boerse am sonntag - headline

Schliekers Woche

Die Killer-Kartoffeln sind unter uns

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? – So hieß der Kinderschreck früher mal. Wer oder was der genau war, blieb geflissentlich im Dunkeln, wo ja nun Schwarze Männer auch hingehören, oder? Dabei ist der Schornsteinfeger – hat der ein Glück – häufig mal im gleißenden Sonnenlicht hoch oben auf dem Dach zu finden. Nun, die Welt ist eben schwer zu verstehen. [mehr]

Das Symbol

Man ist in der vergangenen Woche angetreten, die Welt zu retten. Nein, nicht die ganze natürlich. Die Welt des Automobils einfach nur. Aber die ist ja schon ganz schön groß, sodass sich nur die Besten darum kümmern sollten. So wie Akio Toyoda zum Beispiel, der momentan noch der Herr des größten Produzenten dieses Planeten ist und sich vielleicht noch mehr als „Master of the Universe“ gefühlt hat als dies zuvor, zyklisch bedingt, die Investmentbanker getan haben. [mehr]

Früher war alles besser!

In Griechenland hat man jeden Grund, der entfernten Vergangenheit nachzutrauern. Das einst mächtige Land der Antike ist ein Schatten seiner selbst, will das aber nicht wahrhaben. Dort, wo die größten Werke der abendländischen Philosophie entstanden, die versuchten, sich solchen Begriffen zu nähern wie Tugend, Gerechtigkeit, Demokratie – dort herrscht Korruption und Selbstsucht, Schlendrian und Vetternwirtschaft. Das sind Fakten, die nicht einmal Premier Giorgios Papandreou noch leugnet. Er hat gar keine Wahl – zu offensichtlich sind die Fakten. [mehr]

Die Wette gilt

Es ist schwer, auf ein perfektes Geschäft zu verzichten. Und die CD aus der Schweizer Unter- oder Bankenwelt (man weiß nicht, wo genau die Grenze zwischen beiden verläuft) bietet fast perfekte Konditionen: Der Staat kann mit dem Ankauf der Daten aus zweieinhalb Millionen Euro spielend leicht mehrere hundert Millionen machen. Das ist eine Rendite, die sogar Schweizer Banken neidisch machen müsste. [mehr]

Banken am Pranger

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum in Davos hatte sein Thema schnell gefunden: Die künftige Regulierung der Banken und Finanzinstitutionen. Angeregt durch die Pläne des amerikanischen Präsidenten Obama für Sondersteuern und die Aufspaltung großer Finanzkonzerne, eröffnete der französische Staatspräsident Sarkozy die Tagung mit einer harten Kritik an den Bankern: Angesichts der Not in der Welt, der ruinösen Verschuldung ganzer Staaten in Folge der Finanzkrise müsse sich etwas ändern. „Wenn wir nichts ändern, handeln wir verantwortungslos“. [mehr]

Böse Gewinne, böse Verluste

Da waren die Aktienmärkte mal richtig entsetzt: Den Stützen der US-Wirtschaft, den Banken nämlich, soll es an den weißen Kragen gehen. Zumindest denen, die hohe Gewinne im Eigengeschäft erzielen, undurchsichtige Finanzprodukte vertreiben und mit dem Geld der Steuerzahler ihren Profit vermehren. [mehr]

Arbeit für Kassandra

Man spricht mittlerweile vom „Jobwunder“, das klingt, nach Fräuleinwunder und Wirtschaftswunder, wieder wie so eine deutsche Erfolgsgeschichte und bezeichnet doch nur einen Absturz, der nicht so stattgefunden hat wie erwartet. Mal abgesehen davon, dass vieles nicht so stattfindet wie erwartet, und damit dafür sorgt, dass das Leben und die Menschheitsentwicklung am Ende unberechenbar bleiben, wie Wetter, Klima und die ehrlich stattfindenden Begegnungen der Fußball-Bundesliga, ist das Jobwunder natürlich nur eine Momentaufnahme aus einer krisenbehafteten Wirtschaftslage. [mehr]

