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Tops und Flops der Woche u. a. mit Pfizer, Ceconomy und Adobe

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Die Aktie des Pharmariesen Pfizer hat in der vergangenen Woche seinen Aufwärtstrend mit neuen Rekorden fortgesetzt. In Deutschland gehörte die Metro-Saturn-Mutter Ceconomy zu den größten Gewinnern, die von einem positiven Ausblick profitierte. Unter Druck stand dagegen die Aktie des Softwarekonzerns Adobe. Hier zogen Zahlen und Ausblick eine negative Kursreaktion nach sich.

+++ Tops +++

Pfizer: Corona, Xeljanz und Übernahme

Die Aktie des Pharmariesen Pfizer (WKN: 852009) hatte in den vergangenen zwei Monaten einen positiven Lauf und zeigte Stärke. Jüngst setzte sich die steigende Tendenz mit neuen Rekorden fort. Das Papier gehörte außerdem zu den größten Wochengewinnern im S&P 500. Zum einen dürfte das Unternehmen von der Corona-Lage und den damit zusammenhängenden Geschäftsperspektiven (Impfstoff, Corona-Medikament) profitiert haben. Zum anderen meldete der Konzern die Zulassung des Präparats Xeljanz zur Behandlung von Morbus Bechterew durch die US-Arzneimittelbehörde (FDA). Zu Wochenbeginn hatte Pfizer ferner gemeldet, die US-Firma Arena Pharmaceuticals (WKN: A2DR4A) für rund 6,7 Mrd. US-Dollar übernehmen zu wollen. Das Zielobjekt erforscht Medikamente in den Bereichen Gastroenterologie, Dermatologie und Kardiologie. Den Arena-Aktionären hatte der Konzern ein Kaufangebot vorgelegt, welches doppelt so hoch war, wie der Schlusskurs vor der Offerte.

Ceconomy: positiver Ausblick

Der Elektronikhändler Ceconomy (WKN: 725750) betreibt mehr als 1.000 Fachmärkte unter den Marken Media-Markt und Saturn – jeweils ergänzt durch E-Commerce-Angebote. In der vergangenen Woche gehörte die Aktie zu den stärksten Werten innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Das aus der ehemaligen Metro Gruppe hervorgegangene Unternehmen hatte seinen vollständigen Geschäftsbericht 2020/21 (bis Ende September) vorgelegt und dazu eine Analystenkonferenz abgehalten. Der Vorstand betonte hierbei, den Konzernumbau weiter mit Nachdruck voranzutreiben zu wollen. Dadurch erhofft er sich im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 deutliche Ergebnisverbesserungen. Zu den Vorhaben gehören beispielsweise der beschleunigte Ausbau der digitalen Vertriebskanäle und des Marktplatz-Konzeptes im Rahmen der Omnichannel-Strategie sowie die europaweite Öffnung weiterer Flaggschiff-Märkte („Lighthouse“). Strategie und Ausblick scheinen bei den Investoren auf Wohlgefallen getroffen zu sein. Trotz des jüngsten Kursanstiegs ist die seit Anfang dieses Jahres gebildete Abwärtsbewegung weiterhin intakt. Gleiches gilt für das übergeordnete Chartbild.

Incyte: gelingt ein Trendwechsel?

Die Aktie des US-Biotechkonzerns Incyte (WKN: 896133) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im NASDAQ-100. Positive Nachrichten aus der Entwicklungspipeline dürften dafür maßgeblicher Katalysator gewesen sein. Das Unternehmen hat seit 2020 mit dem deutschen Unternehmen MorphoSys (663200) eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur weiteren Entwicklung und weltweiten Vermarktung des Krebsmedikamentes Monjuvi (Tafasitamab) von MorphoSys. Für dieses wurden nun neue positive Studienergebnisse vorgelegt. Incyte und MorphoSys vermarkten das Präparat gemeinsam in den USA. Incyte hat die exklusiven Vermarktungsrechte außerhalb der Vereinigten Staaten. Incyte selbst meldete zudem, dass die US-Arzneimittelbehörde (FDA) für die Ruxolitinib-Creme Opzelura den Antrag angenommen hat, es für eine weitere Indikation (chronische Autoimmunerkrankung Vitiligo) zu prüfen und dabei eine prioritäre Prüfung vorzunehmen. Aus charttechnischer Sicht interessant ist, dass die Aktie ihr Zwischenhoch von Ende November dieses Jahres wieder erreicht und knapp überwunden hat. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte für eine abgeschlossene Bodenbildung sprechen, was dann die Wahrscheinlichkeit für einen Trendwechsel erhöht.

+++ Flops +++

Adobe: Kursknick nach Zahlen

Der US-Softwarehersteller bietet ein breites Spektrum an Werkzeugen zur Erstellung und Bearbeitung von Videos, Audio, Dokumenten, Fotos und anderen Inhalten. Gemessen an der Marktkapitalisierung von derzeit rund 270 Mrd. US-Dollar gehört das Unternehmen zu den größten Werten im NASDAQ-100. Zum Allzeithoch im November lag der Börsenwert aber noch bei mehr als 330 Mrd. US-Dollar. Er hat sich damit inzwischen um rund 19 % verringert. Dazu beigetragen haben auch die herben Verluste aus der vergangenen Woche. Die Adobe-Aktie gehörte sowohl im NASDAQ-100 als auch in S&P 500 zu den größten Verlierern. Sie hatte insbesondere am Donnerstag deutlicher verloren, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2020/21 (bis Ende November) vorgelegt hatte. Aus charttechnischer Sicht hat der Kurs wieder das Zwischentief von Anfang Oktober dieses Jahres erreicht. Gelingt hier eine Stabilisierung? Ein Bruch könnte weiteren Abwärtsspielraum eröffnen.

S&T: durch Short-Attacke unter Druck

Der österreichische Technologiekonzern S&T bietet IT-Services sowie Produkte und Lösungen (Hard- und Software) für das Internet der Dinge. In der vergangenen Woche war die Aktie (WKN: A0X9EJ) des im SDAX und TecDAX enthaltende Unternehmens eingebrochen. Sie war der größte Verlierer innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Für Abgabedruck sorgten die Vorwürfe von Compliance-Verstößen seitens des Finanzinvestors Viceroy Research, der für seine Short-Attacken bekannt ist. S&T reagierte mit einer ersten Stellungnahme, konnte damit aber die Anschuldigungen erst einmal nicht zerstreuen. Der Vorstand kündigte an, die Vorwürfe nun detailliert prüfen zu wollen, um sich dann ausführlich dazu zu äußern.

Adyen: hält die 200-Tage-Linie?

Die Aktie des EUROSTOXX-50-Wertes Ayden (WKN: A2JNF4) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im europäischen Bluechip-Index. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es nicht. Aus charttechnischer Sicht setzte das Papier seine Abwärtsbewegung fort, die sich seit dem Anfang November markierten Allzeithoch gebildet hat. Der Kurs hat nun seine 200-Tage-Linie erreicht. Endet hier die Korrektur wie schon im Mai dieses Jahres? Oder kommt es zu einem nachhaltigen Bruch der potenziellen Unterstützung? Letzteres spräche für eine fortgesetzte Korrektur.

Thomas Behnke

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17.12.2021 | 15:08

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