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Tops und Flops der Woche u. a. mit DocuSign, Chipotle Mexican Grill und SAP

KW 29



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Auch in der vergangenen Woche gab es Aktien, die neue Allzeithochs markierten. Ein Beispiel ist der Spezialist für elektronische Signaturen DocuSign. Auf hoher Flamme brutzelte das Papier des Restaurantbetreibers Chipotle Mexican Grill. Brennstoff lieferten die Quartalszahlen. Anders bei SAP. Hier ging es nach Ergebnisveröffentlichung erst einmal abwärts.


+++ Tops +++

DocuSign knackt Allzeithoch

Die US-Gesellschaft gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet elektronischer Signaturen. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Geschäftsprozesse zu beschleunigen, indem ihre Lösungen es einfacher machen, Verträge vorzubereiten, zu unterzeichnen und zu verwalten. Die starke Marktposition der Amerikaner zieht bei den Investoren, wie der Blick auf den Kursverlauf seit dem Börsengang im Jahr 2018 zeigt. Bisher Höhepunkt war der Anfang September 2020 markierte Kurs von 271,44 US-Dollar. Er stellte das vorläufige Ende des vorangegangenen, durch die Corona-Krise befeuerten dynamischen Kursanstiegs dar. Anschließend folgte eine Konsolidierungsphase, die bis in den Mai dieses Jahres anhielt. Seit dem damals markierten Korrekturtief befindet sich die Aktie (WKN: A2JHLZ) wieder in einem dynamischen Aufwärtstrend, der sich jüngst fortsetzte. Dabei wurde nun das bisherige Allzeithoch geknackt, an dem man sich Anfang Juni noch die Zähne ausgebissen hatte.


Chipotle Mexican Grill mit neuen Rekorden

Die Aktie des Restaurantbetreibers Chipotle Mexican Grill (WKN: A0ESP5) hatte in der vergangenen Woche den seit Juni laufenden kräftigen kurzfristigen Anstieg mit einer noch höheren Dynamik fortgesetzt. Es gab neue Kursrekorde. Das Kaufinteresse wurde offensichtlich von den jüngsten Quartalszahlen angeheizt. Das Unternehmen meldete kräftig steigende Ergebnisse. Dabei konnten die Umsätze nicht nur durch die Eröffnung von neuen Restaurants erhöht werden. Auch die Einnahmen auf vergleichbarer Fläche überzeugten mit einem satten Plus von 31,2 %. Das könnte die Zuversicht bei den Investoren genährt haben, dass die Gesellschaft nach den Belastungen durch die Corona-Krise nun wieder nachhaltig auf den Wachstumskurs zurückgekehrt ist.


Krones: Märkte erholen sich schneller als erwartet

Nach einem wegen der Corona-Krise schwierigen Geschäftsjahres 2020, ist der SDAX-Wert Krones auf Kurs, seinen Wachstumskurs fortzusetzen. Das zeigt sich im Aktienkurs, der sich seit einiger Zeit in einem Aufwärtstrend befindet. In der vergangenen Woche hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Das Papier (WKN: 633500) gehörte sowohl im SDAX als auch innerhalb der DAX-Index-Familie zu den größten Wochengewinnern. Der Maschinenbauer, der auf Abfüll- und Verpackungstechnik, Prozesstechnik, Intralogistik und Digitalisierungslösungen spezialisiert ist, hatte positive Nachrichten im Gepäck. Bei Vorlage der vorläufigen Halbjahreszahlen hob er seine Prognosen für das Gesamtjahr an. Krones freute sich insbesondere darüber, dass sich die von ihm bedienten Märkte schneller vom Corona-Einbruch erholt haben, als erwartet.

