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Japan: Deflationssorgen

Nikkei 225 - Stand: 20.11.2009

Nikkei 225 - Stand: 20.11.2009


An den japanischen Aktienmärkten standen zum Wochenauftakt positive Daten im Fokus. Die Konjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hat im dritten Quartal 2009 spürbaren Aufwind erhalten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm zum Vorquartal kräftig um 1,2% zu. Dies war nicht nur das zweite Plus hintereinander, Japan überholte damit auch die USA sowie die Eurozone in Sachen Wachstumstempo.

Binnen Jahresfrist verbesserte sich das BIP sogar um 4,8% und gewann gegenüber dem Vorquartal (+2,7%) an Geschwindigkeit. Positive Impulse kamen einerseits vom wichtigen Außenhandel, vor allem angetrieben von den asiatischen Nachbarn. So richtig Partystimmung wollte bei den Investoren dennoch nicht aufkommen. Sie wissen nur zu gut, dass die positive Entwicklung auch den milliardenschweren Konjunkturpaketen der heimischen Regierung geschuldet ist. Zudem zeigte sich die japanische Regierung trotz der robusten Zahlen weiterhin besorgt. Sie beabsichtigt daher nicht, die Stimulierungsmaßnahmen zurückzuführen. Eigentlich ein Punkt, der den Börsianern Mut machen könnte. Sie zeigten sich stattdessen besorgt über ein anderes Thema. Die Regierung hob die Gefahr einer neuen Deflation hervor, nachdem die Preise im dritten Quartal um 2,6% gesunken waren. Dies war nicht nur der dritte Rückgang in Folge, sondern auch der stärkste seit 1958. Am Freitag sprach der stellvertretende Regierungschef, Naoto Kan, bereits davon, dass Japan erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder in einer Deflation steckt. Die Befürchtungen einer Abwärtsspirale aus weiter fallenden Preisen und schrumpfender Produktion bremsten daher wohl jüngst die Kauflaune in Tokio. Der Nikkei 225 verlor 2,8%. Nachdem er in den beiden vorangegangenen Wochen mit der mittleren Aufwärtstrendlinie seit Juli haderte, scheint diese nun nachhaltig nach unten verletzt. Jetzt könnten die Unterstützungen bei 9.325 und 9.050 Punkten getestet werden. Sollten diese nicht halten, sind dann wohl weitere Abgaben einzukalkulieren.

11.12.2009 | 00:00

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