine Trading-Chance könnte sich nun ergeben, wenn es ihnen gelingt, den Kurs über die Marke von 40 Euro zu heben. Das würde die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Trendwechsels und einer Erholung bis in den Bereich von 46 bis 48 Euro erhöhen.

Infineon Technologies

Die Marke von 40 Euro als Taktgeber für das Trading-Setup

Die kurzfristige Chance hängt damit an einem klar umrissenen Punkt und nicht an einer neu entdeckten Wachstumsfantasie. Nach dem Rücksetzer von mehr als 25 Prozent hat die Aktie im Bereich der 200-Tage-Linie zwar Halt gefunden, ein tragfähiger Befreiungsschlag ist daraus bislang aber noch nicht geworden. Genau deshalb kommt der Zone um 40 Euro jetzt besondere Bedeutung zu. Dort müsste der Markt zeigen, dass aus bloßer Stabilisierung wieder echte Kaufbereitschaft werden kann. Gelingt dieser Schritt, wäre eine Erholung in Richtung 46 bis 48 Euro charttechnisch gut begründbar.

Mehr lässt sich aus der aktuellen Lage jedoch kaum ableiten. Dafür bleibt Infineon zu stark an zyklische Endmärkte und an einen insgesamt nervösen Markt gebunden, in dem sich Stimmungsumschwünge schnell wieder entladen können. Interessant ist der Titel auf diesem Niveau daher nicht wegen eines veränderten Gesamtbilds, sondern wegen einer klar definierten technischen Konstellation mit eng umrissenem Trading-Setup.

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