Giftiger Googlehupf

Die weltgrößte Suchmaschine, das innovativste, was man mit dem World Wide Web anstellen kann, Software, Cloud Computing, Super- Mobiltelefon und Weltbibliothek – es gibt kaum einen Superlativ, den Google nicht für sich in Anspruch nimmt. Es ist ein weiter Weg gewesen vom Underdog der Internetgemeinde zum Riesenkonzern, der heute an die 200 Milliarden Dollar wert ist. [mehr]

Glück muss man haben, …

… denn kaufen kann man es nicht. Trotz dieser sattsam bekannten Tatsache fühlen sich Wirtschaftswissenschaftler zur Erforschung dieses unerklärlichen Gefühlsphänomens aufgerufen. So im ganz Geheimen scheint es die Ökonomen zu fuchsen, dass sich das überschäumende Wohlbefinden bei den meisten Menschen der Vorhersagbarkeit und der Messbarkeit entzieht. [mehr]

War da was?

Man sage nur: Dubai. Jetzt kommt die nächste Welle, aus einer Richtung, die man so nicht erwartet hätte. Sind nun auch die Scheiche nur Getriebene der Krise? Obwohl Dubai als ehrgeiziger, als monumentalverliebter Staat galt, dem Größe, Höhe, Weite nie groß, hoch oder weit genug sein konnten. [mehr]

Wie elektrisiert

Alle Jahre wieder läutet gewöhnlich einer der großen Stromerzeuger und -versorger zur Preisrunde. Das gibt dann jedes Mal Schlagzeilen, es hagelt Proteste und die Politik regt sich auf. Die Verantwortung für die Erhöhungen wird, je nach Ausgangsposition, mal mehr oder weniger heftig formuliert den Großen der Branche zugewiesen, mit dem Hinweis, dies passe nicht in die Landschaft. Stimmt alles. Was wäre das für eine Landschaft, in die bis zu 16-prozentige Preiserhöhungen passen würden? [mehr]

Elefantentanz

Wer als Kleinanleger derzeit VW-Aktien hält, dies vielleicht sogar schon sehr lange und möglicherweise seit der Privatisierung in den sechziger Jahren, der erlebt im Moment eine Reihe von Achterbahnfahrten, die er niemals gebucht hätte. Wenn man ihn denn gefragt hätte. Der Konzern nährte sich redlich über die Jahrzehnte, hatte manche Erfolgsgeschichte zwischen Käfer und Golf, und bescherte immer auch eine ordentliche Dividende (die darf man generell erwarten, wenn der Staat irgendwie als Großaktionär dabei ist, denn der braucht immer Geld). [mehr]

Bankennöte

Die Commerzbank leidet weiterhin erheblich unter der Krise – im dritten Quartal verlor sie eine Milliarde nach Steuern. Und weiterhin werden Unsummen in die Risikovorsorge gesteckt, um giftige Anlagen ausgleichen zu können. Auf fast allen Gebieten brennt es – seien das nun Schiffsbeteiligungen oder Zertifikate. Rund 4,2 Milliarden an Vorsorgebedarf ist da entstanden, weit mehr, als die Experten erwartet hätten. Auch deshalb wohl ein deutlicher Knick im Aktienkurs, der sich ja schon im Laufe eines Jahres verdoppelt hatte. Zu früh gefreut? Auch bei der Postbank schlägt das Schicksal zu: Die Pleite der amerikanischen CIT Bank verhagelte der Postbank, die dort engagiert war, das jüngste Quartalsergebnis. [mehr]

Kommt die Bahnsteigkarte?

