boerse am sonntag - headline

Schliekers Woche

Aufschwung, Müh’ und Sorge

Es geht prächtig voran, die Situation ist schon fast surreal: Deutschland erlebt einen Aufschwung und einen Fortschritt auf fast allen Wirtschaftsgebieten, wie es das seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Das sind neue Töne aus einer Analyse des "World Economic Forum" (WEF), das durch seine jährlichen Wintertreffen im schweizerischen Davos bekannt geworden ist, sich aber sehr viel mehr als Think Tank begreift und Studien zu wirtschaftlichen Verhältnissen weltweit unternimmt. [mehr]

Kapital ist kein Konzept

Karstadt gerettet? Nach dreizehn Monaten in der Insolvenz soll es bergauf gehen mit dem Kaufhauskonzern, so der Investor Nicolas Berggruen, der sich als glücklich bezeichnete, dass die Übernahme der „Kultmarke“ in letzter Minute geklappt hat. Hilfreich war sicherlich, dass von den Anteilseignern und Gläubigern des Vermieter-Konsortiums Highstreet niemand den Schwarzen Peter haben wollte: Derjenige zu sein, der einem Mietnachlass nicht zustimmt und damit bei Karstadt den Stecker zieht. Die geforderten 400 Millionen Erleichterung bekam Berggruen so zusammen. [mehr]

Keinarmbanditen

War das eine Mühe, sich an einen Tisch zu setzen! Und dann auch noch eine Empfehlung zu erreichen! Zum Glück hat man nicht versucht, alle Beteiligten zu einer Einigung zu bringen, denn dann hätte man die Konferenzräume sicher schon für die nächste Generation mitbuchen müssen. So aber, dem Himmel sei Dank, ging es nur um die privaten Banken, die sich einigermaßen und unverbindlich einigen mussten: Was darf der Geldautomat dafür schlucken, dass er etwas ausspuckt? [mehr]

GM - Comeback an der Börse?

General Motors ist wieder wer, so die Botschaft dieser Tage aus Detroit. Nach den Gewinnzahlen des zweiten Quartals und dem Abtritt des Interims-Chefs, Ed Whitacre, soll es nun im Parforceritt zurück an die Börse gehen, am besten noch im Laufe des Oktobers. Der Börsenprospekt ist gedruckt, und er erlaubt einen Blick in die Seele des Konzerns. Anhand der aufgezählten Risiken lässt sich gut vorstellen, was im schlimmsten Fall droht. [mehr]

Sei nicht ganz böse

Google entwickelt sich rasant – das war schon am Anfang so, als das Startup-Unternehmen mithilfe seiner mathematischen Algorithmen die Suche nach Begriffen im Internet verfeinerte und Ergebnisse lieferte, die so kein anderer Robot im Netz auflisten konnte, die Gründer Page und Brin wurden rasch Millionäre, dann Milliardäre, und blieben äußerlich College Boys. Rein äußerlich. Mit Eric Schmidt als Chef des Ladens fanden sie einen, der sich aufs Geschäftliche verstand und dafür sorgte, dass der aufstrebende Konzern mit dem Motto „Sei nicht böse“ nicht zu gut wurde. [mehr]

Hilfe, ich werde gebraucht!

Heute ist die Sachlage insofern anders, als nicht nur jedem ein Platz offenstünde, sondern vermutlich auch deren eineinhalb oder so ähnlich. Der Geburtenrückgang trifft auf den Aufschwung - und der schon heute beklagte Fachkräftemangel wird sich verschärfen, wenn die Betriebe nicht gegensteuern und verstärkt ausbilden. Konkurrenz einmal andersherum: Die Schüler können wählen. [mehr]

Ist die Luft raus?

Der DAX hat beachtlich zugelegt in den letzten Monaten – doch jetzt, wo die Unternehmen glänzende Ergebnisse vorlegen, scheint die Luft raus zu sein. Dass der Index sich ins Minus bewegt, wenn gute bis sehr gute Zahlen veröffentlicht werden, ist schon vorgekommen. Aber die Massierung von Erfolgsmeldungen bei gleichzeitig scharfem Kursknick ist doch schon sehr auffällig. In der abgelaufenen Woche traf es die „Dickschiffe“ der deutschen Wirtschaft: Daimler, MAN, Volkswagen oder auch BASF. MAN konnte seinen Gewinn knapp verdoppeln, BASF gar mehr als verdreifachen. VW legte zweimal so hohe operative Ergebnisse vor wie im Vorjahreszeitraum. [mehr]

