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Bleibt der Ölpreis unter 50 US-Dollar je Barrel?

Ölpreis (WTI)

Ölpreis (WTI)


Bleibt er unter der Marke von 50 USDollar je Barrel und fällt sogar noch weiter? Oder sind in den nächsten Monaten steigende Kurse zu befürchten? Eine Antwort ist kaum möglich und auch die Expertenmeinungen zur Entwicklung des Ölpreises im Jahr 2009 gehen mit 20 bis 120 US-Dollar weit auseinander.

Seit Weihnachten zog der Ölpreis unterdessen wieder deutlicher an. Der Anstieg setzte sich in der vergangenen Woche zunächst fort, und am Dienstag lugte der Preis kurz über die Marke von 50 US-Dollar je Barrel. Dazu haben die jüngst wieder aufgeflammten geopolitischen Risiken (Konflikt im Nahen Osten) beigetragen. Außerdem sind die Investoren besorgt über den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Daneben haben vielleicht auch die vom künftigen US-Präsidenten angekündigten Steuersenkungen geholfen, die, so die Hoffnung, die Nachfrage ankurbeln könnten. Ob und wie schnell sich die Ölnachfrage erholt, bleibt angesichts der nach wie vor düsteren Konjunkturaussichten jedoch offen.

Vorerst sieht es nicht nach einer Erholung aus, wie die stärker als erwartet gestiegenen US-Ölreserven am Mittwoch zeigten. Sie sorgten für den größten Tagesverlust (-12%) seit mehr als sieben Jahren. Am Donnerstag stabilisierte sich der Preis jedoch wieder. Es wurde auf die im Dezember von der OPEC beschlossene und ab Januar wirkende stärkste Kürzung der Ölförderung verwiesen. Insgesamt hatte die OPEC seit September drei Beschlüsse zur Drosselung gefasst, um damit das Angebot zu verknappen und den Preis zu stützen. Abzuwarten bleibt, ob sich die OPEC-Mitglieder an die geringeren Quoten halten. Zudem dauert es eine Weile, bis die Kürzungen am Markt wirken. Einige Experten rechnen jedoch mit einer mittelfristigen Stabilisierung des Ölpreises, weil das Angebot schneller fallen dürfte als die Nachfrage. Am Freitag ging es jedoch wegen der anhaltenden Rezessionssorgen erneut abwärts.

Für die weitere Entwicklung des Ölpreises ist nun entscheidend, ob die Investo- ren die schwächelnde Ölnachfrage aufgrund der nachlassenden Weltkonjunktur im Fokus haben, was eher für weiter fallende Kurse spräche. Bewerten sie indes das aufgrund der Produktionskürzungen wohl mittelfristig sinkende Angebot stärker, vielleicht untermauert durch anhaltende geopolitische Risiken, dürfte dies den Ölpreis stützen.

19.11.2009 | 00:00

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