Unter allgemein gellendem Geschrei hat die Deutsche Bahn von Plänen Abstand genommen, pro Fahrkarte 2,50 Euro Schaltergebühr zu erheben (hin und zurück logischerweise das Doppelte). Das Vorhaben hätte dem Vernehmen nach 50 Millionen Euro in die Portokasse des Schienenvekehrsträgers gebracht – bei derzeit angenommenen Kosten der Bahnschalter von 100 Millionen jährlich. Peanuts, raunt es von irgendwo her aus der Bahn- Vorstandsetage. Bei 30 Milliarden Umsatz das richtige Wort, aber in Deutschland einschlägig belastet, wenn es aus dem Mund eines Unternehmensvorstands kommt. [mehr]

Alle sind schuld, und keiner

Die Staatsgläubigen haben publizistisches Oberwasser dieser Tage – es übertrifft der eine den anderen mit Vorschlägen, was man noch alles regulieren könnte, und überwachen, und verbieten. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell Politiker und auch Kommentatoren bereit sind, die Marktwirtschaft in weiten Teilen über Bord zu werfen, wenn es einmal kritisch wird. Die Krise im Bankensektor hat ganz gewiss ihre Schuldigen auch in den diversen Finanzinstituten, die sich nun entweder der Konkurrenz oder dem Staat an die Brust werfen. [mehr]

Hoher Stressfaktor, ungewisser Ausgang

Die Woche hat reichlich Dramen geliefert. Es verbietet sich, Anlegern auch nur entfernt empfehlen zu wollen, was sie nun mit ihrem Geld tun sollen. Vielleicht Steuern bezahlen? [mehr]

Alles Hypotheken

Die unselige Finanzkrise wandert um den Globus wie der Mondschatten und mutiert im Verlaufe zur Wirtschaftskrise. Letztere Umdrehung steht uns noch bevor, aber die Anzeichen sind überdeutlich: Umsonst ist so ein Desaster nicht zu haben. [mehr]

New Yorker Sorgen

Amerika spürte diese Woche schon mal den nächsten Krisenschritt, während der eigentliche Tumult am Finanzmarkt weiterging. Die Verkäufe des Einzelhandels brachen in bestimmten Sektoren ein – ausgehend von einer plötzlichen Zurückhaltung der privaten Verbraucher. Den Rückgang spüren auch Kinos, Theater, Restaurants und andere Dienstleister. [mehr]

Der große Ausverkauf

War das nun die – lang ersehnte, möchte man fast sagen, – Panik? Kollabierende Börsen, abstürzender Euro, trübe Ausblicke der Wirtschaft und zögerliche Verbraucher sind die Zutaten zum Albtraumszenario. [mehr]

Kurioses in der Krise

Die gerade vom amerikanischen Steuerzahler mit Milliardenzuschüssen gerettete Versicherung hielt es für angemessen, dass sich die Manager mit Wellness am Pool und Galadinner mal ein wenig erholen konnten. Da ist es nur folgerichtig, dass nun auch eine standesgemäße Fuchsjagd in Großbritannien auf dem Plan stand. Die US-Regierung schäumt, aber was hilft das. [mehr]

Deutschland macht Krisen gründlicher

Wenn es weltweit kriselt, kann man von den Deutschen erwarten, dass sie noch eine Schippe drauflegen, und das mit gewohnter Gründlichkeit. Da hat man doch was eigenes, könnte man sagen. [mehr]

Umbrüche

Welche Zeitenwende uns in der Wirtschaftsverfassung der Welt bevorsteht, können wir derzeit wohl bestenfalls umrisshaft erahnen. Wenn überhaupt. Es trägt das, was wir im täglichen Nachrichtenkreuzfeuer erleben, aber deutliche Züge eines Wandels, der aus der Nähe zum Ereignis nicht zu erkennen ist, sich jedoch schon ankündigt, wenn man einmal ein paar Monate oder nur Wochen zurückblickt. [mehr]

Die Auto-Matik

Seltsam. Die Börse krebst vor sich hin, hat mal einen Aussetzer wie jüngst in New York mit fast 700 Verlustpunkten, alle werden ärmer, und irgendwie hat es doch den Anschein, als sei das Publikum nur noch mäßig interessiert. Haben inzwischen dauernde Krisen auch nur noch eine Aufmerksamkeitsspanne wie Piraten im Indischen Ozean? Das wäre tragisch. [mehr]

