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Nikkei: trotz mieser Konjunkturdaten und starkem Yen fester

Nikkei 225

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Im Zeitr aum September bis Dezember nahmen bei den mehr als 10.000 befragten Firmen vor allem die Sorgen über ein schwaches Exportwachstum inmitten einer nachlassenden Weltkonjunktur zu. Der Stimmungsindex brach daher von -3 auf -24 Punkte ein. Dies war nicht nur der größte Rückgang seit fast 34 Jahren, der Indikator fiel auch auf den tiefsten Stand seit rund sechs Jahren. Und auch für die nächsten Monate zeigten sich die Firmen skeptisch.

Trotz der trüben Aussichten konnte der Nikkei am Montag kräftig zulegen. Die Hoffnung auf eine Rettung der US-Autobauer stützte. Im weiteren Wochenverlauf gab es dann weitere positive Impulse aus den USA, auch wegen der historischen Leitzinssenkung. Auf der anderen Seite bremste die anhaltende Aufwertung des Yen. Allein seit August dieses Jahres hat er gegenüber dem US-Dollar um 20% aufgewertet, seit Jahresbeginn sind es mehr als 23%. Die japanische Währung gilt derzeit als sicherer Hafen unter den Devisen und steht daher bei den Investoren hoch im Kurs. Ein fester Yen ist jedoch schlecht für die stark vom Export abhängige japanische Wirtschaft, da der Großteil der Ausfuhren in US-Dollar abgewickelt wird. Das drückt die Gewinne der Exporteure, wie die der Autobauer, die bereits Tausende von Zeitarbeitern entließen, die Produktion drosseln und ihre Investitionen kürzen.

Die Zentralbank sah sich daher wohl zunehmendem Druck seitens der Regierung ausgesetzt, die bereits in einer Rezession steckende Wirtschaft mit einer Lockerung der Geldpolitik anzukurbeln und einen weiteren Yen-Anstieg zu verhindern. Am Freitag senkte sie daher ihren Leitzins von 0,3% auf 0,1% und beschloss, die Käufe von Staatsanleihen aufzustocken, um langfristige Mittel bereitzustellen und die Liquidität auf den Kapitalmärkten zu erhöhen. Darüber, ob die Maßnahmen wirken und auch Interventionen am Devisenmarkt, über die derzeit spekuliert wird, helfen, sind sich Volkswirte und Analysten aber uneins. Vielleicht gab der Nikkei deshalb vor dem Wochenende leicht nach. Zur Vorwoche blieb es jedoch bei einem Plus von 4,3%.

19.11.2009 | 00:00

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