Stress durch die Bank

Vierzehn systemrelevante Institute, und (fast) alle sind sie gesund und munter – wenn das mal nicht beruhigend ist. Sie alle haben Fragebögen nach London geschickt und ausgewiesen, wie sie dastehen würden, sollte die Hölle losbrechen und ringsum das Vertrauen purzeln ebenso wie die Kurse und die Kreditwürdigkeit. Aber möglichst nicht all das auf einmal, denn das hält ja die beste Bank nicht aus. Die es übrigens so gar nicht gibt: Jedes Institut hat irgendwelche Schwachpunkte, nur umwerfen dürfen sie es natürlich nicht, sollte mal etwas schiefgehen. Der nun veröffentlichte Stresstest unter 91 europäischen Bankhäusern weist eine Menge Leichen in den Kellern aus, meist aber nicht in Deutschland. Hierzulande ist die Hypo Real Estate (HRE) in München der größte Sorgenfall, der aber insofern nicht beunruhigend sein sollte, weil das Haus vollständig in Staatsbesitz ist und im Falle eines Falles einfach mehr vom Gleichen bekommen würde: Steuergeld nämlich. Irgendwie lustig, dass Gefahr für das Finanzwesen in Deutschland so richtig nur von einer Bank ausgeht, die sowieso gar nicht allein wirtschaften und überleben kann. Da der Stresstest im Grunde ja auch zeigen soll, wie gefährdet der Steuerzahler ist, hätte die HRE genau genommen gar nicht teilnehmen müssen. Was der Bürger an ihr hat, weiß er längst. [mehr]

Nichts Goldman, was glänzt

550 Millionen Dollar sind kein Trinkgeld, aber so richtig viel ist es auch nicht, wenn man gut 13 Milliarden verdient – jedes Jahr. Und so hat die Börse folgerichtig reagiert, als sie Goldman Sachs höher eingruppierte nach dem Vergleich mit der amerikanischen Finanzaufsicht SEC. Goldman Sachs, so eine Art BP der Finanzbranche, die Finger immer mit drin, wenn etwas unsympathisch ist oder irgendwie einen Geruch und ein Geschmäckle hat, kauft sich ein bisschen frei vom letzten großen krummen Geschäft. [mehr]

Essen auf Rädern

Es war einmal eine Firma, in Amerika natürlich, die hatte zu den Boomzeiten des Neuen Marktes die Idee, sich über das Internet rufen und bitten zu lassen – und brachte dann, so die Theorie, Lebensmittel frei Haus. Das Ganze auch noch börsennotiert und als letzter Schrei der Technisierung. Das Konzept ging schief, die Firma namens „Webvan“ geistert in Form wertloser Aktien noch heute durch die Kurszettel, wohl weil das Geld nicht gereicht hat, um nach den Lieferwagen auch noch die Notierung stoppen zu lassen. [mehr]

Minimalismus

Es hat nicht ganz geklappt mit dem Handeln nach gesundem Menschenverstand, die politische Ranküne war stärker. Nein, die Rede ist nicht von der deutschen Bundespräsidentenwahl. Die Rede ist vom amerikanischen Finanzmarktgesetz, dessen Hauptteil, die Bankenabgabe, man großspurig als „Financial Crisis Responsibility Fee“ angekündigt und nun ziemlich still beerdigt hat. Vermutlich aus dem gleichen Geist heraus, der die konservative Mehrheit des amerikanischen höchsten Gerichts dazu bewog, das Recht auf privaten Waffenbesitz zu stärken, obwohl durch Schusswaffengebrauch jährlich die Einwohnerzahl einer mittleren Großstadt ausgelöscht wird, in der Mehrheit Unbeteiligte. [mehr]

