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Tops und Flops der Woche u. a. mit Commerzbank, Ford Motor und Datadog

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Anhaltende Zinsfantasie beflügelte in der vergangenen Woche die Commerzbank-Aktie. Sie war auf den höchsten Stand seit Mai 2019 geklettert. Ein neues Mehrjahreshoch gab es auch beim US-Autobauer Ford. Die Anleger fahren weiterhin auf die E-Auto-Strategie der Amerikaner ab. Der Kurs erreichte den höchsten Wert seit 2001. Abgaben verzeichneten in der vergangenen Woche dagegen viele Software-Aktien. Ein Beispiel ist das Papier von Datadog.

+++ Tops +++

Commerzbank: steigende Zinsen als treibende Kraft

Steigende Zinserwartungen angesichts der sich verfestigten Inflationssituation haben in der vergangenen Woche die Bankaktien befeuert. Stellvertretend dafür steht das Commerzbank-Papier (WKN: CBK100). Durch die dynamischen Zuwächse kletterte es jüngst über das Zwischenhoch von November 2021. Die Aktie setzte damit den Aufwärtstrend fort, der sich seit dem Allzeittief von März 2020 gebildet hat. Sollten sich die Annahme eines steigenden Zinsniveaus verstärken, könnte dies ein anhaltender Katalysator für zinssensitive Werte sein, die von höheren Zinsen profitieren.

Ford Motor: Zweiter nach Tesla

Auch beim US-Autobauer Ford (WKN: 502391) spielen Elektroautos einen immer größeren Stellenwert. Zwar hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche insgesamt rückläufige Verkaufszahlen für den Monat Dezember gemeldet. Bei den E-Modellen verbuchte es jedoch einen Anstieg von 121,1 % auf mehr als 12.000 verkauften Einheiten. Gemessen an den Absatzzahlen rangiert Ford bei E-Autos auf dem 2. Platz in den USA hinter Tesla. Das derzeit hohe Momentum bei E-Fahrzeugen will der Konzern weiter beschleunigen. Er hatte angekündigt, die jährlichen Produktionskapazitäten für den neuen E-Pickup-Truck F-150 Lightning bis Mitte 2023 auf 150.000 Einheiten nahezu zu verdoppeln. Grund ist die hohe Nachfrage. Für das neue Modell liegen bereits mehr als 200.000 Reservierungen vor. Die Aktie befindet sich seit dem Mehrjahreshoch von März 2020 in einem dynamischen Aufwärtstrend. Jüngst erreichte sie dabei ein so hohes Niveau wie seit August 2001 nicht mehr.

ElringKlinger: E-Mobilität-Fantasie

ElringKlinger ist ein Zulieferer für die Automobilindustrie. Seine Produkte werden in Pkws und Nutzfahrzeugen eingesetzt, wobei er sämtliche Antriebsarten (Verbrennungsmotor, Hybridtechnik, Elektro) abdeckt. Die Aktie (WKN: 785602) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Aus charttechnischer Sicht schickt sie sich damit an, den Abwärtstrend zu brechen, der sich seit dem Mehrjahreshoch von Juni 2021 gebildet hat. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen selbst gab es jüngst nicht. Allerdings hatten die Analysten von JPMorgan eine neue Kaufempfehlung vergeben. Sie lobten die Aktivitäten im Bereich E-Mobilität und hoben positiv hervor, dass ElringKlinger den Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb geschafft habe.

+++ Flops +++

Datadog: Partnerschaft mit AWS kann Kursverfall nicht bremsen

Das Softwareunternehmen Datadog (WKN: A2PSFR) ist auf Anwendungen spezialisiert, welche über eine Software-as-a-Service-basierte (SaaS) Datenanalyseplattform die Überwachung von Cloud-Applikationen ermöglicht. In der vergangenen Woche haben die Amerikaner eine strategische Partnerschaft mit Amazon Web Services (AWS) bekannt gegeben. Beide Unternehmen wollen künftig bei der Produktentwicklung zusammenarbeiten. Dem Aktienkurs hat die Nachricht in der vergangenen Woche nicht viel genützt. Das Datadog-Papier gehörte jüngst zu den größten Verlierern im NASDAQ-100 und steht damit stellvertretend für die zuletzt auszumachende Schwäche im Softwaresektor.

Humana: deutliche Prognosekürzung, deutlicher Kursrutsch

Die Aktie des US-Krankenversicherers Humana (WKN: 856584) hatte sich in den vergangenen Monaten schwergetan, über das bisherige Allzeithoch von Mai 2021 zu klettern. Mehrere Anläufe waren gescheitert. Auch der Versuch im Dezember war nicht von Erfolg gekrönt. Jüngst gab es nun eine weitere deutliche Kursschlappe. Die Aktie war in der vergangenen Woche eingebrochen und gehörte zu den schwächsten Werten im S&P 500. Das Unternehmen hatte seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2022 gesenkt. Es erwartet demnach deutlich weniger Abschlüsse für seine Produkte als ursprünglich angepeilt. Mit dem jüngsten deutlichen Kursrutsch fiel die Aktie unter ihre markanten Zwischentiefs von Oktober und Februar 2021.

Nemetschek: hält die 94er-Marke?

Das deutsche Unternehmen Nemetschek entwickelt Software für die Baubranche. Positive Ergebnistrends und aussichtsreiche Geschäftsperspektiven waren in den vergangenen Jahren positive Katalysatoren für einen kräftig gestiegenen Aktienkurs. Vorläufiger Höhepunkt war das im November 2021 markierte Allzeithoch. Daran hatte sich zunächst eine Konsolidierung auf hohem Niveau angeschlossen. In der vergangenen Woche gab es nun mit der Schwäche im Softwaresektor auch bei der Nemetschek-Aktie deutliche Abschläge. Damit wurde die Konsolidierung auf der Unterseite aufgelöst, woraus sich nun im kurzfristigen Zeitfenster ein charttechnisch angeschlagenes Chartbild ergibt. Der nun erreichte Bereich von etwa 94 Euro (ehemaliges Ausbruchsniveau) stellt eine mögliche Auffangzone dar. Sollte sie jedoch unterschritten werden, ist mit fortgesetzten Abgaben zu rechnen.

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07.01.2022 | 17:15

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