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Tops und Flops der Woche u. a. mit SGL Carbon, Pinduoduo und Intel

KW 23



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Die Aktie des Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon steigt zwar aus dem SDAX ab. Erhöhte Jahresprognosen gaben ihm jüngst dennoch Auftrieb. Ebenfalls gefragt waren China-Aktien wie z. B. Pinduoduo. Lässt hier der regulatorische Druck nun nachhaltig nach? Vorsichtige Aussagen des Managements von Intel zogen fallende Kurse beim Chiphersteller nach sich.

+++ Tops +++

SGL Carbon: Jahresprognosen angehoben

Der Kohlenstoffspezialist SGL Carbon hatte im Geschäftsjahr 2021 den Turnaround geschafft. Er schrieb wieder schwarze Zahlen. Jüngst hat das Unternehmen seine Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr 2022 angehoben. Der Vorstand begründete diesen Schritt mit einer guten Geschäftsentwicklung in allen vier Geschäftsbereichen sowie der weitestgehend erfolgreichen Weitergabe von gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Transport an die Kunden. Die Kursreaktion der Aktie (WKN: 723530) war sehr positiv. Der SDAX-Wert gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Papieren aus der DAX-Indizes-Familie. Die jüngsten Nachrichten könnten die Zuversicht auf eine nachhaltige Trendwende erhöhen. Charttechnisch betrachtet setzte der Kurs seine Aufwärtsbewegung fort, die sich seit Anfang Mai dieses Jahres gebildet hat. Trotz der jüngst positiven Kursentwicklung wird SGL Carbon zum 20. Juni den SDAX verlassen.

Pinduoduo: Abwärtstrend gebrochen?

Die an den US-Börsen gelisteten China-Aktien haben zuletzt Stärke gezeigt. In der vergangenen Woche setzte sich diese Entwicklung fort. Eine womöglich treibende Kraft sind die Bemühungen der chinesischen Regierung in den letzten Wochen, den regulatorischen Druck auf seinen Technologiesektor zu verringern. Offenbar hat das zu einem verstärkten Kaufinteresse bei den Investoren geführt. Davon profitierte u. a. Pinduoduo (WKN: A2JRK6). Die auf den Kaimaninseln firmierende und in China operierende Gesellschaft betreibt eine mobile E-Commerce-Plattform. Sie ist Bestandteil des NASDAQ-100 und gehörte jüngst zu den stärksten Indexmitgliedern. Aus charttechnischer Sicht könnte der Kurs mit dem Überschreiten des Zwischenhochs von März 2022 seinen Abwärtstrend gebrochen haben.

Mitsubishi Motors: Aufwärtsbewegung bestätigt

Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat seit dem Zwischentief am 12. Mai 2022 um mehr als 10 % zugelegt. Er schlug sich damit besser als die deutsche oder US-amerikanische Konkurrenz. Unter den Einzelwerten zu den stärksten Aktien gehörte jüngst der Autobauer Mitsubishi Motors (WKN: 876551). Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es nicht. Aus charttechnischer Sicht setzte die Aktie ihren mittelfristigen Aufwärtstrend fort, der sich seit dem Zwischentief von März 2022 etabliert hat. Der Kurs kletterte dabei nun über das Zwischenhoch von November 2021. Damit wurde die Aufwärtsbewegung bestätigt, die sich seit dem Tief von Dezember 2020 gebildet hat.
 
+++ Flops +++

Intel: vorsichtige Aussagen des Managements

Intel ist der weltweit größte Chiphersteller. Seit dem Mehrjahreshoch von April 2021 befindet sich die Aktie (WKN: 855681) in einem Abwärtstrend. Dieser setzte sich in der vergangenen Woche fort und wurde durch ein neues Verlaufstief bestätigt. Führende Manager des Konzerns hatten sich jüngst auf einer Investorenkonferenz vorsichtig bezüglich der aktuellen Geschäftsentwicklung gezeigt. Sie sehen demnach einige Herausforderungen, wie beispielsweise den Abbau von Lagerbeständen bei Kunden und die Verzögerungen bei der Beendigung der Lockdown-Maßnahmen in China. Analysten werteten die Äußerungen als Versuch des Managements, das aktuelle 2. Quartal herunterzureden. Werden die Anleger damit auf ein weniger gutes Abschneiden eingestellt?

Zalando: schlechtes Branchenumfeld

Das Umfeld für den Einzelhandel ist derzeit alles andere als perfekt. Eine hohe Inflation drückt auf die Verbraucherstimmung, wodurch die Nachfrage sinkt – insbesondere für nicht lebensnotwendige Produkte. Hinzu kommen anhaltende Lieferkettenengpässe. Diese Entwicklungen beeinträchtigen auch die Geschäfte von Onlinehändlern. Die Aktien aus der Branche stehen schon seit einiger Zeit deutlich unter Abgabedruck. Jüngst setzte sich diese Entwicklung fort. In der vergangenen Woche waren viele Branchenvertreter unter den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Ein Beispiel ist der DAX-Wert Zalando (WKN: ZAL111). Er befindet sich in einem intakten Abwärtstrend und nimmt nun wieder Kurs auf das Zwischentief von Mai 2022 bei 29,91 Euro. Wird es verletzt, wäre dies eine Bestätigung der übergeordneten Abwärtsbewegung.

Royal Caribbean Cruises: sinkende Verbraucherstimmung, steigende Umweltauflagen

Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor gehörten in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im S&P 500. Besonders stark unter Druck standen dabei die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen. Die Werte stehen schon seit einiger Zeit unter Verkaufsdruck, wie beispielhaft das Papier von Royal Caribbean Cruises (WKN: 886286) verdeutlicht. Seit dem Zwischenhoch im April dieses Jahres hat sich der Kurs fast halbiert. Nach einer kurzen Erholungsphase Ende Mai, hat er nun beinahe wieder das Zwischentief von Mai bei 48,90 US-Dollar erreicht. Ein Bruch dieser Marke wäre eine Bestätigung des Abwärtstrends. Auch die Reise- und Freizeitbranche leidet unter einer zunehmend schlechter werdenden Stimmung bei den Verbrauchern. Aufgrund der hohen Inflation kürzen sie nicht notwendige Ausgaben. Die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen sind zudem mit neuen Umweltauflagen konfrontiert.

Thomas Behnke

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10.06.2022 | 12:35

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