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init: Eine Aktie zum drauf abfahren

Investoren fahren derzeit auf die Aktie von init ab. Es gab jüngst neue Rekorde. Der Spezialist für Telematik- und elektronische Zahlungssysteme im öffentlichen Nahverkehr kann mit seinem profitablen und weiterhin Erfolg versprechenden Geschäftsmodell offenbar nach wie vor punkten.

BÖRSE am Sonntag

Innovationen für den öffentlichen Nahverkehr – damit lassen sich Strategie und Geschäftstätigkeit des Unternehmens treffend umschreiben. Dieser Leitsatz schlägt sich auch im Firmennamen nieder: init – innovation in traffic systems AG. Die 1983 gegründete Gesellschaft zählt sich zu den weltweit führenden Anbietern von Telematik- und elektronischen Zahlungssystemen für Busse und Bahnen. Mit ihren Produkten und Dienstleistungen, die alle wichtigen Aufgabenstellungen in Verkehrsbetrieben abdecken, unterstützt sie diese, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver, schneller, pünktlicher und effizienter zu gestalten. Basis dafür sind selbst entwickelte und produzierte Hard- und Software für die Planung, Steuerung, Analyse und Optimierung des Betriebsgeschehens.

Intelligente Gesamtlösungen

Wettbewerbsvorteil des integrierten Telematiksystems von init ist eigenen Angaben zufolge die Verbindung der Funktionen eines Betriebsleitsystems und anderer zentraler Software-Lösungen mit den mobilen Telematiksystemen im Fahrzeug sowie den elektronischen Zahlungssystemen. Wie das Unternehmen herausstellt, sei man der einzige Hersteller, der auch elektronische Zahlsysteme voll in das Gesamtsystem integrieren kann. Die Verbindung zu den Fahrzeugen wird über eigene Kommunikationslösungen oder über öffentliche Telekommunikationsnetzwerke hergestellt. Die einzelnen Komponenten lassen sich zudem zu standardisierten und kundenspezifisch maßgeschneiderten intelligenten Gesamtlösungen zusammenfügen.

Einzigartiges Know-how

Produkte und Dienstleistungen von init kommen an. Mehr als 400 Projekte hat die Gesellschaft realisiert. Dabei hat sie sich laut eigener Aussage ein einzigartiges Know-how über die Bedürfnisse von Verkehrsunternehmen angeeignet. Mit diesem Wissen kann das Unternehmen noch gezielter an die Kundschaft herantreten. Dies scheint auch zu klappen, wie die jüngsten Aufträge implizieren. Ende Juli hatte init den bislang größten Auftrag der Firmengeschichte an Land gezogen. Als Generalunternehmer wird die Gesellschaft in den nächsten vier Jahren die Betriebszentralen von vier Verkehrsbetrieben in Düsseldorf, Duisburg, Essen und Mülheim sowie deren mehr als 1.000 Busse und Straßenbahnen mit leistungsfähiger Hard- und Software (Bordrechner, Betriebsleitsysteme, dynamische Fahrgastinformationen) ausstatten. Das Auftragsvolumen ist noch nicht genau bekannt, soll aber 35 Mio. Euro übersteigen.

Pilotprojekt

In der vergangenen Woche erhielt init zudem den Zuschlag für ein Pilotprojekt in Salzburg. Es geht dabei darum, Individualverkehr und ÖPNV besser aufeinander abzustimmen, um knappe Energieressourcen zu sparen und Schadstoffemissionen zu reduzieren. Die Gesellschaft liefert dazu für den Betreiber des ÖPNV (Salzburg AG) Hard- und Software für Betriebssteuerung, Fahrgastinformation und Zahlungssystem. „Das Salzburger Modell ist zukunftsweisend für die effiziente Organisation von Verkehrssystemen in Ballungsräumen. Wir sind deshalb sehr stolz, für dieses Pilotprojekt einen wesentlichen Beitrag leisten zu dürfen. Wir gehen auch davon aus, dass es künftig vermehrt Ausschreibungen für solche integrierten Systeme geben wird“, betonte der Vorstand.

