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SMI: Paukenschlag der SNB treibt

SMI - Stand: 09.09.2011 (13:00 Uhr)

SMI - Stand: 09.09.2011 (13:00 Uhr)


Noch am Montag hatte der Schweizer Aktienmarkt in einem insgesamt sehr schwachen Umfeld in Europa deutlich Federn gelassen. Die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Dienstag, den Wechselkurs des Euros zu dem in den vergangenen Monaten äußerst erstarkten Schweizer Franken nicht mehr unter 1,20 rutschen zu lassen, sorgte dann am Berichtstag für ein Kursfeuerwerk, das die Vortagesverluste ausmerzte. Weitere Zuwächse folgten am Mittwoch und Donnerstag, allerdings mit abnehmender Dynamik. Offen ist, wie nachhaltig die jüngste positive Reaktion am Aktienmarkt auf die Devisenmarktintervention ist.

Schließlich ist es ein kühnes und äußerst gewagtes Experiment mit unsicherem Ausgang. Zunächst einmal hat zwar allein die Ankündigung ausgereicht, um den Franken zu schwächen. Allerdings darf man gespannt sein, wie der Markt nun reagiert und inwieweit sich die Notenbank tatsächlich gegen eine weitere Aufwertung stemmen kann. Sollte sie tatsächlich damit beginnen, wie angekündigt „in unbegrenztem Umfang“ Euros zu kaufen, um so den Kurs des Franken zu drücken, könnte dies ein teures Unterfangen, ja ein Fass ohne Boden werden. Zudem holt man sich nicht nur die derzeitigen Probleme der Euro-Schuldenkrise ins eigene Haus, sondern schafft sich womöglich auch selbst ein Schuldenproblem. Die SNB wird bei großen Interventionen nicht umhinkommen, die Druckerpresse anzuwerfen, um die Geldmenge auszuweiten, was außerdem noch den Inflationsdruck erhöhen könnte. Und zu guter Letzt ist dann noch die Frage, wie man die aufgekauften Euros später wieder los wird, ohne den Franken dadurch wieder zu stärken. Entsprechend umstritten ist der Kurs der SNB auch in der Schweiz, zumal der nun angepeilte Mindestkurs für die Schweizer Exporteure wohl kaum ausreicht, sie wieder signifikant konkurrenzfähiger zu machen.

09.09.2011 | 00:00

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