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Nikkei nahe 8.000er-Marke




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Für positive Impulse sorgen zum einen die neuen geldpolitischen Signale aus den USA sowie die feste Wall Street. Zu anderen wusste auch die japanische Notenbank zu überraschen. Sie ließ ihren Leitzins zwar unverändert bei 0,1%, legte aber bei den unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen nach. Sie stockte ihre Aufkäufe von langfristigen Staatsanleihen auf und erwägt nachrangige Schuldverschreibungen von den heimischen Banken zu übernehmen, um damit den Geldmarkt mit Liquidität zu versorgen. Ein weiteres Ziel ist, die Märkte zu beruhigen. Die Rechnung ging zunächst auf, wie die steigenden Kurse zeigen. Ob die Schritte aber sinnvoll sind und gegebenenfalls ausreichen, um die in der Finanzkrise stark angegriffene Kapitaldecke der Banken zu stützen, ist jedoch fraglich. Zudem hat sich an den Fundamentaldaten nichts geändert. Die Bank of Japan bekräftigte in diesem Zusammenhang jüngst ihre zurückhaltende Einschätzung der Wirtschaftslage. Sie erklärte in ihrem Monatsbericht, dass sich die Wirtschaft beträchtlich abgeschwächt hat und sich der Abschwung noch weiter fortsetzen dürfte. Von einer brummenden Konjunktur ist man also weit entfernt. Dies zeigt auch die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), der 2009 von einem BIP-Rückgang von 5,8% ausgeht. Handfeste Gründe für steigende Notierungen sind also derzeit nicht auszumachen. Noch gibt es keine Hinweise auf eine konjunkturelle Erholung. Entsprechend skeptisch ist der jüngste Kursanstieg zu betrachten. Es kann schnell wieder zu Gewinnmitnahmen kommen. Charttechnisch betrachtet ist jedoch auch nicht auszuschließen, dass sich die jüngste positive Tendenz weiter fortsetzt. Der Nikkei hat in der Vorwoche kurz vor seiner Unterstützung bei 6.995 Zählern (Jahrestief 2008) wieder nach oben gedreht, konnte nun auch die Hürde von 7.604 Punkten (Jahrestief 2003) überwinden und versuchte sich bereits an der runden 8.000er-Marke. Gelingt ein Sprung darüber, kann es schnell in Richtung 8.500 bis 9.000 Punkte gehen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht, und sollte sich beispielsweise die zuletzt gegenüber dem US-Dollar deutliche Aufwertung des Yen fortsetzen, könnte die Stimmung in Tokio schnell wieder kippen.

 

10.11.2009 | 00:00

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