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Tops und Flops der Woche u. a. mit Meta Platforms, HelloFresh und Deutsche Bank

KW 17



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Erst ein neues Korrekturtief, dann eine kräftige Gegenbewegung: Die Aktie des Börsenschwergewichts Meta Platforms legte in der vergangenen Woche kräftig zu, nachdem sie Quartalszahlen vorgelegt hatte. Eine ähnliche Entwicklung zeigte der DAX-Wert HelloFresh. Bei beiden sind jedoch weiterhin die übergeordneten Abwärtstrends intakt. Jüngst deutlichere Abgaben verzeichnete die Deutsche Bank. Ermittler durchsuchten am Freitag die Räumlichkeiten des Geldinstituts.

+++ Tops +++

Meta Platforms: Erholung nach Zahlen

In den vergangenen Monaten war die Kursentwicklung von Meta Platforms (WKN: A1JWVX) eindeutig abwärtsgerichtet. Die sinkende Tendenz hatte sich in der vergangenen Woche zunächst fortgesetzt. Der Kurs markierte ein neues Verlaufstief. Am Mittwoch nach Börsenschluss hatte der Technologieriese und Eigentümer der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram dann Quartalszahlen vorgelegt. Darauf folgte am Donnerstag eine sehr positive Kursreaktion. Bislang ist der kräftige Anstieg jedoch lediglich als technische Gegenreaktion zu werten. Der übergeordneter Abwärtstrend ist weiterhin intakt. Aufhellen würde sich das charttechnische Bild, wenn es dem Kurs gelingt, über das Zwischenhoch von 236,86 US-Dollar zu klettern, welches Anfang April markiert wurde.

HelloFresh: technische Gegenbewegung

Die Aktie von HelloFresh (WKN: A16140) befindet sich seit dem Allzeithoch von November 2021 in einem Abwärtstrend. In der vergangenen Woche war sie dabei zunächst unter das bisherige Tief dieser Bewegung gefallen, welches Anfang März dieses Jahres mit 33,41 Euro markiert wurde. Dann setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. Auch nach Vorlage von Quartalszahlen am Donnerstag zeigte sich das Papier fester. Insgesamt verzeichnete es daher einen kräftigen Kursgewinn im Vergleich zur Vorwoche. HelloFresh gehörte damit zu den stärksten DAX-Werten. Der jüngste Anstieg ist bislang jedoch lediglich als technische Gegenbewegung zu werten. Der übergeordneter Abwärtstrend ist weiterhin intakt. Um diesen zu brechen, müsste der Kurs erst über das Zwischenhoch von Anfang April dieses Jahres (46,92 Euro) steigen.

PTC: Abwärtstrend gebrochen

Das US-Softwareunternehmen PTC (WKN: A1H9GN) ist seit April 2021 Mitglied im S&P 500. In der vergangenen Woche gehörte die Aktie zu den stärksten Werten im US-Leitindex. Es hatte am Mittwoch Quartalszahlen vorgelegt. Darauf folgte eine sehr positive Kursreaktion. Aus charttechnischer Sicht kletterte der Kurs über das Zwischenhoch von März dieses Jahres. Damit wurde der Aufwärtstrend gebrochen, der sich seit Juli 2021 gebildet hatte. PTC entwickelt Software, mit denen Unternehmen aus der Industrie ihre operative Prozesse verbessern und damit ihre Effizienz steigern können. Es setzt dabei vor allem auf Lösungen in den Bereichen Augmented Reality, Industrial Internet of Things (IIoT), Produktlebenszyklus-Management (PLM) und CAD.
 
+++ Flops +++

Deutsche Bank: höherer Gewinn und Ermittlungen

Die Deutsche Bank ist mit einem Gewinnanstieg in das Geschäftsjahr 2022 gestartet. Sie verbesserte im 1. Quartal ihr Vorsteuerergebnis um 4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,7 Mrd. Euro. Das war der höchste Quartalsgewinn seit 9 Jahren. Die Aktie des Geldinstituts (WKN: 514000) konnte in der vergangenen Woche jedoch nicht von der Nachricht profitieren. Sie verlor deutlich und gehörte im DAX zu den größten Verlierern. Vor dem Wochenende wurde zudem bekannt, dass Ermittler die Räumlichkeiten der Deutschen Bank durchsucht haben. An der Aktion am Freitag beteiligt waren Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt, des Bundeskriminalamts (BKA) und der Finanzaufsicht Bafin. Laut Deutscher Bank handelt es sich um eine Ermittlungsmaßnahme im Zusammenhang mit Geldwäscheverdachtsmeldungen, die die Bank abgegeben hat.

VERBIO: Bundesregierung will Einschränkungen

VERBIO zählt zu den führenden konzernunabhängigen Bioenergieproduzenten. In Europa ist die Gesellschaft der einzige Hersteller, der Biodiesel, Bioethanol und Biomethan im großindustriellen Maßstab herstellt. Die SDAX-Aktie (WKN: A0JL9W) hatte seit Jahresbeginn einen ordentlichen Lauf. Nach der Korrektur zuvor nahm sie damit die positive Entwicklung aus dem Vorjahr wieder auf. In der vergangenen Woche gehörte das Papier allerdings zu den schwächsten Werten in der deutschen Aktienlandschaft. Zwar hatte das Unternehmen am Freitag seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2021/22 (bis Ende Juni) erneut erhöht und das mit einem starken 3. Quartal begründet. Jedoch gab es vor dem Wochenende auch die Meldung, wonach die Bundesregierung nach Angaben von Umweltministerin Steffi Lemke landwirtschaftliche Erzeugnisse als Kraftstoffzusätze einschränken will.

Align Technology: nach Zahlen schwächer

Align Technology ist ein global agierendes Medizintechnikunternehmen. Es bietet Produkte und Dienstleistungen für die kieferorthopädische und restaurative Zahnheilkunde. Zum Portfolio gehören u. a. das Invisalign-System (transparente „Zahnspangen“ für Zahnkorrekturen) sowie Intraoralscanner (iTero). Die Aktie (WKN: 590375) des Unternehmens ist im S&P 500 und im NASDAQ-100 enthalten. In beiden Indizes gehörte sie in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten. Das Papier verzeichnete deutliche Verluste, nachdem die Gesellschaft am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalszahlen vorgelegt hatte. Mit den jüngsten Rückgängen bestätigte der Kurs seine Abwärtsbewegung, die er seit dem Allzeithoch von September 2021 gebildet hat.

Thomas Behnke

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29.04.2022 | 15:22

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