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Pharmabranche profitiert vom demographischen Wandel


Von Martin Münzenmayer

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und einer niedrigen Geburtenrate wird der Bevölkerungsanteil alter Menschen in den Industrieländern deutlich zunehmen. Dieser Megatrend treibt das Wachstum der Pharmaindustrie an.

Seit Anfang 2013 ist der Euro Stoxx 50 um 14 Prozent gestiegen. Im kommenden Jahr dürfte der Aktienindex weiter nach oben klettern. Denn es gibt mehrere Anzeichen für eine Konjunkturerholung in Europa. Anleger sollten aber nicht nur auf den europäischen Leitindex, sondern auch auf den Stoxx Europe 600 Health Care setzen. In diesem Branchen-Index sind die Aktien der Pharmakonzerne Novartis, Roche, Sanofi, GlaxoSmithKline und Novo Nordisk die fünf am höchsten gewichteten Titel. Langfristig werden diese hervorragend positionierten Unternehmen auf Wachstumskurs bleiben. Einer der Gründe hierfür ist der kontinuierlich steigende Bedarf an Medikamenten in den Industrieländern, in denen es aufgrund der steigenden Lebenserwartung und einer niedrigen Geburtenrate zu einer Überalterung der Bevölkerung kommen wird.

Alte Menschen sind oft chronisch krank

Aktuellen Schätzungen zufolge wird der Anteil der 60-Jährigen in der Europäischen Union bis 2050 von 24 auf 38 Prozent steigen. Und in Deutschland dürfte sich bis 2030 die Anzahl der Personen, die mindestens 85 Jahre alt sind, von zwei auf 3,8 Millionen erhöhen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass vor allem alte Menschen an chronischen Zivilisationskrankheiten leiden. Eine davon ist der Typ-2-Diabetes – diese Stoffwechselerkrankung wird bei fast 20 Prozent der Deutschen diagnostiziert, die älter als 60 Jahre alt sind. Mit Tabletten bekommt man den „Altersdiabetes“ meistens gut in den Griff, wenngleich einige Betroffene Insulin spritzen müssen. Auch andere chronische Krankheiten wie Bluthochdruck und Rheuma lassen sich heutzutage effektiv mit Medikamenten behandeln. Die dafür anfallenden Kosten belasten jedoch die staatlichen Gesundheitssysteme. Entschärfen lässt sich dieses Problem durch die Verordnung von Generika. Dabei handelt es sich um wirkstoffgleiche Medikamente, die erst nach dem Ablauf des Patentschutzes der jeweiligen Markenprodukte auf den Markt gebracht werden dürfen. Generika unterscheiden sich in puncto Wirksamkeit nicht von den Originalen. Aber sie sind deutlich günstiger als die Arzneimittel der Erstanbieter, da keine Forschungskosten anfallen und die Entwicklungskosten sehr gering sind.

Weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodelle

Die Wachstumsperspektiven der Generika-Branche sind gut, weil viele Regierungen den Anstieg der staatlichen Gesundheitskosten bremsen wollen. Daher eignet sich das Generika-Select-Zertifikat (WKN: 853796) der Royal Bank of Scotland als Depotbeimischung. Dieses Finanzprodukt ohne Laufzeitbegrenzung bildet die Wertentwicklung eines Aktienkorbes ab, der bis zu 25 Titel aus dem Generika-Sektor umfassen kann. Gemanagt wird der Basket von Fachleuten der Apo Asset Management GmbH, die zur Deutschen Apotheker- und Ärztebank gehört. Aus Anlegersicht interessant ist, dass die Geschäftsmodelle von Generikaherstellern und Pharmakonzernen weitgehend konjunkturunabhängig sind. Die großen Player der europäischen Pharmabranche punkten zudem mit soliden Bilanzen. Anleger, die sich einen ETF auf den Stoxx Europe 600 Health Care ins Depot legen, können also ruhig schlafen.

18.10.2013 | 00:00

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