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Dividenden 2019: Airbag für Marktturbulenzen


Die europäische Wirtschaft schwächelt. Trotz der immer noch guten konjukturellen Situationen dürfte sich die Unsicherheit angesichts verschärfter globaler Handelsbedingungen weiter an den europäischen Aktienmärkten entladen. Können Dividenden das Portfolio stabilisieren?

- Brexit-Finale ausschlaggebend für europäische Aktienmärkte 2019
- Allianz Global Investors erwartet 2019 Ausschüttungen von rund 350 Milliarden Euro im MSCI Europe
- Laut aktueller Dividendenstudie von Allianz Global Investors trugen Dividenden seit 1973 zu rund 41% zur Gesamtrendite europäischer Aktien bei

Die europäische Wirtschaft droht abzuschwächen. Trotz der immer noch guten konjunkturellen Situation dürfte sich die Unsicherheit angesichts verschärfter globaler Handelsbedingungen weiter an den europäischen Aktienmärkten entladen. „Wir rechnen 2019 mit einem Wirtschaftswachstum in Europa von rund 1,5 %. Aber der Druck steigt mit dem Schließen der weltweiten Liquiditätsventile“, meint Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe und Fondsmanager des Allianz European Equity Dividend. „Eine verlangsamte Konjunktur belastet nicht nur hochverschuldete Länder wie Italien. Auch verlässliche EU-Motoren wie Frankreich und Deutschland stottern angesichts der zunehmenden innenpolitischen Unruhen und internationalen Unstimmigkeiten immer öfter. Die EU ist verwundbar – damit wird das Wohl und Wehe an den europäischen Aktienmärkten auch von der Ausgestaltung des Brexit-Finales abhängen.“

2019 erwartet de Vries-Hippen Dividendenzahlungen der Unternehmen im MSCI Europa in Höhe von rund 350 Milliarden Euro.1 Damit würden europäische Unternehmen wieder rund 16 Milliarden Euro (4,8%) mehr an ihre Aktionäre ausschütten als im Vorjahr. Ein neuer Rekord in Folge, wobei die Höhe der Ausschüttungen nicht allein für die Titelauswahl des Fondsmanagers ausschlaggebend ist: „Für uns ist die Kontinuität der Dividendenzahlungen ebenso wichtig wie die relative Höhe, denn eine positive Kombination signalisiert eine gesunde Grundlage. Solche Unternehmen erweisen sich oft als stabile Anker in stürmischen Zeiten“, sagt de Vries-Hippen. Unternehmen mit gut gestützten Dividendenzahlungen und Wachstumspotenzial gäbe es derzeit einige, sogar zu Rabatt-Preisen am Markt. „Als aktiver Manager nutzen wir Marktrücksetzer als Kaufchancen, um vielversprechende Unternehmenspositionen weiter auszubauen“, meint der Fondsmanager. Ein Fokus liege dabei auf dem europäischen Energiesektor, da sich die massiven Umstrukturierungen schon in absehbarer Zeit in einer stärkeren Cash-Generierung und Dividenden auszahlen dürften. Zu den „Dividenden-Klassikern“ zählt de Vries-Hippen schon seit Jahren Unternehmen der Versicherungsbranche.

Allianz Global Investors Dividendenstudie 2019

„Im Anlegerdepot haben Ausschüttungen eine Airbag-Funktion, die sich gerade angesichts der unsicheren Marktsituation besonders vorteilhalft auswirken kann“, erläutert Hans-Jörg Naumer, der als Leiter Kapitalmarktanalyse auch für die aktualisierte Studie „Kapitaleinkommen mit Dividenden“ von Allianz Global Investors verantwortlich ist. „Dividenden können das Portfolio stabilisieren, weil sie Kursrückschläge abfedern und planbare Einkommen generieren.“ Laut der Publikation haben Ausschüttungen seit 1973 bis heute einen Anteil von rund 41% an der Gesamtrendite europäischer Aktien. Damit konnten sie Kursverluste teilweise oder sogar ganz kompensieren. Insbesondere europäische Unternehmen sind im internationalen Vergleich besonders ausschüttungsfreundlich. So lag deren Dividendenrendite Ende 2018 marktweit bei durchschnittlich ca. 3,8 %.

Doch nicht nur die Dividenden selbst sorgen für mehr Stabilität bei Aktieninvestments. „Dividendenstarke Aktien entwickeln sich anscheinend deutlich weniger schwankungsintensiv als Aktien von Firmen mit geringeren Dividendenzahlungen. Das deutet ein Blick in den Rückspiegel am Beispiel der USA an, wo die längsten Zeitreihen seit 1975 verfügbar sind“, sagt Naumer. Die Volatilität von US-Unternehmen, die Dividende zahlten, fällt im Vergleich zu Unternehmen ohne Gewinnausschüttungen deutlich geringer aus. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich für europäische Dividendentitel seit den 1990er Jahren ab.

25.01.2019 | 11:02

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