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Die Aktien von Siemens und Telekom vor dem Showdown


Auch 2020 können deutsche Anleger auf hohe Dividenden hoffen. Eine BAS-Hochrechnung erwartet mit den Dax-Konzernen mehr als 36 Milliarden Euro. Siemens und Telekom sind besonders freigiebig. Doch beide Konzerne stehen an einer brisanten Weggabelung

Die Siemens-Aktie hat 2018 etwa 20 Euro verloren, und 2019 die 20 Euro wieder hinzugewonnen. Ihren Höchstwert vom Mai 2017 hat die Aktie noch nicht wieder erreicht, aber Siemens-Aktionäre können sich immerhin mit einer ordentlichen Dividende trösten: 3,60 Euro (2017), 3,70 Euro (2018) und 3,80 Euro (2019). In diesem Jahr werden es sogar 3,90 Euro. Bezahlt werden sie am 5. Februar. Siemens hat in 25 Jahren noch nie die Dividende gekürzt und lockt nun mit 3,4 Prozent Rendite.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Siemens seinen Umsatz um drei Prozent auf 86,8 Milliarden Euro steigern können. Das operative Ergebnis stieg nur leicht auf neun Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank wegen Sonderfaktoren im Jahr zuvor auf 5,6 (Vorjahr 6,12) Milliarden Euro. Die Lage ist durchwachsen. Vor allem die Kraftwerkssparte hat weiter zu kämpfen. Das operative Ergebnis sank im Geschäftsjahr nochmals von 722 auf 679 Millionen Euro. Die Marge betrug damit nurmehr 3,8 Prozent. Auch im laufenden Geschäftsjahr erwartet der Vorstand hier kaum eine Besserung. Doch es gibt Hoffnungsschimmer: Der Auftragseingang legte um vergleichbar sieben Prozent auf knapp 20 Milliarden Euro zu. Und: der Wundermanager Michael Sen sollm die Sparte nun retten, wie er es schon mit der Medizinsparte getan hatte. Mit der Trennung vom Energiegeschäft erreicht die Zerlegung von Siemens 2020 ihr Finale. Wird der künftige Chef Michael Sen das neue Unternehmen zum Erfolg führen, dann ist auch die Siemens-Aktie langfristig eine gute Anlage.

Telekom vor US-Entscheid

Die 3,4 Prozent Siemens-Dividendenrendite werden von der Deutschen Telekom noch übertroffen. Sie wird für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von 60 Cent je Aktie zahlen - macht 4,1 Prozent Rendite. Der Konzern die milliardenschwere 5G-Versteigerung besser verkraftet als die Konkurrenz. In den USA steht zudem eine Entscheidung über die Fusion mit Sprint bevor. Zum Jahresabschluss gab es nun noch einmal eine positive Nachricht.Mit vereinten Kräften wollen die Deutsche Telekom und der Regionalanbieter EWE bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Firmenstandorte an das schnelle Glasfaser-Internet anschließen. Hierzu bekamen sie am Montag grünes Licht vom Bundeskartellamt - die Bonner Behörde erteilte die Freigabe für das Gemeinschaftsunternehmen "Glasfaser Nordwest" der bisherigen Konkurrenten.

In den ersten drei Quartalen 2019 erzielte die Telekom einen Konzernumsatz in Höhe von 59,2 Milliarden Euro, der mit einem Anstieg von 3,8 Milliarden Euro um 6,8 Prozent über dem Niveau des Vergleichszeitraums lag. Ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen erwirtschaftete die Telekom in den ersten drei Quartalen 2019 ein gegenüber dem Vergleichszeitraum um 1,2 Milliarden Euro oder  6,9 Prozent höheres bereinigtes EBITDA in Höhe von 18,7 Milliarden Euro.

Zur positiven Umsatzentwicklung trug das operative Segment USA mit einem Anstieg von 11,8 Prozent – währungskursbereinigt in Höhe von 5,2 Prozent – wesentlich bei. Die USA werden ohnedies zum Schlüsselten der Telekom. Gemessen am Außenumsatz leistet Amerika mit einem Anteil von 50,1 Prozent erstmals den größten Beitrag zum Konzernumsatz und lag damit um 2,3 Prozentpunkte über dem Niveau der Vergleichsperiode. Die Auslandsquote des Konzerns am Konzernumsatz erhöht sich auf nun mehr 69,3 Prozent.

Ob die Aktie 2020 gut laufen wird hängt wesentlich von den USA ab. Dort steht vor allem eine Entscheidung über die Fusion mit Sprint bevor. Mehrere US-Bundesstaaten habe  gegen die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint geklagt - jetzt muss ein Gericht entscheiden, obwohl die US-Regierung das Milliardengeschäft schon unter Auflagen genehmigt und auch die Branchenaufsicht FCC bereits grünes Licht gegeben hat. Sollte das Gericht grünes Licht geben, dann dürfte die Telekomaktie stark profitieren. Und die hohe Dividende gäbe es obendrein.

Fazit: Siemens wie Telekom stehen an einer entscheidenden Weggabelung. Die Konzerne sind solide aufgestellt, die Geschäft laufen aber nicht blendend. Doch beide können mit einem strategischen Erfolg einen Befreiungsschlag erreichen. Sollte Siemens die Energiesparte 2020 erfolgreich an die Börse bringen und die Telekom die US-Fusion endlich durchziehen, dann könnten die trägen Riesen möglicherweise an der Börse tanzen - mit oder ohne die hohen Dividenden.

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02.01.2020 | 15:11

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