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USA: Taube verleiht Flügel

S&P 500


Eine Taube macht zwar keinen Sommer, aber einen goldenen Herbst. Zumindest am US-Aktienmarkt dieser Tage. Dort setzte sich jüngst die zuletzt steigende Tendenz fort. Dow Jones und US-Aktienindex S&P 500 erreichten neue Rekorde. Man braucht die Bullen nur am geldpolitischen Zucker naschen zu lassen.

Der Kaufrausch ist dann vorprogrammiert. An den ersten beiden Handelstagen eher lustlos und auch am Mittwoch anfänglich ohne pepp, wurde dann darauf spekuliert, dass die designierte US-Notenbankchefin Janet Yellen bei ihrem Auftritt vor dem Bankenausschuss des Senats am Donnerstag keine Hinweise auf eine baldige Verschärfung der Geldpolitik geben wird. Die als Taube geltende Währungshüterin, die Ben Bernankes Geldpolitik voll mittrug, tat der Wall Street den Gefallen. Zwar räumte sie auch ein, dass die Politik der Niedrigzinsen und Wertpapierkäufe nicht ewig dauern könne und Gefahren berge. Sie zu früh und zu abrupt zu beenden sei jedoch ebenfalls ein Risiko. Deshalb gurrte sie in der gleichen Tonart wie zuletzt Bernanke. Die US-Wirtschaft müsse sich demnach noch weiter erholen. Daher soll auch unter ihrer Führung die Politik des billigen Geldes erst einmal beibehalten werden, bis die Konjunktur robust genug ist. Das dieses Ziel längst nicht erreicht ist, unterfütterten die schwachen Wirtschaftsdaten vom Freitag (Industrieproduktion, NY Empire Manufacturing).

15.11.2013 | 00:00

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