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Tops und Flops der Woche u. a. mit Infineon Technologies, Cisco Systems und Albemarle

KW 46




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Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies hat nach Vorlage von Quartalszahlen seinen übergeordneten Abwärtstrend gebrochen. Ebenfalls positiv aufgenommen wurden die Ergebnisse von Cisco Systems. Dagegen gab es beim Lithiumproduzenten Albemarle einen Kursknick. Vorausgegangen waren Gerüchte über eine Nachfrageabschwächung.

+++ Tops +++

Infineon Technologies: Rekordergebnisse, neues Werk und höhere langfristige Ziele

Die Aktie des Halbleiterherstellers (WKN: 623100) war der beste DAX-Wert in der vergangenen Woche. Aus charttechnischer Sicht gelang es ihm, den übergeordneten Abwärtstrend zu brechen. Infineon Technologies hatte für das Geschäftsjahr 2021/22 (bis Ende September) kräftige Steigerungen bei Umsatz und Gewinnen sowie Rekordergebnisse gemeldet. Gleichzeitig zeigte sich das Unternehmen optimistisch für das laufende Geschäftsjahr 2022/23. Es kündigte zudem den Bau einer neuen Fabrik in Dresden an und veranschlagt dafür voraussichtlich rund 5 Mrd. Euro. Das Werk soll im Herbst 2026 in Betrieb gehen. In ihm werden 300-Millimeter-Fertigungskapazitäten aufgebaut, mit denen Analog-/Mixed-Signal und Leistungshalbleiter hergestellt werden sollen. Bei voller Auslastung soll das jährliche Umsatzpotenzial in etwa dem Investitionsumfang entsprechen. Weil der Konzern in seinen Zielmärkten eine zunehmende Dynamik und dauerhaft starke Wachstumsfaktoren sieht, erhöhte er zudem seine langfristigen Ziele. Infineon Technologies strebt nun ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 10 % an (bisher mehr als 9 %). Bei der Gewinnmarge werden 25 % angepeilt (bisher 19 %). Gleichzeitig gab der Vorstand erstmals ein Ziel für den freien Cashflow aus, welches in einer Bandbreite von 10 bis 15 % des Umsatzes liegt. Hierbei nicht berücksichtigt sind große Investitionen.

Cisco Systems: fester nach Zahlen

Cisco Systems (WKN: 878841) ist weltweit führend im Bereich Netzwerktechnik. Seit der Gründung 1984 hat der US-Konzern immer wieder neue Technologien entwickelt, um das Internet schneller und sicherer zu machen. Innovationen sind weiterhin eine treibende Kraft für den weltweiten Marktführer, der sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen in einen zukunftsträchtigen Markt bewegt. Die Kursentwicklung seit dem Mehrjahreshoch von Dezember 2021 lässt jedoch zu wünschen übrig. Es hatte sich eine ausgedehnte Korrektur gebildet. Das bisherige Tief wurde im Oktober 2022 markiert. Seither läuft eine Gegenbewegung, die mit den jüngsten Zuwächsen bestätigt wurde. Impulse gab es dabei von den am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen. Zahlen und Ausblick lagen über den Markterwartungen. Es gab jedoch auch kritische Töne, welche die anhaltende nachlassende Dynamik beim Auftragswachstum bemängeln.