 
+++ Flops +++


SAP: höheres Hoch

Europas größter Softwarehersteller ist der nach Marktkapitalisierung schwerste Wert (WKN: 716460) im DAX. Daran haben auch die Kursverluste in der vergangenen Woche nichts geändert. Der Preis hatte deutlicher nachgegeben. Zwar zeigte sich die Gesellschaft nach einem unerwartet robusten zweiten Quartal etwas optimistischer für das Gesamtjahr. Demnach war das Geschäft mit herkömmlichen Softwarelizenzen nicht ganz so stark rückläufig wie befürchtet. Gleichzeitig zogen die Cloud-Umsätze erneut kräftig an. Zahlen und Ausblick konnten das Kaufinteresse dennoch nicht erhöhen, um den Kurs weiter ansteigen zu lassen. Aus charttechnischer Sicht hat sich damit ein höheres Hoch gebildet. Der seit Anfang November gebildete Aufwärtstrend ist jedoch noch intakt.


LPKF Laser & Electronics: LIDE kommt nur schleppend voran

Die Systeme des Laserspezialisten werden u. a. in der Herstellung von Leiterplatten, Mikrochips, Automobilteilen und Solarmodulen eingesetzt. In der vergangenen Woche hat der SDAX-Wert erste Eckdaten zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal vorgelegt. Wie von ihm erwartet, zeigen sie eine verbesserte Lage. Deshalb bestätigte der Vorstand auch die Prognosen für das Gesamtjahr. Was den Investoren schon seit einiger Zeit nicht gefallen dürfte, ist jedoch das nur schleppende Vorankommen in der LIDE-Technologie, auf die die Gesellschaft große Hoffnungen setzt. LPKF kann mit dem selbst entwickelten LIDE-Verfahren (Laser Induced Deep Etching) dünnes Glas schnell, präzise und ohne Beschädigungen wie Mikrorisse bearbeiten. Damit ist es eine Grundlagentechnologie für viele Bereiche der Mikrosystemtechnik, wie beispielsweise für die Fertigung von Mikrochips, Displays, Sensoren oder MEMS (Micro-Electro-Mechanical Systems). Anfang Juni gab es den ersten LIDE-Auftrag aus der Halbleiterindustrie. Aufgrund einer veränderten Einschätzung des Zeitplans bei laufenden Kundenprojekten sieht der Vorstand jedoch in diesem Geschäftsjahr keine realistische Chance mehr auf einen größeren Auftrag für die LIDE-Technologie. Die Aktie (WKN: 645000) setzte in der vergangenen Woche ihren kurzfristigen Abwärtsimpuls fort, der sich seit dem Zwischenhoch Mitte Juni gebildet hat. Sollte nun das fast erreichte Zwischentief von Mai bei 20,02 Euro unterschritten werden, würde damit auch der übergeordnete Abwärtstrend seit Februar dieses Jahres bestätigt werden.


Unilever bricht Aufwärtstrend

Die Erzeugnisse des britisch-niederländischen Konsumgüterherstellers sind weltweit bekannt. Er verkauft sie in 190 Länder. Zum Portfolio gehören Produkte für Körperpflege, Nahrungsmittel und Getränke, Reinigungsmittel und Textilpflegeprodukte. Einen Namen hat sich Unilever vor allem als Markenhersteller gemacht. Mehr als 400 weltweite und lokale Marken gehören zum Sortiment (u. a. Lipton, Knorr, Langnese, Dove, Pfanni, Signal, Domestos). In der vergangenen Woche hat das Unternehmen seine Ergebnisse für das erste Halbjahr vorgelegt. Der Vorstand senkte dabei die Prognosen für die Gewinnmargen im Gesamtjahr und begründete dies mit gestiegenen Rohstoffkosten. Die Aktie (WKN: A0JNE2) verlor daraufhin deutlich und gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten im EURO STOXX 50. Aus charttechnischer Sicht zu konstatieren ist dabei, dass mit dem jüngsten Rückgang der seit Februar gebildete Aufwärtstrend gebrochen ist.

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23.07.2021 | 12:12

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