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Chemie: Allzeithoch rückt näher

DAXsector Chemicals - Stand: 13.11.2009

DAXsector Chemicals - Stand: 13.11.2009


Trotz der kräftigen Erholung in den vergangenen Wochen sind viele Indizes noch sehr weit von ihren bisherigen Allzeithochs entfernt. Dies gilt auch für die deutschen Kursbarometer wie DAX oder MDAX, die mit jeweils mehr als 30% noch die geringsten Strecken bis zu ihren Höchstständen zurücklegen müssen. Einen deutlich kürzeren Weg hat indes der DAXsector Chemicals vor sich, der 15,3% von seinem im Januar 2008 markierten Allzeithoch entfernt ist und damit innerhalb der Branchenindizes am besten abschneidet.

Die Hoffnung sowie die ersten Anzeichen einer konjunkturellen Erholung, von denen die Chemiewerte als Erste profitieren sollten, waren sicherlich treibende Faktoren. In der Vorwoche bekam diese Zuversicht neue Nahrung durch den Verband der Chemischen Industrie, der davon sprach, dass sich der Aufwärtstrend in der deutschen Chemieindustrie im dritten Quartal nach der scharfen Talfahrt zum Jahreswechsel verstärkt und an Substanz gewonnen hat. Trotz des spürbaren Aufwindes bleibt die Situation für die Branche wegen des schlechten Jahresbeginns insgesamt aber schwierig, hieß es und man bekräftigte vor diesem Hintergrund die Prognose, wonach die Chemieproduktion 2009 um rund 10% sinken dürfte, was der schärfste Einbruch seit 1975 wäre. Mut mache jedoch, dass sich immer mehr Industrienationen aus der Umklammerung der Weltwirtschaftskrise lösen können und Südostasien wieder auf Wachstum eingeschwenkt ist.

Diese Zuversicht wurde jüngst unterfüttert von starken Wirtschaftsdaten aus China. Dort hatte sich im Oktober die Industrieproduktion zum Vorjahreswert mit 16,1% so deutlich verbessert wie seit März 2008 nicht mehr. Nachdem die zyklischen Chemiewerte in der Vorwoche bereits kräftig stiegen, legten sie in den vergangenen fünf Handelstagen daher nach. Der DAXsector Chemicals, der insgesamt 13 Werte umfasst, kletterte um 5,3%. Selbst ein von der EU-Kommission wegen Wettbewerbsverstößen verhängtes Bußgeld von insgesamt 173 Mio. Euro gegen BASF und weitere Spezialchemiekonzerne bremste kaum.

11.12.2009 | 00:00

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