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Familienunternehmen sind Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

(Bild: Shutterstock)



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Eigentümergeführte Unternehmen überzeugen seit langem beim Thema Nachhaltigkeit. Warum sie hier auch in Zukunft führend sein werden, hat vielfältige Gründe.

Von Birgitte Olsen – Bellevue Asset Management

Nachhaltigkeit ist derzeit das vorherrschende Thema. Familienunternehmen überzeugen im Kern durch Beständigkeit, langfristige Perspektive und ökonomische Nachhaltigkeit. Dies verdanken sie in der Regel insbesondere vier Qualitätsfaktoren: Starke Bilanzen, ein hoher Innovationsgrad, überdurchschnittliche Margen sowie dynamisches Wachstum. Eigentümerfamilien sind typischerweise mit einem Grossteil des eigenen Vermögens in ihrer Firma investiert und an der langfristigen Wertentwicklung interessiert – was heute zunehmend mit der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren verbunden ist.

Auch historisch lässt sich ein starker positiver Trend erkennen. Einer Studie der Credit Suisse Research zufolge stiegen zwischen 2014 und 2019 die durchschnittlichen ESG-Scores von Familienunternehmen deutlich stärker als jene von  Nicht-Familienunternehmen. Heute werden die ESG-Scores von Familienunternehmen vor allem durch deren starke Umwelt- und soziale Orientierung weiter angetrieben.  

Gerade kleinkapitalisierte Unternehmen werden oftmals gegenüber Grosskonzernen systematisch benachteiligt.  Das liegt teilweise an fehlenden personellen Ressourcen oder mangelnder Erfahrung im Umgang mit ESG-Fragestellungen. Letztendlich kann all dies ursächlich zu einer Unterbewertung im Hinblick auf die heutzutage immer wichtiger werdenden ESG-Scores führen. ESG-Überlegungen sollten deshalb im Investitionsprozess und der Fundamentalanalyse vollumfänglich integriert werden. Dabei sollte der Fokus nicht etwa nur auf Risiken, sondern auch auf Chancen gelegt werden, die sich aus der Nachhaltigkeitsperspektive ergeben. Im Rahmen der Titelselektion sollten so attraktiv bewertete Unternehmen identifiziert werden, die noch nicht den ESG-Scoring haben, den sie tatsächlich verdienen und die - vom breiten Markt noch weitgehend unentdeckt - sich zu möglichen zuküntftigen „ESG Superstars“ entwickeln könnten.

Für eine nachhaltige Entwicklung steht beispielsweise die Firma Stora Enso, der weltgrößte Waldbesitzer. Das Unternehmen hat sich von seinem ursprünglichen Kerngeschäft - der Papierherstellung - stetig wegbewegt in Richtung nachhaltiger Verpackungsmaterialien, Biomaterialien und Holzprodukte wie zum Beispiel CLT. Wir sehen auch großes Potenzial bei der Verwendung von Bio basierten Lignode. Dieses Nebenprodukt bei der Herstellung von Zellulosefasern kann als Ersatz von Graphite-Anode für Lithium-Ionen-Batterien genutzt werden.

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19.11.2021 | 09:30

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