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Tops-Flops der Woche u. a. zooplus, BioNTech, VARTA



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Zooplus soll übernommen werden. Die Aktie machte deshalb einen kräftigen Kurssprung. Es gab in der vergangenen Woche aber auch deutliche Verlierer. BioNTech machte nach Erreichen neuer Rekorde einen großen Schritt zurück. Ebenfalls seinen Anstieg beendet hat das VARTA-Papier.

+++Tops+++

zooplus soll übernommen werden

Die Aktie (WKN: 511170) des Internethändlers für Heimtierprodukte machte am Freitag dieser Woche einen kräftigen Kurssprung. Das Unternehmen Zorro Bidco, hinter dem sich der Finanzinvestor Hellman & Friedman verbirgt, hatte ein Übernahmeangebot vorgelegt. Es bietet den zooplus-Aktionären 390 Euro je Aktie in bar. Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen das Übernahmeangebot und beabsichtigen, dessen Annahme zu empfehlen. Ziel des Deals ist eine strategische Partnerschaft, um die Position von zooplus als führende Online-Plattform für Heimtierbedarf weiter auszubauen. Bedingung für einen erfolgreichen Abschluss ist eine Mindestannahmeschwelle von 50 % zuzüglich einer zooplus-Aktie. Vorstandsmitglieder und der langjährige Großaktionär Maxburg Beteiligungen haben bereits ihre Zusage erteilt und damit etwa 17 % der Anteile zugesagt.


Nucor: Neues Gesetz, neue Rekorde

Stahl ist ein essenzieller Rohstoff für eine ganze Reihe von Infrastrukturanlagen. In der vergangenen Woche wurde im US-Senat nun ein Gesetz verabschiedet, mit dem für 1 Bio. US-Dollar die Infrastruktur in den USA auf Vordermann gebracht werden soll. Diese Nachricht schob in der vergangenen Woche Hersteller von Basismaterialien an und dabei insbesondere auch Stahlproduzenten. Stellvertretend dafür steht der Wert Nucor (WKN: 851918), der jüngst zu den größten Gewinnern im S&P 500 gehörte. Aus charttechnischer Sicht setzte die Aktie damit ihren seit dem Korrekturtief im Juli gebildeten Aufwärtstrend dynamisch fort und kletterte über das bisherige Allzeithoch von Juni 2021.


Evotec nimmt Allzeithoch ins Visier

Das Biotechunternehmen Evotec ist in der Wirkstoffforschung und -entwicklung tätig. Es arbeitet mit Vertretern der Life-Science-Branche (u. a. Pharma, Biotech, akademische Einrichtungen usw.) zusammen. Im Rahmen von Allianzen und Partnerschaften stellt es ihnen die eigenen Technologieplattformen sowie maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte zur Verfügung. In der vergangenen Woche hatte die Gesellschaft ihre Halbjahreszahlen vorgelegt und die Ziele für das Gesamtjahr 2021 und darüber hinaus bestätigt. Im Anschluss daran setzte sich der Kursanstieg fort, der sich seit dem Korrekturtief Anfang August gebildet hat. Charttechnisch interessant ist, dass jüngst das Zwischenhoch von Juni dieses Jahres überwunden wurde. Dadurch wird der mittelfristige Aufwärtstrend bestätigt. Mit dem jüngsten Anstieg ist nun das Allzeithoch von Januar dieses Jahres bei 43 Euro wieder in greifbare Nähe gerückt.


+++Flops+++

BioNTech: Neue Rekorde, dann schwächer

Der insbesondere für seinen COVID-19-Impfstoff bekannte Biotechkonzern hat zu Wochenbeginn Quartalszahlen vorgelegt und dabei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegenen Ergebnisse gezeigt. Nach Vorlage der Bilanz markierte der Aktienkurs (WKN: A2PSR2) zunächst neue Rekorde. Am Dienstag und Mittwoch war jedoch ein nennenswerter Verkaufsdruck zu verzeichnen, der den Preis ausgehend vom Allzeithoch um mehr als 27 % einbrechen ließ. Auslöser für die kräftige Korrektur könnten Berichte sein, wonach die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) aktuell prüft, ob einige der nach der Verabreichung von mRNA-Impfstoffen auftretenden Symptome als Nebenwirkungen eingestuft werden.


VARTA verliert vor und nach Zahlenveröffentlichung

Die Aktien des Batteriespezialisten (WKN: A0TGJ5) standen seit dem Korrekturtief im Mai unter Strom und elektrisierten mit einem dynamischen Aufwärtstrend. Bis zum Hoch am Dienstag gab es ein deutliches zweistelliges Kursplus. Am Donnerstag und Freitag dieser Woche waren dann jedoch starke Verluste zu verzeichnen. VARTA hatte vor dem Wochenende Halbjahreszahlen vorgelegt. Wie vom Unternehmen erwartet hatte sich das Wachstum zum Vorjahreszeitraum merklich abgeschwächt. Beispielsweise meldete die Gesellschaft für die Periode Januar bis Juni beim Umsatz ein Plus von nur 1,8 %. Eine größere Wachstumsdynamik wird für die zweite Jahreshälfte erwartet. Der Vorstand bestätigte die entsprechenden Jahresprognosen. Bemerkenswert bei der Kursentwicklung in dieser Woche ist die von hohen Umsätzen begleitete Schwäche am Donnerstag und damit bereits am Tag vor Veröffentlichung der Halbjahresbilanz.

Delivery Hero: Viel Geld für Kundenakquise

Die Aktie von Delivery Hero (WKN: A2E4K4) war in der vergangenen Woche der schwächste Wert im DAX. Nach einem starken zweiten Quartal hat der Essenslieferdienst zwar seine Umsatzprognose für 2021 angehoben. Weil er derzeit viel Geld in den Ausbau des Geschäfts steckt, senkte der Vorstand jedoch die Rentabilitätsziele. Um weitere Marktanteile zu gewinnen, setzt das Unternehmen beispielsweise verstärkt auf Gutscheine und andere Marketingaktionen. Charttechnisch festzustellen ist, dass mit dem jüngsten Knick erneut ein tieferes Hoch ausgebildet wurde. Damit sieht es nach einer Fortsetzung der breiten Korrekturphase aus, die sich seit dem Allzeithoch von Januar dieses Jahres gebildet hat. In einem sinkenden Szenario mögliche nächste Anlaufpunkte sind die Zwischentiefs von Juni, Mai und März von 105,15 Euro, 101,30 Euro und 100,05 Euro.

Thomas Behnke

13.08.2021 | 11:55

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