JD.com: dynamische Gegenbewegung

Mit den jüngsten Zuwächsen konnten die an den US-Börsen gelisteten China-Aktien die dritte Woche hintereinander zulegen und untermauerten damit ihre dynamische Erholungsbewegungen. Ein Beispiel ist das NASDAQ-100-Mitglied JD.com (WKN: A112ST). Es ist der größte Einzelhändler (online und stationär) in China. Chinesische Aktien waren in den vergangenen Monaten einigen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Dazu gehören u. a. eine sich abkühlende chinesische Wirtschaft, eine strenge Regulierung und restriktive Corona-Politik in China sowie der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Einige dieser Faktoren könnten nun ausreichend eingepreist sein und es gibt bei einigen Punkten Anzeichen für eine zumindest temporäre Entspannung. Die dynamischen Zuwächse könnten dabei auch durch die vermehrte Schließung von Short-Positionen befeuert worden sein. Außerdem meldeten einige Unternehmen in der vergangenen Woche Quartalszahlen – so auch JD.com. Die Gesellschaft hatte am Freitag vor US-Börsenbeginn über ein Umsatzplus von 11,4 % und deutlich gestiegene Gewinne berichtet. Die vorbörsliche Kursreaktion war positiv.

+++ Flops +++

Albemarle: Gerüchte führen zu Kursrutsch

Der US-Spezialchemiekonzern zählt zu den weltweit führenden Lithiumproduzenten. Die S&P-500-Aktie (WKN: 890167) war in der vergangenen Woche der schwächste Werte im S&P 500. Nachdem sie in der Vorwoche noch neues Allzeithoch markiert hatte, folgte nun ein signifikanter Kurseinbruch von mehr als 20 %. Dem vorausgegangen waren Gerüchte über Produktionskürzungen bei einem großen chinesischen Produzenten von Kathoden für Lithium-Ionen-Batteriesysteme. Damit einher geht die Befürchtung, dass sich dieser Markt im nächsten Jahr abschwächen könnte. Diese Entwicklung verstärkt die Annahme, dass im Jahresverlauf 2023 das weltweite Lithiumangebot die Nachfrage übersteigt.

Sartorius: Firmenchef verkauft einen Teil seiner Aktien

Sartorius (WKN: 716563) war in der vergangenen Woche der schwächste DAX-Wert. Ein Großteil der kräftigen Gewinne aus der Vorwoche wurde damit wieder zunichtegemacht. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es nicht. Allerdings wurde bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende Joachim Kreuzburg eine Portion seiner Aktien verkauft hat, der er als Teil seiner Vergütung in den Jahren 2015 und 2020 mit einer jeweiligen Mindesthaltefrist von vier Jahren erhalten hat. Konkret verkaufte er 20.000 Vorzugsaktien zu einem Preis von 400 Euro je Stück. Das entspricht rund 8,8 % seines Aktienpaketes von bislang 113.785 Stamm- und 113.785 Vorzugsaktien.

MorphoSys: Rückschlag beim Alzheimer-Mittel Gantenerumab


Die Aktie von MorphoSys (WKN: 663200) verzeichnete in der vergangenen Woche kräftige Kursverluste. Das im TecDAX und SDAX enthaltende Papier war damit der schwächste Wert in der DAX-Indizes-Familie. Abgabedruck war insbesondere am Montag auszumachen. Hier gab es einen signifikanten Kurseinbruch, nachdem das Biopharma-Unternehmen einen Rückschlag beim Alzheimer-Mittel Gantenerumab verzeichnete. MorphoSys hat seit Jahren eine Kooperation mit dem schweizerischen Pharmakonzern Roche (WKN: 851311). Im Rahmen dieser Vereinbarung ist Roche vollständig für die klinische Entwicklung und die mögliche Vermarktung des gemeinsam entwickelten Antikörpers/Wirkstoffs Gantenerumab verantwortlich. Die nun von Roche vorgelegten Studienergebnisse zeigen jedoch, dass die Wirksamkeit geringer war als erwartet. Der geplante finanzielle Erfolg für MorphoSys aus diesem Projekt wird sich damit nicht einstellen. In der vergangenen Woche hatte MorphoSys zudem Quartalszahlen vorgelegt. Zwar konnte das Unternehmen dank hoher Lizenzeinnahmen kräftige Umsatzzuwächse verzeichnen und so seine Verluste verringern. Auf den Aktienkurs hatte dies jedoch keine großen Auswirkungen.

Thomas Behnke

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18.11.2022 | 16:07

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