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Tops und Flops der Woche u. a. mit Albemarle, Pinduoduo und Shop Apotheke Europe

KW 34




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Aktien mit Lithium-Bezug profitieren derzeit von einem steigenden Bedarf und hohen Preisen. Die S&P-500-Aktie Albemarle erreichte in der vergangenen Woche neue Rekorde. Ebenfalls gefragt: China-Aktien. Besonders deutlich legte Pinduoduo zu. Weiter abwärts ging es unterdessen bei Shop Apotheke Europe. Die Einführung von E-Rezepten in Deutschland verzögert sich. Der SDAX-Wert markierte neue Korrekturtiefs.
 
+++ Tops +++
 
Albemarle: steigende Lithiumnachfrage

Der US-Spezialchemiekonzern gehört zu den weltweit führenden Lithiumproduzenten. Die S&P-500-Aktie (WKN: 890167) zeigt seit dem Korrekturtief im Juli 2022 einen dynamischen kurzfristigen Aufwärtstrend. Jüngst erreichte sie neue Rekorde. Rückenwind gab das positive Branchenmomentum. Die Preise für Lithium haben zuletzt neue Spitzenwerte erreicht. Das Leichtmetall wird zur Herstellung von Akkus benötigt. Die zunehmende Elektrifizierung (E-Autos, tragbare Elektrogeräte) sowie der steigende Bedarf zur Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien treiben die Nachfrage. Denn weltweit werden die Kapazitäten zur Herstellung von neuen Lithium-Akku-Technologien ausgebaut.
 
Pinduoduo: Konjunkturprogramme und mögliche Einigung

Die an den US-Börsen gelisteten China-Aktien brannten in der vergangenen Woche ein Kursfeuerwerk ab. Sie führten die Gewinnerlisten in den Indizes an. Besonders stark zeigte sich der NASDAQ-100-Wert Pinduoduo (WKN: A2JRK6). Die auf den Kaimaninseln firmierende und in China operierende Gesellschaft betreibt eine mobile E-Commerce-Plattform. Zu den positiven Katalysatoren für Aktien mit Chinabezug gehört die Ankündigung von neuen Konjunkturprogrammen im Reich der Mitte, um die lokale Wirtschaft zu stützen. Außerdem gab es Presseberichte, wonach die USA und China kurz vor einer Einigung stehen. Es geht dabei um den Streit um regulatorische Verpflichtungen für in den USA gelistete chinesische Firmen. Durch ein 2020 verabschiedetes US-Gesetz müssen sie bestimmten Offenlegungspflichten nachkommen, um nicht von den US-Börsen ausgeschlossen zu werden. Die chinesischen Firmen können den Anforderungen jedoch nicht gerecht werden, weil die chinesische Wertpapieraufsicht nicht gestattet, die in China ansässigen Wirtschaftsprüfer zu überwachen und deren Prüfdokumente einzusehen. Wie das Wall Street Journal nun berichtete, würden die in den USA notierten chinesischen Unternehmen künftig ihre Prüfungsunterlagen und andere Daten von China nach Hongkong übermitteln. Anschließend würden Aufsichtsbehörden des amerikanischen Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) nach Hongkong reisen und vor Ort Inspektionen durchführen. Sollte es zu einer tatsächlichen Einigung kommen, hätte sich ein großer Unsicherheitsfaktor bei den China-Aktien erledigt.
 