Woche der Entscheidungen

Es war reichlich Futter, das man den hungrigen Finanzmäulern vorsetzte in der abgelaufenen Woche, bis hin zum dramatischen Fußballereignis des Freitags, das das Frankfurter Börsenparkett zeitweise in eine andere Art von Fieber versetzte als das, welches man sonst mitunter zu sehen gewohnt ist – wahrscheinlich war die Aufregung annähernd so groß wie beim legendären New Yorker Crash vom Mai, als eine offenbar falsche Tastatureingabe den Dow Jones in den Orkus katapultierte. Dabei waren andere Ereignisse nicht so ohne. Zum einen wäre da BP – der Konzern erlaubte sich in den USA bei diversen Gesprächen und Anhörungen ein durchaus gemischtes Bild, meist war es das eines Getriebenen, der ratlos vor den Folgen des eigenen Handelns steht und sich über die Schlamperei wundert, die im eigenen Strafraum dazu führte, dass nun jeder Schuss sitzt. Nicht ganz allerdings wirkte das traurige Bild der BP-Manager auf die Börse so, wie man das hätte erwarten können. Nach der Zusage, 20 Mrd. Dollar in einen Entschädigungsfonds einzuzahlen, der die gröbsten Schäden bis 2013 abdecken soll, erholte sich der BP-Kurs, wenn auch von einem stark gestutzten Niveau aus. Die Anleger erhoffen sich erste Klarheit darüber, was die ganze Malaise im Golf von Mexiko BP kosten könnte, und mit dieser „Hausnummer“ schien sie zunächst gegeben. Allerdings: Die Risiken sind schier unermesslich, wenn man bedenkt, dass ja noch nicht einmal die Ursache des Desasters einigermaßen im Griff ist. Andererseits: Auch die amerikanische Regierung muss sich kritisieren lassen, nicht zuletzt angesichts der Vorgänge in ihrer Mineralien-Überwachungsbehörde, die sich wohl wie eine Art Außenstelle der Ölindustrie aufgeführt hat. Und am Ende zählen nur Zahlen: Eher gehe die US-Regierung bankrott als BP, ließ sich ein Analyst in New York vernehmen. Nicht ganz abwegig: BP hat im letzten Jahr 17 Mrd. Dollar verdient, in den letzten Jahren allein aus dem operativen Geschäft 91 Mrd. Dollar erlöst, sitzt auf 18 Mrd. Fass Öl und hat Rechte und Anlagen weltweit, die ein Vielfaches wert sind. Dass man angesichts dieses Reichtums die Dividende für ein Dreivierteljahr ausfallen lässt, ist daher wohl eher dem Bedürfnis nach einem besseren Image als wirklicher Notwendigkeit geschuldet. BP wird vermutlich mit dem Ruf des nicht ganz sauberen Konzerns leben müssen, erst einmal – aber auch leben können. [mehr]

Alte Sünden

Die Ölpest im Golf von Mexiko wird für den britischen BP-Konzern zu einer traumatischen Erfahrung. Nur, dass man sich diese allein selbst zuzuschreiben hat. Die wütende Schuldzuweisung an andere Beteiligte wie etwa den Ausrüster Halliburton oder den Plattform-Betreiber Transocean, hat man unter der Last der Fakten einstellen müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass BP von dieser Seite einen Teil der immensen Kosten des Desasters wird eintreiben können. [mehr]

iBoom

Der ehemalige Computerhersteller und heutige Unterhaltungskonzern Apple hat in der vergangenen Woche zweimal die Schlagzeilen der Fachwelt beherrscht: Zum einen kam am Freitag in Deutschland das neue Computer-Tablett iPad in den Handel - mit mehrwöchiger Verspätung und erstaunlich vielen begleitenden Erwähnungen in fast allen Medienformaten, viele davon ziemlich kritisch - und zum anderen überholte das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino den Softwaregiganten Microsoft an der Börse in puncto Firmenwert: Apple ist nun der wertvollste Technologiekonzern der Welt. Das ist mehr als erstaunlich, denn noch vor gut zehn Jahren sah sich Apple Computer Inc. dicht am Abgrund und musste von Microsoft mit einer Beteiligung von 150 Mio. US-Dollar vor dem Untergang gerettet werden. [mehr]

Rette sich, wer kann

Was wären die möglichen Alternativen zur Griechenland-Hilfe? Das fragt man sich, nachdem nun die insgesamt 750 Milliarden Euro auf dem Tisch des Hauses liegen, um schwächelnden Ländern der Eurozone zu helfen. So allmählich beginnen die Regierungen nämlich über die Folgen nachzudenken: Für ihre Haushalte, für die Bürger, für den Eurokurs. Die Märkte jedenfalls haben sich nicht gerade beruhigt, an den Börsen geht es munter hin und her, und die Volatilität nimmt eher noch zu. Es herrscht Unsicherheit rund um den Globus, und dies natürlich auch, weil eigentlich kein Land sicher davor ist, nächstes Opfer der Finanzkrise zu werden. Die nämlich greift nun erbarmungslos vom privaten Sektor auf den staatlichen über. [mehr]

Das muss doch nicht sein

Was treibt Josef Ackermann? Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank stellt im Fernsehen so allerlei Mutmaßungen an – über dies und jenes, dies und das, und auch über Griechenland. „Wird schwer“, so sagte er in etwa, dass die ihre Schulden so schnell zurückzahlen. Und die anderen Schwerenöter auch, wo wir schon mal dabei sind. Am Ende könnte tatsächlich noch eine Umschuldung stehen. Wenn die Kraft der Griechen halt doch nicht reicht. Und so. [mehr]

