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Tops und Flops der Woche u. a. mit Deutsche Lufthansa, Peloton Interactive und Delivery Hero

KW 6



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Hoffnung auf ein anziehendes Reisegeschäft verlieh der Deutschen Lufthansa in der vergangenen Woche Rückenwind. Kräftig in die Pedale getreten wurde auch bei Peloton Interactive. Hier gibt es Übernahmefantasie. Den Anlegern dagegen gar nicht schmecken dürfte die Performance von Delivery Hero. Der DAX-Wert kam nach Vorlage von Zahlen und Ausblick mächtig unter die Räder.

+++ Tops +++

Deutsche Lufthansa im Aufwind

Die Deutsche Lufthansa (WKN: 823212) war in der vergangenen Woche einer der größten Gewinner innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Hier liegt nun eine charttechnisch vielversprechende Konstellation vor. Der Kurs hat das Zwischenhoch von Januar dieses Jahres überschritten, wodurch der seit Ende letzten Jahres gebildete kurzfristige Aufwärtstrend bestätigt wurde und somit weiterhin Gestalt annimmt. Neue bedeutsame Nachrichten aus dem Unternehmen selbst gab es allerdings nicht. In der Reisebranche herrscht jedoch zunehmend Zuversicht hinsichtlich einer Normalisierung. Mehrere Branchenvertreter (u. a. TUI) äußerten sich jüngst entsprechend hoffnungsvoll, dass sich nach den coronabedingten Belastungen in den letzten beiden Jahren die Geschäfte nun wieder nachhaltig bessern.

Peloton Interactive: Übernahmefantasie, neuer Chef und Kostensenkungen

Wird der Anbieter von Hightech-Fitnessgeräten (Laufräder, Laufbänder) und Trainings-Abos übernommen? Entsprechende Spekulationen beflügelten in der vergangenen Woche den Peloton-Kurs (WKN: A2PR0M). Nach der Talfahrt in den vergangenen Monaten manifestierte sich damit jüngst eine deutliche Gegenbewegung – allerdings in einem nach wie vor intakten übergeordneten Abwärtstrend. Presseberichten zufolge soll es mehrere Kaufinteressenten für das Unternehmen geben. Peloton selbst meldete zudem Änderungen im Vorstand. Der bisherige Firmenlenker und Mitbegründer John Foley wird seinen Posten an Barry McCarthy übergeben, der früher Finanzchef bei Netflix und Spotify war. Außerdem wurde ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Zu den Maßnahmen gehören die Streichung von 2.800 Jobs und die Verbesserung der operativen Prozesse. Ziel ist es, dadurch die jährlichen Ausgaben um 800 Mio. US-Dollar zu senken. Erst mal wird das Restrukturierungsprogramm jedoch Kosten von rund 210 Mio. US-Dollar (davon 130 Mio. US-Dollar liquiditätswirksam) verursachen. Für 2022 kürzte die Gesellschaft zudem ihr Investitionsbudget um rund 150 Mio. US-Dollar.

Freeport-McMoRan: charttechnisch spannende Konstellation

Zu den größten Gewinnern in der vergangenen Woche im S&P 500 zählt die Aktie des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan (WKN: 896476). Sie näherte sich damit wieder dem Zwischenhoch/Mehrjahreshoch von Januar dieses Jahres. Begleitet wurde der jüngste Anstieg von einem anziehenden Handelsvolumen. Die Geschäfte des Unternehmens sind sehr stark mit der Entwicklung des Kupferpreises verknüpft. Dieser hatte in der vergangenen Woche angezogen, was mit sehr niedrigen Lagerbeständen an den Kupferbörsen in London, New York und Shanghai begründet wurde. Aus charttechnischer Sicht interessant ist es nun, ob es der Aktie gelingt, dass Januarhoch von 46,20 US-Dollar zu überschreiten. Zusammen mit dem Hoch von Mai 2021 bei 46,10 US-Dollar stellen sie die signifikanten Hochpunkte der seither auszumachenden Konsolidierungsphase dar.
 
+++ Flops +++

Delivery Hero: deutlich schwächer nach Zahlen und Ausblick

Die Aktie von Delivery Hero (WKN: A2E4K4) befindet sich schon seit einiger Zeit in einem Abwärtstrend. In der vergangenen Woche beschleunigte sich die Talfahrt noch einmal. Der DAX-Wert verlor signifikant, wodurch sich das ohnehin angeschlagene Chartbild weiter verschlechterte. Der Corona-Krisengewinner fiel sogar auf Vor-Corona-Niveaus zurück. Begleitet wurde der jüngste Rückgang von einem extrem hohen Handelsvolumen. Der Anbieter von Lieferplattformen für Essen und Quick-Commerce (Lebensmittel und Haushaltswaren) hat in der vergangenen Woche Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Delivery Hero meldete kräftige Zuwächse und neue Rekorde bei Bruttowarenwert (GMV) und Umsatz. Manko ist aber nach wie vor, dass der Konzern aufgrund seiner intensiven Expansionsstrategie noch nicht profitabel wirtschaftet. Das dürfte laut den abgegebenen Prognosen auch 2022 so bleiben, wenngleich das Unternehmen Fortschritte erwartet. Die bereinigte EBITDA-GMV-Marge soll sich demnach nach -2,2 % im Jahr 2021 auf -1 bis -1,2 Prozent verbessern.

Bechtle: Lieferengpässe dämpfen Wachstum

Der deutsche IT-Dienstleister kombiniert in seinem Geschäftsmodell dezentrale Systemhaus-Dienstleistungen (Beratung, Finanzierung, Implementierung, Managed Services) mit dem Direktvertrieb von IT-Produkten (IT-E-Commerce). In der vergangenen Woche hat Bechtle (WKN: 515870) vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Das Unternehmen meldete dabei ein abgeschwächtes Wachstum zum Jahresende aufgrund von Lieferengpässen bei vielen Elektronikteilen. Die Aktie reagierte mit einem Kursknick und setzte damit die Talfahrt fort, die sich seit dem Allzeithoch im November 2021 gebildet hat. Damals hatte der Vorstand bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal bereits auf die Lieferschwierigkeiten hingewiesen. Durch den jüngsten Kursrutsch hat sich das charttechnische Bild weiter verschlechtert. Die Aktie ist unter das Zwischentief von Oktober 2020 gefallen, wodurch der im Januar 2022 erfolgte Bruch des langfristigen Aufwärtstrends bestätigt wird.

Seagen: intakte Abwärtstrend

Die Aktie des Biotechnologiekonzerns Seagen (WKN: A2QFAQ) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im NASDAQ-100. Die Amerikaner hatten am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Am Donnerstag knickte der Kurs dann deutlich ein. Er markierte damit ein neues Zwischentief innerhalb der seit November 2021 gebildeten Abwärtsbewegung. Und auch das übergeordnete Chartbild ist wenig konstruktiv. Hier liegt ebenfalls ein Abwärtstrend vor. Die seit dem Zwischentief von Anfang Mai 2021 bis November 2021 geformte Aufwärtsbewegung ist inzwischen wieder mehr als zunichtegemacht.

Thomas Behnke

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11.02.2022 | 15:50

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