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Spanien: Verschärfung der Schuldenkrise

Dow Jones Spain Index - Stand: 18.11.2011 (10.45 Uhr)

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In Madrid zeigte sich die noch amtierende Regierung dennoch zuversichtlich, dass Spanien ohne internationale Hilfe auskommt. Die Bedienung der Staatsschulden sei gesichert, betonte Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado. Aber wie lange, muss man sich angesichts der jüngsten Entwicklung fragen. Der spanische Staat musste bei einer Auktion von Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren Renditen in einer Größenordnung von 7% bieten. Am Anleihemarkt selbst kletterte die Rendite für zehnjährige Papiere in der Spitze auf über 6,7%, näherte sich damit ebenfalls dem kritischen Niveau von 7%, bei dem Portugal und Irland um internationale Hilfe bitten mussten.

Mit Ausgabenkürzungen will man auch den Staat wieder flottkriegen. Mariano Rajoy, der bei der vorgezogenen Wahl an diesem Sonntag nach Umfragen nicht nur auf einen Sieg seiner Volkspartei, sondern auch auf die absolute Mehrheit im Parlament hoffen kann und damit als künftiger Ministerpräsident gilt, kündigte ein umfassendes Sparprogramm an. Unter seiner Regierung werde Spanien alles daran setzen, seine Zusagen bei der EU einzuhalten und die Neuverschuldung 2012 auf 4,4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken, betonte er. Bleibt zu hoffen, dass die konjunkturelle Entwicklung mitspielt. Die jüngsten Daten machen allerdings wenig Mut. Im dritten Quartal büßte die spanische Wirtschaft weiter an Dynamik ein. Nachdem es im Vorquartal noch ein mageres Plus gab, veränderte sich die Leistung im Zeitraum Juli bis September nicht. Die Regierung kürzte nun auch ihre Prognose für das Gesamtjahr und geht von einem BIP-Wachstum zum Vorjahr von voraussichtlich nur 0,8% aus. Bislang hatte sie 1,3% angepeilt.

18.11.2011 | 00:00

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