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ATX: Risiko Finanztitel

ATX Index

ATX Index


Rückblickend vollzog der ATX eine ausgeprägte Berg-und-Tal-Fahrt: Von 2003 bis 2007 verfünffachte sich der Index und markierte im Juli 2007 mit rund 5.000 Zählern sein Allzeithoch. Dann kam der Absturz. Auch in diesem Jahr sieht es relativ bescheiden aus. Zuletzt rutschte der ATX wieder unter die Marke von 2.000 Zählern. Nicht nur die Momentaufnahme ist eher bescheiden, auch die Vorzeichen für Österreichs Wirtschaft im kommenden Jahr sind durchwachsen, während die Konjunktur derzeit noch rund zu laufen scheint. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank gehen davon aus, dass sich die Alpenrepublik 2012 am Rande der Rezession bewegt. Die Erwartungen an das Exportgeschäft haben sich zudem weiter reduziert. Experten begründen den signifikanten Kursrutsch mit der starken Präsenz zyklischer Werte und von Finanztiteln. Mit der Raiffeisen, Erste Group und Vienna Insurance kommen gleich drei der 20 ATX-Mitglieder aus der Finanzindustrie. Diese gehören zu den größten Verlierern in diesem Jahr und mussten Abschläge von bis zu 50% hinnehmen. Zur allgemeinen Bankenkrise kommt bei der Raiffeisen hinzu, dass der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit hauptsächlich in Osteuropa liegt, wo sich das hohe Wachstum mittlerweile deutlich abgeschwächt hat. Auch das Risiko einer Kapitalerhöhung ist zuletzt gewachsen. Beim Anlagenbauer Andritz gab es indes jüngst Positives zu berichten. Für 2011 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 4 Mrd. Euro, im kommenden Jahr sollen sich die Einnahmen auf 4,5 Mrd. Euro belaufen. Nach Medienberichten ist die Telekom Austria angeblich zum Ziel feindlicher Begierde geworden. Anleger können sich jedenfalls freuen – der Aktie sollte die Übernahmefantasie (kurzfristig) Rückenwind geben. Im Wochenvergleich verbuchte die Aktie ein sattes Kursplus.

07.10.2011 | 00:00

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