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Kursrutsch an der Wall Street: Wer oder was war der Übeltäter?

Dow Jones - Entwicklung am 06.05.2010

Dow Jones - Entwicklung am 06.05.2010


Wer oder was es auch war, die dadurch ausgelösten Bewegungen an dem ohnehin schon schwachen Tag hatten selbst langgediente Börsianer noch nicht erlebt. Der Dow Jones brach binnen 15 Minuten von etwa 10.580 auf 9.873 Zähler und damit um 6,7% ein. Zum Vortag rutschte er in der Spitze sogar um mehr als 9% ab. Ähnlich sah es bei den anderen Indizes aus. Der S&P 500 notierte zwischenzeitlich 8,6% im Minus, beim NASDAQ 100 waren es 10,5% und beim NASDAQ Composite 9%. Noch dramatischer ging es bei den Einzelwerten zu. So hatten in der Spitze Schwergewichte, wie General Electric (-17%), Hewlett-Packard (-18%), 3M (-21%) und der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (-37%) deutlich an Wert verloren. Bei manchen Titeln ging es sogar noch kräftiger, manchmal um mehr als 90%, abwärts.

So plötzlich und heftig die Einbrüche kamen, so schnell erholten sich die Kurse aber wieder. Der Markt fand keine Gründe für den Preisrutsch und die Notierungen preschten binnen weniger Minuten wieder nach oben. Am Handelsende fiel die Bilanz bei den US-Indizes mit Abschlägen zwischen 3,2% und 3,4% daher vergleichsweise moderat aus. Die Entwicklung im Tagesverlauf wirft jedoch etliche Fragen auf und die Börsenbetreiber NYSE und NASDAQ OMX sind um Aufklärung und Schadensbegrenzung bemüht. Sie wollen alle Transaktionen von besonders stark betroffenen Werten rückgängig machen und arbeiten hier eng mit der zuständigen US-Börsenaufsicht SEC und der Regierung zusammen. Auch wenn die Ursache des so noch nie da gewesenen Absturzes noch nicht geklärt ist, fordern zudem einige Politiker nun bereits strengere Regeln für den Computerhandel.

07.05.2010 | 00:00

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