Auch Zahlen überzeugend

Die von init gelieferte Qualität scheint die Kundschaft also weiterhin zu überzeugen. Dafür sprechen auch die in der Vorwoche vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr 2012. init erzielte zweistellige Zuwächse und übertraf die eigenen Planungen. Dazu beigetragen haben die Steigerungen im zweiten Quartal. Hier kletterte der Umsatz zum Vorjahreszeitraum um 27% auf 22,4 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs ebenfalls um 27% auf 4,7 Mio. Euro. In den ersten sechs Monaten insgesamt lag das Erlösplus bei 33,2% auf 42,1 Mio. Euro. Obwohl die weitere Internationalisierung des Vertriebs, die Erschließung neuer Märkte und die hierzu nötige Gründung von Töchtern zu gestiegenen Vertriebs- und Verwaltungskosten führten, legte auch das EBIT mit 20,6% auf 7,5 Mio. Euro deutlich zu. Aufgrund einer erhöhten Steuerquote fiel der Zuwachs beim Nachsteuergewinn von 4,9 auf 5 Mio. Euro zwar nur marginal aus, dies ändert jedoch nichts an dem insgesamt sehr guten Abschneiden. Die erhöhte Steuerquote ist zudem darauf zurückzuführen, dass der Großteil der steuerfreien Ergebnisse aus den Projekten im Mittleren Osten erst im zweiten Halbjahr 2012 verbucht werden kann.

Ziele bekräftigt

Mit den Halbjahreszahlen scheint init auf einem sehr guten Weg, die positive Entwicklung der vergangenen Jahre mit jeweils immer neuen Spitzenwerten fortzusetzen. 2011 hatte die Gesellschaft 88,7 Mio. Euro umgesetzt und dabei ein EBIT von 20,4 Mio. Euro sowie einen Überschuss von 15,1 Mio. Euro erzielt. Neue Rekorde scheinen auch im Gesamtjahr 2012 drin. Der Vorstand zeigte sich weiter zuversichtlich und bekräftigte das Umsatzziel von mehr als 95 Mio. Euro bei einem EBIT von gut 19 Mio. Euro. Voraussetzung ist, dass keine unerwarteten Einflüsse auftreten. Basis für die Zuversicht ist die gute Auftragslage. Wie es aus dem Unternehmen hieß, wirkten sich die aus der Staatsschuldenkrise der Industrieländer ergebenden Risiken für die Konjunktur noch nicht negativ aus. Die Gesellschaft hob zudem den hohen Auftragsbestand inklusive des im Juli eingegangenen bislang größten Auftrags der Firmengeschichte von aktuell mehr als 150 Mio. Euro (Vorjahr: 145 Mio. Euro) hervor, womit bereits mehr als 95% des für 2012 erwarteten Umsatzes abgedeckt seien. Gestützt auf den hohen Auftragsbestand, die vielen laufenden Ausschreibungen und den weiterhin bestehenden, weltweiten Bedarf zum Aufbau und zur Modernisierung von Nahverkehrssystemen sieht init zudem gute Voraussetzungen für ein anhaltendes Wachstum 2013.

Fazit

init ist in einem Bereich tätig, dessen langfristigen Aussichten glänzend scheinen. In modernen Gesellschaften mit immer größeren Städten und Ballungsräumen sowie dem zunehmenden Bedarf an Mobilität ist ein verlässlicher, schneller und effizienter ÖPNV unverzichtbar. Die Gesellschaft hat auf diesem Gebiet in vergangenen Jahren eine hohe Innovationskraft bewiesen und sich zu einem der führenden Anbieter gemausert. Sie deckt heute mit einem umfassenden Portfolio an Produkten und Dienstleistungen alle wichtigen Aufgabenstellungen in Verkehrsbetrieben ab. Die Voraussetzungen scheinen vorhanden, an die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre mit kontinuierlich steigenden Ergebnissen anzuknüpfen. In einigen Regionen besteht zwar das Risiko, dass Sparprogramme zur Haushaltskonsolidierung sinkende Investitionen nach sich ziehen. Insgesamt besteht weltweit in den nächsten Jahren aufgrund der erwarteten kräftigen Zunahme der Fahrgastzahlen jedoch ein hoher Bedarf zum Aufbau und zur Modernisierung von Nahverkehrssystemen, was eine nachhaltige Wachstumsperspektive für init schafft. Eine gesunde Bilanz rundet das positive fundamentale Gesamtbild ab. Weil mit dem jüngsten kräftigen Anstieg zudem das bisherige Allzeithoch geknackt wurde, ist zudem aus charttechnischer Sicht der Weg frei. Damit könnten Investoren weiterhin auf die init-Aktie abfahren, sodass aktuell ein guter Zeitpunkt für spekulative Long-Positionen sein könnte.