Big Business

Die Verbraucher haben das Wort. Seit Freitag läuft offiziell in den USA die erste groß angelegte Feldstudie zum Thema: Wie weit reicht die Finanzkrise? Die Studie trägt den Namen: Weihnachtsgeschäft. [mehr]

Indianer, schmerzfrei

Warum erinnern bloß die wüsten Auseinandersetzungen bei Porsche und Co. an Clankriege in fernen Ländern? Nun gut, unsere Teilnehmer hier sind besser angezogen. Aber grausam ist es doch. Männlicher Wahn herrscht allerorten. Sehr bezeichnend, dass Ministerpräsident Wulff vor Kurzem zum Häuptling „Offenes Wort“ ernannt wurde – von den Veranstaltern der Karl-May-Festspiele. Die müssen ja wissen, was sie tun. Eher gepasst aber hätte wohl: „Der mit dem Fuchs tanzt“, denn als solcher sieht sich sicherlich Ex-VW-Chef Piëch, der sein Lebenswerk mit einer wiedervereinigten Volks-Porsche-Wagen-Firma krönen möchte: Alles unter einem Dach. [mehr]

Menschen, Browser, Sensationen

Der angebliche Kampf der Kulturen geht in die nächste Runde. Google fordert Microsoft auf dessen ureigenstem Markt heraus: dem der Betriebssysteme. Das ist durchaus bemerkenswert. Denn der Suchmaschinenbetreiber ist bis dato vor allem als internetaffin aufgefallen, weniger als PC-orientierter Lieferant von Software. Im Gegenteil – Google vertritt seit jeher die Auffassung, dass künftiges Computing über das Netz erfolgen werde, nicht über die heimische Festplatte. Nun ja: Der Aktienkurs machte einen Sprung, Microsoft verlor. Das will aber noch nichts heißen. Der Kampf wegen der Browser geht momentan zugunsten des kostenlosen „Firefox“ aus. In Europa hat Microsoft extreme Probleme mit seiner Verquickung von Betriebssystem und Internetzugang. Und weltweit stagniert die Nutzung von „Internet Explorer“. [mehr]

Verwirrte Werte

Es treten derzeit einige Haltungen in den Kreisen verantwortlicher Politiker ebenso wie in der Bevölkerung zutage, die auf ein massives Erkenntnisproblem schließen lassen, besonders in Bezug auf die herrschende Finanzkrise (Wort, aber auch Phänomen des Jahres). [mehr]

Auf ein neues Krisenjahr

Während sich 2008 bei unverminderter Krisenstimmung dem Ende zuneigte, gibt es für das neue Jahr nur wenige Zeichen von grundlegender Besserung. [mehr]

Neue Nöte

Die Krisenverhinderer haben es schwer. Denn inzwischen macht man auch die westlichen Notenbanken verantwortlich, wenn es um die Suche nach den Schuldigen für die jetzige Krise geht. Die Hüter des Geldes hätten leichtfertig viel zu viel davon auf den Markt geworfen, jahrelang, mit dessen Hilfe sich dann Unternehmen und Verbraucher günstig verschulden konnten. Dabei kommen die Europäer und ihre EZB noch gut weg im allgemeinen Urteil, aber was hilft das bei einer weltumspannenden Krise? [mehr]

Die Lehre von Geld und Zinsen

Wer das Geheimnis des Geldes und der wirtschaftlichen Zusammenhänge ergründen will, findet spannende Lektüre zuhauf. Noch immer gelten die Klassiker etwas in diesem Metier, die Smiths, Ricardos, Keynes – und auch wenn sich rasend schnell etwas verändert in der Wissenschaft, man meint doch einige Grundzusammenhänge zu kennen. [mehr]

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18 / 2019

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