CF Industries: Aktie mit neue Rekorden

Aktien von Düngemittelherstellern aus den USA zeigten in der vergangenen Woche Stärke. Beispielhaft dafür steht CF Industries (WKN: A0ES9N). Der Wert gehörte zu den größten Gewinnern im S&P 500. Das Unternehmen ist der weltweit größte und effizienteste Hersteller der Stickstoffverbindung Ammoniak. Diese kommt in Düngemitteln und der Industrie zum Einsatz. Den Großteil seiner Produktion (etwa 60 %) verarbeitet die Gesellschaft dabei selbst und stellt daraus Düngemittel wie Urea (Harnstoff), Urea Ammonium Nitrat (UAN) und Ammoniumnitrat (AN) her. Die Aktie befindet sich seit dem Korrekturtief Anfang Juli 2022 im Aufwärtstrend. In der vergangenen Woche war die Dynamik besonders groß. Der Kursanstieg wurde von einem anziehenden Handelsvolumen begleitet. Die Aktie markierte dabei neue Rekorde. Eine Nachricht aus Europa könnte die Kurse von Aktien aus der Branche angeheizt haben. Der polnische Chemiekonzern Grupa Azoty S. A. hatte gemeldet, seine Produktion von Stickstoffdünger einzustellen sowie die Herstellung von Ammoniak zu drosseln. Grund sind die hohen Gaspreise. Azoty ist der zweitgrößte Hersteller von Kunstdünger in der EU.
 
+++ Flops +++
 
Shop Apotheke Europe: erneuter Rückschlag bei E-Rezepten

Der SDAX-Wert Shop Apotheke Europe (WKN: A2AR94) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern aus der DAX-Indizes-Familie. Sie machten damit mit einem Schlag die Erholungsbewegung seit April 2022 zunichte. Außerdem war sie unter das Tief der übergeordneten Abwärtsbewegung gefallen, die seit dem Allzeithoch von Februar 2021 auszumachen ist. Zu Wochenbeginn gab es zwar Übernahmespekulationen, ausgelöst durch den Konkurrenten Zur Rose (WKN: A0Q6J0). Das schweizerische Unternehmen soll Presseberichten zufolge Optionen über einen möglichen Verkauf ausloten. Dazu soll es in den vergangenen Monaten Gespräche mit möglichen Käufern gegeben haben. Diese Nachricht hatte kurzzeitig auch bei Shop Apotheke Europe einen stützenden Kurseffekt. Dieser dauerte jedoch nicht lange an. Grund ist ein nächster Rückschlag bei der Einführung des E-Rezeptes. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat sich vorerst aus der Einführung des elektronischen Rezepts zurückgezogen. E-Rezepte sind ein potenzieller Wachstumsmarkt und gelten daher als großer Hoffnungsträger für Online-Apotheken. In Deutschland war die Einführung Anfang 2022 geplant. Sie wurde jedoch immer wieder wegen zahlreicher Probleme verschoben.
 
Zalando: kurzfristiger Aufwärtstrend gebrochen

Anfang August hatte der Online-Modehändler Quartalszahlen vorgelegt. Sie führten zu einem kurzen Kursfeuerwerk bei dem DAX-Wert (WKN: ZAL111). Es ging binnen drei Handelstagen von etwa 25 auf mehr als 33 Euro aufwärts. Nachhaltig war der Anstieg jedoch nicht. Es konnte sich zudem kein weiteres Aufwärtsmomentum entwickeln. Stattdessen kann der Kurs wieder unter Druck. Auch in der vergangenen Woche gehörte Zalando zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es nicht. Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie nun ihr Zwischentief von Juli bei 25,20 erreicht und unterschritten. Damit ist der kurzfristige Aufwärtstrend gebrochen, der sich seit dem markanten Zwischentief von Juni dieses Jahres gebildet hatte.
 
Zoom Video Communications: schwächer nach Zahlen

Der Anbieter von Software für Videokonferenzen hatte am Montag nach Börsenschluss Quartalszahlen vorgelegt. Die Kursreaktion war deutlich negativ. Die Aktie (WKN: A2PGJ2) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern aus dem NASDAQ-100. Begleitet wurde der Rückgang von einem hohen Handelsvolumen. Aus charttechnischer Sicht hat der Kurs nun beinahe wieder das bisherige Tief der seit Oktober 2020 gebildeten übergeordneten Abwärtsbewegung erreicht. Es liegt bei 79,03 US-Dollar. Wird es angelaufen und getestet? Ein Bruch dieser Marke wäre ein charttechnisch bärisches Signal, weil dies den übergeordneten Abwärtstrend bestätigen würde.

Thomas Behnke

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26.08.2022 | 12:10

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