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Tops und Flops der Woche mit u.a. zooplus, Nordex und Baidu

Kalenderwoche 12



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Anleger mögen zuversichtliche Ausblicke: zooplus und Nordex konnten mit solchen jüngst punkten. Gar nicht gut entwickelte sich dagegen der Kurs des Internetkonzerns Baidu. Das Delisting-Gespenst geht weiterhin um. Welche Aktien sonst noch große Ausschläge in dieser Woche zeigten.

+++ Tops +++

zooplus: tierisch guter Ausblick 

Der Internethändler für Heimtierprodukte hat in der vergangenen Woche seine Bilanz für 2020 vorgelegt. Die Geschäfte liefen glänzend. Umsatz und Gewinne legten kräftig zu. Im laufenden Geschäftsjahr will zooplus die positive Entwicklung fortsetzen. Der Vorstand bestätigte deshalb die bisherigen Prognosen für 2021. Zudem zeigte er sich bezüglich der darüberhinausgehenden Perspektiven sehr zuversichtlich. Demnach sei das Unternehmen hervorragend positioniert, um stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. Bis 2025 soll der Umsatz deshalb von zuletzt 1,8 auf 3,4 bis 3,8 Mrd. Euro klettern. Gleichzeitig strebt man dann eine Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITDA) von mindestens 4 % an (2020:3,5 %). Zahlen und Prognosen wurden vom Markt gefeiert. Der SDAX-Wert (WKN: 511170) machte einen ordentlichen Satz nach oben. Das im Februar markierte Allzeithoch ist damit wieder in greifbare Nähe gerückt.

Kansas City Southern wird übernommen

Zu den Top-Performern im S&P 500 gehörte in der vergangenen Woche die Eisenbahngesellschaft Kansas City Southern (WKN: 502665). Der Konkurrent Canadian Pacific Railway (WKN: 798292) will sie übernehmen. Die Vorstände beider Unternehmen sind sich einig. Nun müssen noch die Aktionäre dem Deal zustimmen, durch den das erste von einer Gesellschaft betriebene Bahnnetz entstehen soll, dass Kanada, die USA und Mexiko miteinander verbindet. Die Kanadier bieten für jede Kansas-Aktie 90 US-Dollar in bar (für Vorzüge 37,50 US-Dollar) sowie 0,489 eigene Aktien. Der Kaufpreis liegt damit bei etwa 25 Mrd. US-Dollar. Inklusive Schulden wird Kansas City Southern somit mit rund 29 Mrd. US-Dollar bewertet.

Nordex punktet mit Ausblick

Der Chart von Nordex (WKN: A0D655) zeigt seit dem Mehrjahreshoch zu Jahresgewinn bis Anfang März eine Korrektur. Seither läuft eine Gegenbewegung, die sich jüngst dynamisch fortsetzte. Dadurch gehörte der TecDAX-Wert zu den stärksten deutschen Aktien in der vergangenen Woche. Der Windkraftanlagenbauer hatte seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2020 vorgelegt. Auch er litt unter der Corona-Krise. In diesem Jahr soll es aber wieder besser laufen. Zwar erwartet der Vorstand ein schwaches 1. Quartal. Danach rechnet er jedoch mit einer starken Entwicklung. Im Gesamtjahr soll Umsatz und operatives Ergebnis deshalb zulegen. Der zuversichtliche Ausblick kam bei den Investoren offenbar an.

+++Flops+++

Delisting-Gesetz belastet Baidu

Der auf den Kaimaninseln firmierende, in China aktive und an der NASDAQ gelistete Internetkonzern (WKN: A0F5DE) hat in der vergangenen Woche weiterhin ordentlich Federn gelassen. Er setzte mit einem neuen Verlaufstief die Korrektur vor, die sich seit dem Allzeithoch im Februar gebildet hat. Von diesem Punkt aus hat der Kurs schon um mehr als 40 % nachgegeben. Für Unbehagen bei den Investoren sorgen weiterhin das Delisting-Gesetz in den USA, dem bereits einige chinesische Firmen zum Opfer gefallen waren. Auch Baidu könnte damit vom Kapitalmarkt abgeschnitten werden, weil es bislang lediglich an der NASDAQ börsennotiert war. Jüngst erfolgte jedoch ein Zweit-Listing in Hongkong, was durch die Ausgabe neuer Aktien geschah. Der Konzern ist aber zuversichtlich, auch weiterhin an der NASDAQ gelistet zu bleiben.

ViacomCBS: Kapitalerhöhung beendet Short-Squeeze

In der Vorwoche noch neue Rekorde markiert, stürzte die Aktie von ViacomCBS (WKN: A2PUZ3) jüngst ab. Das Medienunternehmen hatte angekündigt, neue Aktien auszugeben, um damit bis zu 3,1 Mrd. US-Dollar einzusammeln. Das Kapital soll unter anderem in die Streaming-Aktivitäten investiert werden. Durch die Kapitalerhöhung könnte dem Short-Squeeze, der bei dem Anstieg des ViacomCBS-Kurses in den vergangenen Monaten eine große Rolle gespielt zu haben scheint, erst einmal der „Treibstoff“ ausgegangen sein.

Novavax: Noch immer kein Vertrag mit der EU

Der US-Impfstoffhersteller Novavax (WKN: A2PKMZ) hat einen Covid-19-Impfstoff in der Pipeline. Dieser soll auch in die EU verkauft werden. Der Vertrag über die Lieferung verzögert sich jedoch, wie jüngste Berichte kolportieren. Demnach teilt ein mit den Verhandlungen vertrauter EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass Novavax Schwierigkeiten hat, an genügend Stoffe zur Produktion des Vakzins zu kommen. Deshalb zögen die Amerikaner den Abschluss des Vertrags in die Länge. Die EU-Kommission hat mit Novavax den Erwerb von bis zu 200 Millionen Impfdosen vereinbart. Der Deal sollte bereits zu Jahresbeginn in trockenen Tüchern sein. Die Nachricht über die Verzögerung kam bei den Investoren nicht gut an, wie der deutliche Kursrückgang zeigt.

26.03.2021 | 15:49

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