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Banken unter Druck!

STOXX 600 Banks - Stand: 22.01.2010

STOXX 600 Banks - Stand: 22.01.2010


Beide Indizes hatten nach den herben Einbrüchen von Mai 2007 bis März 2009 im Zuge der Finanzkrise großes Erholungspotenzial, was Spekulanten anlockte. Vorläufiger Höhepunkt waren die Mitte Oktober markierten Zwischenhochs. Seitdem scheint die Luft allerdings raus und beide Indizes machten eine Verschnaufpause. Zuletzt nahm nun der Verkaufsdruck zu. Bereits in der Vorwoche schwach, ging es auch an den vergangenen fünf Handelstagen deutlich abwärts. Schuld sind die Banken-Regulierungspläne der US-Regierung. Sie will den dortigen Großbanken mit neuen Handelsregeln Grenzen setzen. Nach den Plänen von Präsident Barack Obama soll demnach beispielsweise der Eigenhandel beschnitten werden. Im Eigenhandel arbeiten die Institute für sich selbst und auf eigene Rechnung und nutzen dafür verschiedene Finanzinstrumente, um Profite zu erzielen. Bei vielen Banken hat sich dieser Bereich in der Finanzkrise als großer Verlustbringer entpuppt, weil zahlreiche risikoreiche Geschäfte platzten. Daneben sollen die Banken nicht mehr in Hedgefonds investieren, Anteile an ihnen halten oder sie fördern können. Mit den Maßnahmen soll die exzessive Risikobereitschaft verringert werden. „Wir müssen vernünftige Reformen beschließen, die den Steuerzahler und die amerikanische Wirtschaft vor künftigen Krisen beschützen“, sagte Obama. Die Wall Street reagierte verschnupft – Bankaktien gehörten zu den größten Verlierern. Von den Plänen der US-Regierung wurden auch die europäischen Bankaktien in Mitleidenschaft gezogen. Die geplanten Regulierungen haben zwar keine direkten Auswirkungen für die europäischen Banken, allerdings könnten sie den Boden für eine auch hierzulande ähnliche Regulierung bereiten.

 

25.01.2010 | 00:00

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