Chaos in Amerika

Manchmal versteht man die Welt nicht mehr und wenn man sie dann wieder versteht, ist sie rätselhaft. So etwa am Donnerstagnachmittag, Ortszeit New York, als die Kurse der im Dow Jones wie auch in der NASDAQ vertretenen Wertpapiere plötzlich durchschnittlich 10 Prozent ihres Wertes verloren. Was um Himmels willen hatten denn Procter & Gamble oder Apple in dieser Sekunde simultan falsch gemacht? [mehr]

Gegenwind für Goldmänner

Goldman Sachs steht in der Kritik. Das ist der harmlose Ausdruck für eine Entwicklung, die der erfolgsgewohnten und entsprechend auftretenden amerikanischen Investmentbank diesmal wirklich gefährlich werden könnte. Denn Kritik an einem weltweit auf allen Feldern des Handels und der Beratung um Firmenübernahmen, Investments und Strategien tätigen Bankhaus dürfte eher Alltag als Ausnahme sein. [mehr]

Himmelshochzeiten

Während die Autoindustrie sich müht, Allianzen zu schmieden, die in dem ein oder anderen Fall mehr oder weniger smart erscheinen mögen, tobt am Himmel ein Kampf ganz anderen Kalibers, von der Öffentlichkeit weit weniger beachtet, aber nichtsdestotrotz erheblich bedeutsamer für die neue Weltordnung: Die Luftfahrtbranche sortiert sich neu. Konsolidierung heißt ohnehin das Zauberwort am Ausgang einer jeden Krise. Was da aber im Luftraum vor sich geht, ist mitnichten ein Symptom aktueller Ereignisse. Wenn Daimler meint, mit dem Massenhersteller Renault sein Glück zu finden – nun gut. Immerhin sind beide nicht pleite, nicht vom Untergang bedroht oder sonst wie auf dem absteigenden Ast. [mehr]

Beruhigungsabgabe

Der Bundesregierung ist in der abgelaufenen Woche eine Einigung gelungen: Ohne viel Widerrede verabschiedete man die sogenannte Bankenabgabe – eine Art Risikovorsorge unter staatlichem Dach. Dass das Ganze mehr sein wird als eine Beruhigungspille für verärgerte Steuerzahler, ist indes kaum zu erwarten. Wenn man sich die begleitende Bürokratie ansieht, muss man zu dem Schluss kommen, dass sich das Bundeskabinett da ein ganz schönes Ei ins Nest gelegt hat. Da wäre zum einen die Summe: 1,2 Milliarden jährlich soll die Abgabe einbringen. [mehr]

Nichts wie weg

Die Hypo Real Estate kommt nicht zur Ruhe. Das Bankinstitut, noch vor zwei Jahren dem Durchschnittsbürger praktisch nicht bekannt, wirbelt seit dem Ausbruch der Finanzkrise das gesamte deutsche Kreditwesen durcheinander – und das ist beileibe kein Kompliment. Mal ganz abgesehen davon, dass der Laden rund Hundert Milliarden Euro Staatsgeld zu seiner spontanen Rettung benötigte, macht er auch weiterhin Verlust: 2,2 Milliarden waren es 2009, so die Kennzahl auf der am Freitag veranstalteten Bilanz-Pressekonferenz. Einen Tag zuvor war dem Münchener Institut Knall auf Fall der Chef abhanden gekommen, unter weitgehend ungeklärten Umständen. Denn die offiziell zu hörenden Begründungen für den Rücktritt erscheinen wenig glaubhaft. Axel Wieandt, fluchtartig auf dem Rückweg nach Frankfurt, soll angeblich mit der Gehaltsbegrenzung auf 500.000 Euro jährlich unzufrieden gewesen sein, zudem habe man seinen Wunsch blockiert, verdienten Mitarbeitern einen Bonus zu gönnen. Axel Wieandt, der nicht nur einer hoch angesehenen Bankiersfamilie entstammt, sondern über Geschwister und Schwager über die besten Drähte ins deutsche Bankwesen verfügt, ist mit Sicherheit zu klug, um wegen solcher vergleichsweise läppischer Themen ein langfristig angelegtes Werk zu torpedieren und seinen Ruf zu riskieren. [mehr]

Etwas ratlos

Die Telekommunikationsbranche ist im Umbruch, hört man. Das ist aber eine Überraschung! Soweit man das verfolgen kann, ist sie das seit rund Hundert Jahren – zugegebenermaßen jüngst aber immer stärker. Allerdings haben wir das heutige Phänomen, dass ratlos erscheinende Branchenriesen auf der Suche nach sinnvoller Beschäftigung sind, wohl wirklich erst seit Kurzem. [mehr]

