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Ungarn: Kapitalspritze beflügelt Börse!

HTX (Euro)

HTX (Euro)


Ungarn hat sich im Gegenzug dazu verpflichtet, die finanzielle Hilfe durch ein politisches Programm zu flankieren, das für mehr Wachstum sorgen soll. Das Land will sowohl die Konsolidierung als auch die Reformen des Staatshaushalts vorantreiben. Endlich, möchte man meinen, gilt das Land doch bereits seit Längerem als äußerst hoch verschuldet. Zudem hat Ungarn das größte Haushaltsdefizit in der gesamten EU. Maßnahmen scheinen somit mehr als nötig, um das Vertrauen der Investoren wieder zu stärken. Die nun gebilligten finanziellen Hilfen könnten dabei helfen. Außerdem dürften sie die heimische Währung stabilisieren.

Lange überwertet, hatte der Forint gegenüber dem Euro seit Juli um rund 20% abgewertet. Ein Problem für viele Ungarn, die sich im Ausland verschuldet hatten, beispielsweise mit Baukrediten. Und auch ausländische Investoren zogen ihr Kapital nach der kräftigen Abwertung ab, was die Abwärtsspirale verstärkte. Die Zentralbank hatte in der Vorwoche daher überraschend die Leitzinsen von 8% auf 11,5% angehoben. Dies könnte zwar zunächst kurzfristig kontraproduktiv für die Wirtschaft sein, da höhere Leitzinsen gerade in der aktuellen Situation das ohnehin abflauende Wachstum noch stärker bremsen könnten, es ging der Notenbank aber wohl eher darum, die Währung zu stützen. Inklusive der nun gebilligten Kapitalspritze scheint die Rechnung aufzugehen, und das Vertrauen hat wieder zugenommen.

Dafür spricht auch die kräftige Erholung an den Aktienmärkten. An der Budapester Börse kletterte der Leitindex BUX im Vergleich zur Vorwoche um 13%. Der in Wien ermittelte HTX (Hungarian Traded Index) auf Eurobasis (siehe Chart) legte sogar um 20,7% zu. Vor dem Wochenende ließ das kurzfristige Momentum zwar etwas nach, mittelfristig betrachtet signalisiert das im Kerzenchart auf Wochenbasis gebildete Muster „bullish engulfing“ aber eine potenzielle Trendumkehr. Trotz der nach wie vor vorhandenen Risiken bieten sich daher nun eventuell spekulative Käufe an.

27.11.2009 | 00:00

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