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Dubais Geldnot schockt weltweite Finanzmärkte

FTSE NASDAQ Dubai UAE 20 Index - Stand: 27.11.2009

FTSE NASDAQ Dubai UAE 20 Index - Stand: 27.11.2009


Das erfolgsverwöhnte zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörende Dubai hat in der vergangenen Woche die weltweiten Finanzmärkte mit einer drohenden Pleite geschockt. Die Regierung hat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel um Zahlungsaufschub gebeten. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM will Dubai, dass die Gläubiger mindestens bis Mai 2010 auf alle fälligen Zahlungen verzichten. Insgesamt soll Dubai World finanzielle Verpflichtungen von rund 60 Mrd. US-Dollar angesammelt haben.

Die weltweiten Finanzmärkte zeigten sich sichtlich geschockt. Zum einen wird damit deutlich, dass die Finanzkrise nach wie vor nicht ausgestanden ist. Zum anderen könnte ein Staatsbankrott des Emirats weitreichende weltweite Konsequenzen haben. Einerseits für die Banken durch Abschreibungen und Belastungen durch Kreditausfallsderivate (Credit Defaults Swaps). Daneben könnte die Krise in Dubai auch die Nachbarstaaten mitreißen, was sicher auch in Europa und den USA zu spüren wäre, haben dort doch viele arabische Staatsfonds Milliardenbeträge in Unternehmen investiert. Nun besteht die Gefahr, dass diese ihr Kapital abziehen, um damit zu Hause die Finanzlöcher zu stopfen. Ob es wie befürchtet aber tatsächlich eine Pleite gibt, bleibt abzuwarten. Die Partnerstaaten Dubais in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden sicherlich finanzielle Hilfe leisten, nicht zuletzt das finanzstarke Abu Dhabi. Gespannt darf man nun sein, wie die Aktienmärkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten reagieren, die während der Hiobsbotschaften aufgrund des Islamischen Opferfestes (Eid al-Adha) ab Donnerstag geschlossen haben und erst wieder am Montag öffnen. Der FTSE NASDAQ Dubai UAE 20 Index, der die 20 größten Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abbildet, dürfte dabei sicher tiefer eröffnen und damit die seit Oktober auszumachende Korrektur fortsetzen. Zumal dann sicher auch die Unterstützung von 2.050 Punkten deutlich verletzt werden könnte.

14.12.2009 | 00:00

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