Durchwachsene Bilanz

Die Volkswagen AG war schon immer ein Objekt besonderer Beobachtung und besonderen Interesses. Privatisiert, besser teilprivatisiert, führte das Unternehmen ein Dasein von teilweiser staatlicher Überwachung und Einflussnahme. Das war den Arbeitnehmern in den sechziger Jahren, und nicht nur da, sehr recht. Und solange die Aktionäre eine ordentliche Dividende erhielten, jenen auch. Zumal man auf diese ordentliche Dividende wetten konnte – schließlich braucht der Staat Geld, und weiß es sich zu verschaffen, wenn er Großaktionär ist. Man beachte das Beispiel Deutsche Telekom – kaum was verdient, aber ordentlich was ausgeschüttet. Im Windschatten des Staates segelt man komfortabel, aber auf Dauer eher nicht profitabel, das muss man hier feststellen. [mehr]

Moment mal!

Bei Daimler lief es jüngst nicht mehr rund – anders kann man das desaströse Ergebnis des Jahres 2009 nicht bewerten: 2,6 Milliarden Verlust, das ist happig. Die meisten Analysten hatten mit weniger gerechnet, aber dass das Ergebnis tiefrot sein würde, war schon klar. Dass die Aktie dann am Tag der Jahrespressekonferenz um bis zu neun Prozent abstürzte und am Ende des Handelstages noch mit einem Minus von knapp fünf Prozent aus dem Markt ging, das ist für ein Schwergewicht im DAX schon blamabel. [mehr]

Die Killer-Kartoffeln sind unter uns

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? – So hieß der Kinderschreck früher mal. Wer oder was der genau war, blieb geflissentlich im Dunkeln, wo ja nun Schwarze Männer auch hingehören, oder? Dabei ist der Schornsteinfeger – hat der ein Glück – häufig mal im gleißenden Sonnenlicht hoch oben auf dem Dach zu finden. Nun, die Welt ist eben schwer zu verstehen. [mehr]

Das Symbol

Man ist in der vergangenen Woche angetreten, die Welt zu retten. Nein, nicht die ganze natürlich. Die Welt des Automobils einfach nur. Aber die ist ja schon ganz schön groß, sodass sich nur die Besten darum kümmern sollten. So wie Akio Toyoda zum Beispiel, der momentan noch der Herr des größten Produzenten dieses Planeten ist und sich vielleicht noch mehr als „Master of the Universe“ gefühlt hat als dies zuvor, zyklisch bedingt, die Investmentbanker getan haben. [mehr]

Früher war alles besser!

In Griechenland hat man jeden Grund, der entfernten Vergangenheit nachzutrauern. Das einst mächtige Land der Antike ist ein Schatten seiner selbst, will das aber nicht wahrhaben. Dort, wo die größten Werke der abendländischen Philosophie entstanden, die versuchten, sich solchen Begriffen zu nähern wie Tugend, Gerechtigkeit, Demokratie – dort herrscht Korruption und Selbstsucht, Schlendrian und Vetternwirtschaft. Das sind Fakten, die nicht einmal Premier Giorgios Papandreou noch leugnet. Er hat gar keine Wahl – zu offensichtlich sind die Fakten. [mehr]

Die Wette gilt

Es ist schwer, auf ein perfektes Geschäft zu verzichten. Und die CD aus der Schweizer Unter- oder Bankenwelt (man weiß nicht, wo genau die Grenze zwischen beiden verläuft) bietet fast perfekte Konditionen: Der Staat kann mit dem Ankauf der Daten aus zweieinhalb Millionen Euro spielend leicht mehrere hundert Millionen machen. Das ist eine Rendite, die sogar Schweizer Banken neidisch machen müsste. [mehr]

Banken am Pranger

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum in Davos hatte sein Thema schnell gefunden: Die künftige Regulierung der Banken und Finanzinstitutionen. Angeregt durch die Pläne des amerikanischen Präsidenten Obama für Sondersteuern und die Aufspaltung großer Finanzkonzerne, eröffnete der französische Staatspräsident Sarkozy die Tagung mit einer harten Kritik an den Bankern: Angesichts der Not in der Welt, der ruinösen Verschuldung ganzer Staaten in Folge der Finanzkrise müsse sich etwas ändern. „Wenn wir nichts ändern, handeln wir verantwortungslos“. [mehr]

 

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14 / 2021

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